Veranstaltungen

196 Beiträge

Lesung aus dem Briefwechsel von Theodor W. Adorno und Siegfried Kracauer

IM RAHMEN DER VERANSTALTUNGSREIHE „FRANKFURT LIEST EIN BUCH“

EVA GEULEN LIEST THEODOR W. ADORNO
CHRISTINE PRIES LIEST SIEGFRIED KRACAUER

MODERATION: WOLFGANG SCHOPF

Datum:
Mittwoch, 24. April 2013 – 20:00
Ort:
Autorenbuchhandlung Marx & Co
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„Der Briefwechsel zwischen Kracauer und Adorno lässt sich auf verschiedene Weise lesen: als Geschichte einer intimen Freundschaft, als Charakterporträt zweier Kulturphilosophen des 20. Jahrhunderts, als Musterbuch intellektuellen Denk- und Schreibstils, als Dokument jüdischer Emanzipation und Unterdrückung, als Auskunft über andere Zeitgenossen, als Spiegel der Zeitgeschichte.“
Heinz Schlaffer

Eva Geulen ist Professorin für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft am Institut für Deutsche Literatur und ihre Didaktik der Goethe Universität Frankfurt am Main.

Christine Pries ist Philosophin, Journalistin und Übersetzerin.

Wolfgang Schopf ist Leiter des Literaturarchivs im Universitätsarchiv der Goethe Universität Frankfurt am Main.

Wir freuen uns auf einen spannenden und unterhaltsamen Abend!
Ihre Autorenbuchhändlerinnen

Wer besitzt das Internet? Die Freiheit im Netz und das Urheberrecht

BUCHVORSTELLUNG UND DISKUSSION MIT STEFAN KRAFT UND ALEXANDER PEUKERT

Datum:
Donnerstag, 4. April 2013 – 20:00
Eintritt:
frei
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„Raubkopierer“ gegen „Content-Mafia“ – so lauten die gegenseitigen Bezeichnungen der konfligierenden Parteien im Kampf um das Copyright. ACTA, ein internationales Handelsabkommen gegen „Produktpiraterie“, hat diesem Konflikt neue Schwungkraft verliehen. Während Netzaktivisten das geltende Urheberrecht für längst überflüssig halten und in der zunehmenden Kontrolle der Behörden über das Netz eine viel größere Gefahr als im Tausch von Dateien sehen, verteidigt die Gegenseite die Rechte der Künstler an ihren Werken (und damit auch deren Existenzgrundlage) gegenüber der Gratis-Kultur im Internet.

Stefan Kraft hat als Herausgeber des Buchs „Wer besitzt das Internet?“ eine Vielzahl von Meinungen und Personen versammelt, die in diese Debatte involviert sind und möchte an diesem Abend zur regen Diskussion einladen.

Alexander Peukert ist Experte für Immaterialgüterrecht. Er widmet sich in seiner Forschung der Analyse jener Konflikte, die sich am internationalen Ausbau des Urheberrechts und verwandter Schutzrechte entzünden.

Stefan Kraft ist Verleger und Publizist in Wien. Er arbeitete jahrelang als Technologie-Journalist für Tageszeitungen und Magazine.

Prof. Dr. Alexander Peukert ist Inhaber eines Lehrstuhls für Bürgerliches Recht und Wirtschaftsrecht mit Schwerpunkt im internationalen Immaterialgüterrecht an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“.

Der Neoliberalismus in Zeiten der Krise

BUCHVORSTELLUNG UND DISKUSSION MIT THOMAS BIEBRICHER

MODERATION: FRIEDER VOGELMANN

Datum:
Montag, 18. März 2013 – 20:00
Eintritt:
frei
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Mit der Finanzkrise 2008 sahen viele Beobachter das Ende des Neoliberalismus gekommen. Einige Jahre und mehrere Krisen später kann davon kaum mehr die Rede sein. Doch worum handelt es sich, wenn von Neoliberalismus die Rede ist?
In seinem Buch Neoliberalismus zur Einführung geht Thomas Biebricher dieser Frage zunächst mit einer Untersuchung der wichtigsten Vertreter neoliberalen Denkens von Friedrich August von Hayek bis zu Milton Friedman nach. Im Anschluss analysiert er gesellschaftliche Neoliberalisierungsprozesse in den USA, Großbritannien und Deutschland während der 1980er und 1990er Jahre.
Zu diesen Themenkomplexen und insbesondere auch der Zukunft des Neoliberalismus in Zeiten von Finanz- und Schuldenkrisen befragt Frieder Vogelmann den Autor.

Thomas Biebricher wurde 2003 in Freiburg mit einer Arbeit über Habermas und Foucault promoviert. Von 2009 bis 2012 leitete er eine Nachwuchsforschungsgruppe zum Thema ‚Krise und normative Ordnung – Variationen des Neoliberalismus und ihre Transformation‘ am Frankfurter Exzellenzcluster ‚Die Herausbildung normativer Ordnungen‘. Seit Oktober 2012 vertritt er die Professur für Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt.

Frieder Vogelmann promoviert zum Begriff der Verantwortung in der Philosophie bei Prof. Axel Honneth. Er war Mitglied der Nachwuchsgruppe „Variationen des Neoliberalismus“ am Exzellenzcluster. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Interkulturelle und Internationale Studien (InIIS) der Universität Bremen.

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Karl Marx Buchhandlung.

Ralph Roger Glöckler – Mr. Ives und die Vettern vierten Grades

EINLADUNG ZUR AUTORENLESUNG

Datum:
Mittwoch, 5. Dezember 2012 – 20:00
Eintritt:
frei
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Der Romantitel nennt einen amerikanischen Komponisten, der für seinen musikalischen Nonkonformismus bekannt ist, und spielt auf eine Zeile in einem Gedicht Walt Whitmans an, auf jenen “Gesang”, in dem es heißt, Anpassung sei für die Vettern vierten Grades, der Dichter trage seinen Hut aber so, wie es ihm gefalle, drinnen wie draußen.

Mit dem Roman Mr. Ives und die Vettern vierten Grades legt Ralph Roger Glöckler einen ungewöhnlichen Briefroman vor. Lose angelehnt an die Biografien von Henry Cowell, Charles Ives – zwei herausragenden Avantgarde-Komponisten des frühen 20. Jahrhunderts in den USA – und ihrer Frauen, variiert er diese vier durch Freundschaft und Erschütterung eng miteinander verwobenen Lebensfäden.
( Ausführliche Besprechung: http://www.kommbuch.com/buchempfehlungen/alle-empfehlungen.html?searchte… )

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Ralph Roger Glöckler, 1950 in Frankfurt geboren, studierte Germanistik, Romanistik und Völkerkunde in Tübingen. Er lebt als freier Autor und Übersetzer in Frankfurt, Lissabon und New York. Er veröffentlichte Reportagen, Reiseerzählungen, Gedichtbände und Romane. Im Elfenbein Verlag erschien 2001 der Gedichtband »Das Gesicht ablegen«, sowie die Azoren-Trilogie: »Corvo« (2005), »Madre« (2007) und »Vulkanische Reise« (2008).

Wolfgang Bittner – Hellers allmähliche Heimkehr. Roman

EINLADUNG ZUR AUTORENLESUNG

Datum:
Dienstag, 6. November 2012 – 20:00
Eintritt:
frei
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Wolfgang Bittner hat einen spannenden Roman über Vetternwirtschaft und Intrigen, über Mut und Scheitern, über Liebe und Freundschaft und über den ganz normalen politischen Wahnsinn in unserem Land geschrieben. In dem gerade erschienenen Roman kehrt der Journalist Martin Heller nach 25 Jahren in seine Heimatstadt zurück. Er wird Chefredakteur der Lokalzeitung und entdeckt hinter der gutbürgerlichen Fassade einen dichten Filz aus Korruption und Abhängigkeiten. Eine rechtsradikale Kameradschaft hat erstaunliche Macht und wird gedeckt, der Herausgeber und Eigentümer der Zeitung und andere Größen der Stadt sind in die Machenschaften involviert.

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Foto: Archiv W. Bittner 

Wolfgang Bittner, 1941 in Gleiwitz/Oberschlesien (jetzt Gliwice/Polen) geboren und lebt als freier Schriftsteller in Göttingen und Köln. Er studierte Rechtswissenschaft, Soziologie und Philosophie in Göttingen und München. Er arbeitete als Fürsorgeangestellter, Verwaltungsbeamter und Rechtsanwalt. Ausgedehnte Reisen führten ihn nach Vorderasien, Mexiko, Kanada und Neuseeland. Wolfgang Bittner schreibt für Erwachsene, Jugendliche und Kinder. Seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt; er erhielt mehrere Literaturpreise. Er ist Mitglied im Pen und im Verband deutscher Schriftsteller und war dort von 1997 bis 2001 im Bundesvorstand.

Bilderbuchferien

Wir laden alle Kindergarten- und Grundschulkinder ein!

In den Sommerferien lesen wir jeden Dienstag und Donnerstag um 10 Uhr ein Bilderbuch vor.

Wir freuen uns auf Euch!

Schöne Ferien wünschen die Buchhändlerinnen aus der autorenbuchhandlung!

Dienstag, 3. Juli 2012

Anke Wagner, Eva Eriksson
Timo und Pico ziehen um
Nord-Süd-Verlag
ab 4 Jahre

 
 

Donnerstag, 5. Juli 2012

Marianne Hoffmann, Reinhard Michl
Die kleine Birke
Hanser Verlag 
ab 5 Jahre

Dienstag, 10 Juli 2012

Alexis Deacon, Viviane Schwarz
Sieben Hamster
Gerstenberg Verlag
ab 3 Jahre

 
 

Donnerstag, 12. Juli 2012

Philip Waechter
Der fliegende Jakob
Beltz Verlag
ab 4 Jahre

Dienstag, 17. Juli 2012

Viola Rohner, Dorota Wünsch
Wie Großvater schwimmen lernte
Peter Hammer Verlag
ab 3 Jahre

 
 

Donnerstag, 19. Juli 2012

Chris Wormell
Der kleine Bär und die sechs weißen Mäuse
Sauerländer Verlag
ab 4 Jahre

Dienstag, 24. Juli 2012

John Fardell
Der Tag, an dem Louis gefressen wurde
Moritz Verlag
ab 4 Jahre

 
 

Donnerstag, 26. Juli 2012

Barbro Lindgren, Eva Eriksson
Die Geschichte vom kleinen Onkel
Oetinger Verlag
ab 5 Jahre

Dienstag, 31. Juli 2012

Anna Kemp, Sara Ogilvie
Wenn ein lila Nashorn kommt
Gerstenberg Verlag
ab 3 Jahre

 
 

Donnerstag, 2. August 2012

Eva Schatz, Stefanie Reich
Herr Anders
Tulipan Verlag
ab 4 Jahre

Dienstag, 7. August 2012

Axel Scheffler, Agnès Bertron
Frau Hoppes erster Schultag
Beltz Verlag
ab 4 Jahre

 
 

Donnerstag, 9. August 2012

Luc Foccroulle, Annick Masson
Das große Vorsingen
Nord-Süd-Verlag
ab 3 Jahre

 

Souveränität – Freiheit – Demokratie

BÜCHERVORSTELLUNG UND DISKUSSION MIT DANIEL LOICK UND JULIANE REBENTISCH MODERATION: AXEL HONNETH

Datum:
Dienstag, 22. Mai 2012 – 20:00
Eintritt:
frei

In welchem Verhältnis stehen politische Souveränität, die immer auch Gewalt einschließt, und demokratische Freiheit zu einander? Zwei Neuerscheinungen gehen mit dieser Frage ganz unterschiedlich um. Wir wollen sie vorstellen und diskutieren.

Daniel Loick ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Goethe-Universität Frankfurt. In seinem Buch Kritik der Souveränität versteht er die staatliche Souveränität nach dem Vorbild von Adorno und Horkheimer als ironisch: Mit jedem Schritt, den die Menschen aus der Gewalt der Natur heraus tun, wächst die Gewalt des staatlichen Systems. Diese Dynamik als ironisch zu verstehen heißt zugleich, die Forderung nach einer grundsätzlichen Eliminierung von Gewalt in der Politik erheben. An die Stelle des Zwangs im Recht soll radikaldemokratische Partizipation treten.

Juliane Rebentisch ist Professorin für Philosophie und Ästhetik an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach. In Die Kunst der Freiheit vertritt sie die These, dass die Souveränität des Politischen nicht antidemokratisch, sondern eine wesentliche Strukturbestimmung der Demokratie ist. Die Souveränität des Politischen ist ein genaues Korrelat der Potentialität des demokratischen Subjekts und seiner Freiheit. In dieser Perspektive geht es nicht um die Überwindung, sondern um eine demokratische Transformation der Souveränität.

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem
Institut für Sozialforschung, Frankfurt am Main.

Kritik der Souveränität

Daniel Loick, Kritik der Souveränität, Campus 2012, 34.90 €

Juliane Rebentisch, Die Kunst der Freiheit. Zur Dialektik demokratischer Existenz, Suhrkamp 2012, 16.00 €

Silvia Tennenbaum im Gespräch mit Ruth Fühner

GEMEINSAME VERANSTALTUNG IM UND MIT DEM BUCHLADEN LAND IN SICHT

FRANKFURT LIEST EIN BUCH

Datum:
Montag, 23. April 2012 – 20:30
Ort:
Buchladen Land in Sicht, Rotteckstr. 13
Eintritt:
8.- €
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Auch in diesem Jahr liest Frankfurt ein Buch: Silvia Tennenbaums Roman „Straßen von Gestern“.

Gemeinsam mit dem Buchladen Land in Sicht laden wir Silvia Tennenbaum zu einem Gespräch ein. Ruth Fühner wird sich mit Silvia Tennenbaum über die Entstehungsgeschichte des Buches unterhalten, über ihre Beziehung zu Frankfurt, der Stadt, in der sie aufgewachsen ist, die sie verlassen musste und die ihr jetzt dieses Lesefest widmet.

Silvia Tennenbaum erzählt in ihrem Roman „Straßen von Gestern“ von der untergegangenen Welt einer alteingesessenen Frankfurter Familie, die fest im liberalen deutsch-jüdischen Bürgertum verankert ist. Sie schildert die weit verzweigte Familiengeschichte der Wertheims von der Jahrhundertwende bis zum Ende des zweiten Weltkriegs.

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Silvia Tennenbaum wurde 1928 in Frankfurt am Main geboren und emigrierte 1938 in die USA. Sie studierte Kunstgeschichte an der Columbia University und arbeitete als Kunstkritikerin. 1978 erschien ihr erster Roman RACHEL, THE RABBI’S WIFE, der in den USA auf Anhieb zum Bestseller wurde. 1981 folgte der Roman YESTERDAY’S STREETS. Silvia Tennenbaum lebt auf Long Island und hält sich seit 1983 regelmäßig für einige Zeit in Frankfurt am Main auf.

Ruth Fühner, geb. 1953, Studium der Germanistik und Geschichte, Promotion über die Konstruktion von Subjektivität in modernen Autobiographien. Seit 1984 Autorin, Kritikerin und Moderatorin für hr2. Veröffentlichungen u.a. über den Frankfurter Grüngürtel, die Reformation und die Geschichte des Kibbuz. Aktuelles Projekt: ein Essay über Golda Meir.

Werkstattgespräch

ELISABETH EDL UND WOLFGANG MATZ

Datum:
Dienstag, 20. März 2012 – 20:00
Eintritt:
5,- Euro

Elisabeth Edl hat mit außergewöhnlichem Erfolg die beiden großen Romane von Stendhal „Rot und Schwarz“ und „Die Kartause von Parma“ übersetzt. Nun hat sie sich an eine Neuübersetzung von Gustave Flauberts „Madame Bovary“ gewagt, an jenes Buch, das Flaubert einen Prozess wegen „Unmoral“ eintrug, zugleich aber sofort seinen Ruhm gewann als der vollkommenste Roman der Geschichte. Legendär ist der Autor Flaubert, der jahrelang jeden Satz über die nächtliche Seine brüllte, bis er endlich perfekt war. Elisabeth Edl und der Lektor Wolfgang Matz erzählen in einem Werkstattgespräch, wie man große Romane in der Neuübersetzung nacherschafft und was die Unterschiede sind zwischen zwei gleichgroßen Autoren der Weltliteratur.

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Elisabeth Edl, 1956 geboren, lehrte von 1983 bis 1995 Germanistik in Poitiers (Frankreich). Für ihre Übersetzungen französischer Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts wurde sie u.a. mit dem Paul Celan?Preis, dem Petrarca?Preis, dem Hieronymus?Ring, dem Johann Heinrich Voß?Preis, dem Österreichischen Staatspreis und dem Zuger Anerkennungspreis ausgezeichnet. 2009 wurde sie zum Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung gewählt und zum Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres der Republik Frankreich ernannt.

Wolfgang Matz, geboren 1955, arbeitet als Lektor beim Carl Hanser Verlag in München. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher und Aufsätze zur deutschen und französischen Literatur. Als Übersetzer französischer Prosa und Lyrik erhielt er den Paul Celan-Preis, den Petrarca-Preis und den Werkbeitrag der Pro Helvetia.

Frank-Olaf Radtke: Kulturen sprechen nicht. Die Politik grenzüberschreitender Dialoge

FRANK-OLAF RADTKE IM GESPRÄCH MIT DANIEL COHN-BENDIT

Datum:
Donnerstag, 1. März 2012 – 20:00
Eintritt:
frei
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Können „Dialoge zwischen den Kulturen“ Ausgrenzung verhindern und Integration fördern?
Das fragt Frank-Olaf Radtke vor dem Hintergrund zahlloser Dialogforen, die auf internationaler, europäischer aber auch auf nationaler und lokaler Ebene eingerichtet worden sind. Radtke hält diese Praxis für entpolitisierend.
Er stellt fest, dass Kulturen weder sprechen noch handeln. Die Rede vom interkulturellen Dialog kaschiert Differenz, wo es darum ginge, Interessengegensätze zu thematisieren, anzuerkennen und nach Kompromissen zu suchen. Der Autor fordert Disput statt Dialog. Er plädiert für den öffentlich auszutragenden Streit über Differenzen und konkrete gesellschaftliche Probleme.

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Frank-Olaf Radtke war bis Anfang 2011 Professor für Erziehungswissenschaften an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Er war u.a. Mitglied im Rat für Migration, einem bundesweiten Zusammenschluss von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die die Politik in Fragen von Migration und Integration öffentlich kritisch begleitet haben, und hat zahlreiche Veröffentlichungen im Bereich Erziehung, Gesellschaft und Politik vorgelegt.

Daniel Cohn-Bendit, Publizist und Politiker, LES VERTS, MdEP, ist Ko-Vorsitzender der Fraktion der Grünen/Freie Europäische Allianz im Europäischen Parlament. Er war in Frankfurt der erste Leiter des neugeschaffenen „Amtes für multikulturelle Angelegenheiten“.

Frank-Olaf Radtke
Kulturen sprechen nicht. Die Politik grenzüberschreitender Dialoge
Hamburger Edition, 2011
12,- Euro

Machen wir Frieden oder haben wir Krieg? Auf UN-Mission in Afghanistan

EIN GESPRÄCH MIT TOM KOENIGS

MODERATION: MANFRED SAPPER

Datum:
Montag, 13. Februar 2012 – 20:00
Eintritt:
frei
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Tom Koenigs kennt die Verhältnisse am Hindukusch aus nächster Nähe. 2006/2007 leitete er die zivile Mission der Vereinten Nationen in Afghanistan. Er diskutierte mit dem afghanischen Präsidenten, traf den König, den obersten Richter und die verschiedenen Gouverneure in den Verwaltungsdistrikten, viele von ihnen ehemalige Warlords.
Sein Buch über die UN-Mission in Afghanistan liefert konkrete Argumente zu den Debatten über Krieg und Frieden. Dabei geht es um die Zukunft des internationalen Engagements in Afghanistan. Was soll nach zehn Jahren Einsatz am Hindukusch passieren? Führt die westliche Einmischung in Afghanistan zu Wiederaufbau und Befriedung oder scheitert sie?
Koenigs ist heute Bundestagsabgeordneter der Grünen und Vorsitzender des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe im Deutschen Bundestag.

Tom Koenigs, 1944 geboren, studierte in Berlin. Er war Arbeiter und politischer Aktivist, Buchhändler und Übersetzer. Seit 1983 ist er Mitglied der Grünen und bekleidete verschiedene politische Ämter: Dezernent für Umwelt und Stadtkämmerer in Frankfurt am Main, stellvertretender Sondergesandter der UN im Kosovo, Leiter der UN-Mission in Guatemala, Menschenrechtsbeauftragter im Auswärtigen Amt, Leiter der zivilen UN-Mission in Afghanistan.
Manfred Sapper, 1962 in Kassel geboren, studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Soziologie in Frankfurt am Main, Siena und Moskau. Er promovierte über »Die Auswirkungen des Afghanistankriegs auf die Sowjetgesellschaft« und unterrichtete Internationale Beziehungen und osteuropäische Zeitgeschichte an der Universität Mannheim. Seit 2002 ist er Chefredakteur der Monatszeitschrift »Osteuropa«.

Tom Koenigs
Machen wir Frieden oder haben wir Krieg?
Auf UN-Mission in Afghanistan
Wagenbach Verlag,  2011
19,90 €

Ann Cotten – Kommunismus als Werkphase

VORTRAG UND DISKUSSION

MODERATION: MALTE KLEINJUNG

Datum:
Freitag, 27. Januar 2012 – 20:00
Eintritt:
frei
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In letzter Zeit ist die ernsthafte Beschäftigung mit dem Kommunismus bzw. den Marxschen Analysen der Ökonomie wieder aktuell geworden, wie etwa ein Auftritt Slavoj Žižeks im Frankfurter Literaturhaus erst kürzlich anschaulich machte. Das legt einen Blick zurück nahe, zum Beispiel auf die sogenannten „Poet Critics“, eine Gruppe junger englischer Dichter um W.H. Auden, zu der u.a. Stephen SpenderLouis Mac NeiceCecil Day Lewis und Charles Madge gehörten. Sie begeisterten sich in den 30er Jahren für den Kommunismus und stellten ihr Schreiben in seinen Dienst.
Die Lyrikerin Ann Cotten hat sich damit beschäftigt und stellt eine Auswahl von Texten aus diesem Kreis vor, die sie übersetzt und kommentiert. Für die Gruppe um Auden war Dandytum und Volksdichtertum kein Widerspruch. Dass das nicht ohne Konflikte geschah, lässt sich leicht ausmalen. Anhand der von ihr gesammelten Texte wird Ann Cotten solche Konfliktlinien zu konturieren versuchen, aber auch die Schönheit und das ästhetische Niveau dieser Texte in Erinnerung rufen.
Was waren die Gründe für den Entschluss, sich als Dichter der kommunistischen Sache zu verschreiben? Welche Erfahrungen führten zu Desillusionierung und Abkehr? Und wo finden sich Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu den jungen deutschsprachigen LyrikerInnen der Gegenwart?
Darüber will Ann Cotten im Anschluss an den Vortrag mit dem Publikum diskutieren.

Ann Cotten, die sich zu den mit dem Kommunismus sympathisierenden Ästheten rechnet, wurde 1982 in Iowa geboren und wuchs in Wien auf. Seit 2006 lebt sie als Schriftstellerin und Übersetzerin in Berlin. Zuletzt sind von ihr erschienen: Florida-Räume, Suhrkamp (2010) und Helm aus Phlox, Merve (2011).

Mit freundlicher Unterstützung des „Instituts für deutsche Literatur und ihre Didaktik“ der Goethe-Universität Frankfurt