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Ohne Euch ist der Laden viel zu leise!

Liebe Freundinnen und Freunde der Autorenbuchhandlung,

zwei Wochen vorsichtiges Tasten sind vorbei und wir freuen uns, dass wir unseren Umgang im Laden langsam wieder etwas lockern können:

Kommt und schaut, was es alles an Neuerscheinungen gibt, stöbert ein bisschen oder lasst Euch was empfehlen. Wir haben viel gelesen und viel entdeckt.

Wenn niemand vor dem Laden wartet, könnt Ihr Euch auch gerne Zeit lassen, aber denkt an die Masken und den Abstand von 1,5 Metern.

Unsere Lieferdienst während des Shutdowns hat gut funktioniert. Wir danken für die Unterstützung und beliefern auch weiter diejenigen, die unsere schöne Buchhandlung nicht besuchen können.

Nachfragen und Bestellungen wie immer persönlich, telefonisch (72 29 72), per Mail info@autorenbuchhandlung-marx.de oder via www.kommbuch.com

Wir freuen uns auf Sie und Euch und sind sehr glücklich, viele unserer Kund*innen die letzten 14 Tage im Laden schon wieder gesehen zu haben: Ohne Euch ist der Laden viel zu leise!

Ihre Autorenbuchhändler*innen

Buchempfehlung

Anke Kuhl

Manno!

Klett Kinder Buch
16 €
ab 7 Jahren

Manno – und A Mänafa Mitleid. Die Kindheit ist die Zeit, in der man sehr vieles zum ersten Mal macht. Die Zeit, in der man beginnt, Dinge zu verstehen, dann auch zu durchschauen. Das geht einher mit Erfahrungen. Solche Erfahrungen stellen sich oft mit bestimmten Ereignissen ein – und die sind nicht immer angenehm. Das merkt man selbst Jahre später, wenn man meist lächelnd davon erzählt. In Manno geht es um diese Ereignisse, ihre immense Größe aus Sicht der Betroffenen und das Lachen aus unserer heutigen Sicht. Das ist keine Schadenfreude (obwohl Anke Kuhl zusammen mit ihrem Mann Martin auch darüber ein schönes Buch geschrieben hat), sondern ein ganz grundlegendes Mitfühlen.

In Manno erinnert sich Anke Kuhl an ihre Kindheit in den 70ern. Badezimmer sind grün gefliest, die Hosen des Vaters haben Schlag, und die Frisur der Mutter ist erschaffen aus Lockenwicklern und Trockenhaube. Im Mittelpunkt der Episoden stehen Anke und ihre Schwester Eva. Sie lieben ihre Eltern und sie lieben Openom, das sind Opa und Oma, „sie gehören so sehr zusammen, dass wir ihnen einen gemeinsamen Namen gegeben haben“. Es ist eine Kindheit voller Dramen. Mal ist es ein aggressives Karnickel, dass dem Hasenvater die Nase abbeißt, dann ein falsch aufgenähtes Freischwimmerabzeichen, der Streit der Eltern genau so wie die Explosion der Sonne und diese Schwester, die ihr Eis immer viel schneller isst und dann das eigene bedroht. In einer kleinen Geschichte, ganz am Ende, hören die Mädchen mit dem Vater im Auto einen Schlager, in dem der „Schöne Schmerz“ besungen wird – so kann man es auch sagen. So viel Drama, so viel Liebe ist in dieser Kindheit. Keinen Zweifel lässt die Autorin daran, dass es die schönste, die geborgenste Kindheit ist, die man sich nur vorstellen kann.

Anke Kuhl ist für ihre Kinderbücher bekannt. Zum zweiten Mal (nach „Lehmriese lebt“) erzählt die Frankfurter Künstlerin nun ihre Geschichte in der Form eines Comics. Das ist eine sehr glückliche Entscheidung. Es erlaubt ihr die perfekte Variation des Tempos, Gedanken über das Ende des Universums werden im Bett gedacht, da geht es um Statik, Schutz, Dunkelheit. Aber das Gefecht um die Lieblingsunterhose, das zwischen den beiden Schwestern mit zwei Klobürsten ausgetragen wird, braucht Raum und Dynamik. Die Texte besitzen das gleiche, genaue Timing, manchmal geht es auch ohne Worte, zum Beispiel beim alltäglichen Drama um eine rutschende Strumpfhose. Die aquarellierten Zeichnungen schließlich sind unübertroffen. Der „Mänafa Mitleid“ kommt direkt aus einem ABBA Song. „Gimme Gimme Gimme“ in der lautmalerischen Sprache der Kinder nachzulesen, ist schon sehr lustig – die Choreografie, die die Schwestern hier mit zwei Freundinnen dazu erfinden, treibt einem die Tränen des Glücks in die Augen.

Manno ist ein Buch für alle, und man braucht es so sehr wie eine gute Kindheit.

Jakob Hoffmann, Frankfurt

Liebe Kund*innen,

Wir nehmen Ihre Bestellungen online oder per Telefon entgegen und liefern zweimal täglich zu Ihnen nach Hause.

Liebe Kundinnen, liebe Kunden,

wir freuen uns sehr über Ihre zahlreichen Bestellungen, Ihren Zuspruch und Ihre Ermutigungen – wir sind überwältigt!

Ihre Bestellungen nehmen wir auch weiterhin online oder per Telefon entgegen und liefern zweimal täglich zu Ihnen nach Hause. Um jedoch den veränderten Abläufen gerecht werden zu können, müssen wir unsere telefonische Erreichbarkeit vorerst auf die Zeit von 10.00 bis 18.00 Uhr (samstags 10.00 bis 14.00 Uhr) beschränken.

Rund um die Uhr können Sie selbstverständlich über unsere Internetseite www.kommbuch.com oder per Mail (info@autorenbuchhandlung-marx.de) bestellen.

Das persönliche Gespräch lässt sich natürlich nicht ersetzen! Wir versorgen Sie aber in den kommenden Tag ausnahmsweise mit zusätzlichen Empfehlungen per Mail, neuen Büchern in unseren Fenstern und auf facebook mit kleinen Einblicken in unsere Arbeit hinter den Kulissen.

Wir beliefern Sie weiterhin zu Hause mit dem Fahrrad wenn Sie in erreichbarer Nähe wohnen. Da uns durch die direkte Belieferung zusätzliche Kosten entstehen, bitten wir Sie um Verständnis für die Erhebung einer kleinen Gebühr von € 1,50. Wohnen sie in entfernteren Stadtteilen, schicken wir Ihnen die Bücher gerne per Post mit den üblichen Versandkosten.

Entsprechend der hygienischen Empfehlungen, erfolgt die Bezahlung natürlich bargeldlos: Sie bekommen eine Rechnung und bezahlen dann per Überweisung.

Bleiben Sie bitte gesund!

Ihre Autorenbuchhändler*innen

Demokratie in der Krise II:

Demokratie: Eine gefährdete Lebensform

DIE VERANSTALTUNG HEUTE FINDET STATT

Diskussion mit dem Autor Till van Rahden und Heinz Drügh

Di., 10.3.2020 um 20 Uhr

Ist die Demokratie in der Krise? Bewegt sie sich gar auf ihr Ende zu? Wie können wir uns gegen die vielen schockierenden Angriffe auf sie wehren? Das fragen wir uns nicht erst seit Halle, Hanau und Erfurt.

Die liberale Demokratie, deren Fragilität uns in den letzten Tagen wieder bewusst geworden ist, galt uns zu lange als selbstverständlich. Das ist die Grundthese von Till van Rahdens Essay. Demokratie erschöpft sich nicht mit dem Gang zur Wahlurne oder in Parlamentsdebatten, nicht in Leitartikeln oder Talkshows. Demokratie ist keine bloße Herrschaftsform (die ihrerseits von der Radikalen Demokratietheorie angegriffen wird), sie ist, behauptet van Rahden, vor allem eine Lebensform: Demokratie gründet sich auf bestimmten Umgangsformen, einem Ethos des Zusammenlebens in der sinnlichen Alltagserfahrung von Freiheit und Gleichheit, Solidarität und Streit. Wollen wir mehr sein als unbeholfene Demokraten, müssen wir die Umgangsformen pflegen, die Streitkultur stärken und die öffentlichen Räume ausbauen, die es uns gerade im Alltag ermöglichen, Gleichheit wie Freiheit zu erleben und in der Begegnung mit dem Fremden demokratische Tugenden einzuüben.

Mit Blick auf die Geschichte der Bundesrepublik macht van Rahden deutlich, dass sich Demokratie an ihrer Praxis messen lassen muss. Demokratie. Eine gefährdete Lebensform zählt „zu den besten Büchern des Monats“ (Perlentaucher).

Till van Rahden ist Historiker und lehrt Deutschland- und Europastudien an der Université de Montréal/Kanada.

Heinz Drügh lehrt Literaturwissenschaften und Ästhetik an der Goethe Universität Frankfurt.

Demokratie in der Krise I: Radikale Demokratietheorie

Diskussion und Buchvorstellung mit den HerausgeberInnen und Dirk Jörke

Do., 20.2.2020 um 20 Uhr

Ist die Demokratie in der Krise? Bewegt sie sich gar auf ihr Ende zu? Nicht erst seit der Regierungsbildung in Thüringen müssen wir uns diesen Fragen dringend stellen.

Folgt man Radikalen Demokratietheorien, dann haben wir es nicht mit einer Erschöpfung, sondern mit einer Krise liberaler, repräsentativer Demokratien zu tun: Liberale Demokratien seien nie demokratisch genug gewesen. Erstmals liefert das Suhrkamp-Handbuch einen umfassenden Überblick zu diesen Radikalen Demokratietheorien und zeigt zugleich, dass es mit deren Hilfe möglich ist, rechtspopulistischen Parteien und ihrer perfiden Inanspruch-nahme demokratischer Vokabeln etwas entgegenzusetzen. Bewegungen wie Podemos in Spanien oder Syriza in Griechenland berufen sich auf diese Positionen und fordern gleich-zeitig eine breite, dezentralisierte, jenseits von Wahlen stattfindende Partizipation der BürgerInnen. Ist der Ausgangspunkt von Radikalen Demokratietheorien, in den vielen Widerstandsbewegungen (Frieden, Sexualität, Ökologie etc.) die Wurzel von Demokratie zu sehen, eine Stärke oder Schwäche?

Dagmar Comtesse, Post Doc am Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität, forscht aktuell am Deutschen Historischen Institut in Paris mit den Forschungsschwerpunkten politische Philosophie und französische Aufklärungsphilosophie.

Oliver Flügel-Martinsen, Prof. Dr., lehrt Politische Theorie und Ideengeschichte an der Universität Bielefeld. Jüngste Buchveröffentlichung: Radikale Demokratietheorien zur Einführung, Hamburg: Junius 2020 (im Erscheinen). 

Dirk Jörke ist Professor für Politische Theorie und Ideengeschichte an der TU Darmstadt. Kürzlich ist von ihm Die Größe der Demokratie bei Suhrkamp erschienen (2019).

Franziska Martinsen, PD Dr., Leibniz Universität Hannover, forscht derzeit am Käte Hamburger Kolleg „Recht als Kultur“, Bonn. Jüngste Buchveröffentlichung: Grenzen der Menschenrechte. Bielefeld: Transcript 2019.

Martin Nonhoff ist Professor für Politische Theorie an der Universität Bremen. Er arbeitet unter anderem zur radikalen Demokratietheorie, zu Hegemonie- und Diskurstheorie sowie zu Methoden der Diskursanalyse.

Demokratie in der Krise II, 10.3.2020:

Demokratie: Eine gefährdete Lebensform mit Till van Rahden und Heinz Drügh

Lesung und Gespräch mit Jan Wilm und Miriam Zeh Montag, 10. Februar 2020, 20 Uhr

Winterjahrbuch

Foto © Gabriel Gordon Blackshaw

Love is hard enough without the winter – so das Motto eines Kapitels in Jan Wilms Roman Winterjahrbuch. Der mit dem Autor namensgleiche Philologe macht sich in diesem Debüt auf die Suche nach Schnee, allerdings nicht in den Alpen, nicht in Kanada, nicht im Himalaya, sondern ausgerechnet im palmengesäumten Kalifornien, in Los Angeles. Hier hat nur ein einziges Mal der Schnee-Fotograf Gabriel Gordon Blackshaw den Schnee mit seiner Kamera fixiert. Auf den Spuren dieses Fotografen forscht Wilm dank eines Stipendiums im Getty Center. So zielgerichtet sein Antragsschreiben gewesen sein muss, das Protokoll seines Daseins in Kalifornien atmet einen anderen Geist: In einer äußerst poetischen Sprache, die sich ihrer Konstruktion in jedem Satz bewusst ist, kreist der Roman um eine einsame Figur und um die Dimensionen von Liebe: der Liebe zu Menschen, zur Literatur und zur Literaturwissenschaft – sowie dem Ende aller Liebe, dem Verlust.
Zahlreiche überraschende Verweise in das Winterarchiv der Literatur finden sich hier, denen wir an diesem Abend folgen: Der Schnee fällt nicht hinauf, meinte Robert Walser und Herta Müller notiert: Immer derselbe Schnee und immer derselbe Onkel.

Jan Wilm ist Schriftsteller, Literaturkritiker und Übersetzer u.a. der Werke von Maggie Nelson. Als Literaturwissenschaftler arbeitete er an der Goethe-Universität Frankfurt und am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen, promovierte mit einer Arbeit über J.M. Coetzee, bevor er 2019 mit seinem Roman Winterjahrbuch debütierte.

Miriam Zeh arbeitet nach einem Studium der Musik, Germanistik und Philosophie seit 2018 als freie Literaturkritikerin unter anderem für den Deutschlandfunk und ZEITONLINE und promoviert über Literatur als Arbeit.

Jan Wilm, Winterjahrbuch, Schöffling Verlag 2019, 24 €

Barbara Klemm

49,80 Euro

Im Gespräch mit Andreas Platthaus

Mittwoch 4. Dezember 2019 20 Uhr

Eintritt Frei

Vier Jahrzehnte war Barbara Klemm als Photographin für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ unterwegs, deren legendäre samstägliche Tiefdruckbeilage sie mit ihren Bildern prägte. Wie kaum eine andere deutsche Photographin hat Barbara Klemm das Zeitgeschehen der letzten Jahrzehnte mit der Kamera begleitet. Ihre Aufnahmen sind zu Schlüsselbildern der Weltgeschichte geworden. Ihre Technik: analog, schwarzweiß, ohne Stativ und Blitz, selbstentwickelte Abzüge ohne Beschnitt auf Barytpapier. Sie kann Geschichten mit einem einzigen Bild erzählen — in einer Intensität und Dichte wie kaum jemand sonst.

Zu ihrem 80sten Geburtstag hat Schirmer/Mosel einen opulenten Band mit 212 Photographien aus den Jahren 1969 bis 2019 veröffentlicht, den wir gemeinsam mit Barbara Klemm und Andreas Platthaus feiern möchten.

Barbara Klemm, 1939 in Münster/Westfalen geboren, trat nach einer Ausbildung in einem Portraitatelier in Karlsruhe ab 1959 eine Stelle als Photolaborantin bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung an. Sie belieferte die Redaktion bald mit eigenen Bildern, zunächst in freier Mitarbeit, ab 1970 bis Ende 2005 als festangestellte Redaktionsphotographin für Politik und Feuilleton.

Zahlreiche Ausstellungen wurden Barbara Klemms photographischer Arbeit gewidmet, etwa 1991 anlässlich der Eröffnung des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt a. M., 1999 im Deutschen Historischen Museum in Berlin und 2013 eine Retrospektive im Martin-Gropius-Bau in Berlin. Barbara Klemm wurde u. a. mit dem Dr.-Erich-Salomon-Preis für Photographie, dem Hessischen Kulturpreis und dem Max-Beckmann-Preis der Stadt Frankfurt am Main ausgezeichnet. Im Jahre 2010 wurde sie in den Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste aufgenommen.

Andreas Platthaus, 1966 geboren, studierte in Tübingen Rhetorik, Philosophie und Geschichte. Seit 1997 arbeitet er im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und ist  seit 2016 Chef des Ressorts Literatur und literarisches Leben.

Die Berufsmoral der Banker

Vortrag und Diskussion mit Claudia Czingon

Campus Verlag, 2019, 34,95 €

Moderation: Sidonia Blättler

18. Novembert 2019, 20 Uhr

Prismen – IfS bei marx & co

Seit der Finanzkrise von 2008 sieht sich das Bankenwesen und mit ihm eine ganze Berufsgruppe vielfach der öffentlichen Kritik ausgesetzt. Einiges ist seither unternommen worden, um eine ähnliche Katastrophe in Zukunft zu verhindern – auch von den Finanzakteuren selbst. Neben neuen politischen Regulierungsinstrumenten sind in den Banken auch eine Reihe von Selbstregulierungsmaßnahmen in Form von Wertekatalogen und Verhaltensstandards entwickelt und eingesetzt worden. Doch welche Spielräume lassen die strukturellen Handlungszwänge im Finanzwesen zu? Claudia Czingon hat mit verschiedenen Akteuren und einigen wenigen Akteurinnen aus dem heterogenen Feld des Banken- und Finanzwesens qualitative Interviews durchgeführt. Sie analysiert ihr berufliches Selbstverständnis, ihre Sichtweisen und moralischen Handlungsorientierungen, sie fragt danach, inwiefern die Erfahrungen der Finanzkrise ihr berufliches Selbstverständnis verändert haben, und sie erkundet Potentiale und Grenzen der normativen Selbstregulierung im Finanzsystem.  Hintergrund des Vortrags bildet das jüngst in der Schriftenreihe des IfS erschienene Buch von Claudia Czingon: Die Berufsmoral der Banker. Potentiale und Grenzen finanzwirtschaftlicher Selbstregulierung. Frankfurt am Main und New York: Campus 2019.

Claudia Czingon, Dr. phil., ist Soziologin und seit 2018 verantwortliche Redakteurin des Leviathan – Berliner Zeitschrift für Sozialwissenschaft am Wissenschaftszentrum Berlin. Zu Fragen von Moral und Verantwortung im Bankenwesen hat Claudia Czingon neben der genannten Monografie Die Berufsmoral der Banker eine Reihe von Aufsätzen veröffentlicht, u. a.: mehrere Beiträge (zusammen mit Sighard Neckel) in: Claudia Honegger, Sighard Neckel und Chantal Magnin (Hg.): Strukturierte Verantwortungslosigkeit. Berichte aus der Bankenwelt. Berlin: Suhrkamp 2010; Banking in gesellschaftlicher Verantwortung? Zur Berufsmoral im Finanzwesen (zusammen mit Sighard Neckel), in: WestEnd. Neue Zeitschrift für Sozialforschung 1/2015, 71–84.

Sidonia Blättler, Dr., ist Philosophin und  seit 2006 Wissenschaftliche Referentin am Institut für Sozialforschung, Mitherausgeberin und Redakteurin von WestEnd. Neue Zeitschrift für Sozialforschung,  und Redakteurin der IfS-Schriftenreihe Frankfurter Beiträge zur Soziologie und Sozialphilosophie.

Norwegen – das glückliche Land und seine Literatur

Montag, 23. September 2019, 20 Uhr

Veranstaltung mit Frederike Felcht, Radka Stahr und Ruthard Stäblein

Das diesjährige Gastland der Buchmesse Norwegen hat trotz seiner nur fünf Millionen Einwohner schon drei Literaturnobelpreisträger hervorgebracht. Nun scheint ein neues goldenes Zeitalter norwegischer Literatur angebrochen zu sein, und so gibt es auch wieder einen ernsthaften Anwärter auf diese höchste Auszeichnung, den Autor Jan Fosse. Daneben feiern Maja Lunde oder Karl Ove Knausgård internationale Erfolge. Die Literatur unserer nördlichen Nachbarn lohnt es folglich, dass wir uns mit ihrer Geschichte und ihren Neuerscheinungen beschäftigen.

Ausgehend von der Blütezeit um 1900, von Knut Hamsun, Henrik Ibsen und Alexander Kielland, diskutieren die beiden Skandinavistinnen Frederike Felcht und Radka Stahr gemeinsam mit dem Moderator Ruthard Stäblein die wichtigsten Neuerscheinungen und beleuchten typische Aspekte dieser Literatur – wie etwa das autofiktionale Schreiben. Diskutiert werden u.a. die neuesten Romane von Tomas Espedal, Stig Sæterbakken und Mona Høvring  sowie die Graphic Novel von Marta Breen und Jenny Jordahl.

Prof. Dr. Frederike Felcht ist Juniorprofessorin am Institut für Skandinavistik in Frankfurt am Main. Ihr aktueller Forschungsschwerpunkt liegt in der Literatur von 1850 bis 1950.

Mgr. Radka Stahr, Ph.D. studierte Skandinavistik und Germanistik an der Karlsuniversität in Prag, 2018 beendete sie ihre Doktorarbeit über den Einfluss der bildenden Kunst auf das Werk von Karen Blixen und arbeitet aktuell als Juniorprofessorin in der Skandinavistik an der Universität Frankfurt. 

Ruthard Stäblein studierte in Deutschland und Frankreich Germanistik, Romanistik, Komparatistik und Philosophie und beendete sein Studium mit einer Arbeit über Benjamin und Baudelaire an der Sorbonne. Bekannt geworden ist er als Redakteur für den Hessischen Rundfunk und die ARD. Das Gastland Norwegen und seine Autoren hat er schon vor der Buchmesse besucht

Endlich Bilderbuchferien!

In den Sommerferien lesen wir Bilderbücher vor.

Dienstags um 16 Uhr und Donnerstags um 10 Uhr.

Für Kindergarten- und Grundschulkinder

Di. 9. Juli 2019, 16 Uhr


Stephanie Schneider
Die Bademeisterbande
Tulipan Verlag
ab 7 Jahre

Do. 11. Juli 2019, 10 Uhr


Wade Bradford / Kevin Hawkes
Wer schnarcht im 13. Stock
Orell Füssli Verlag
Ab 3 Jahre

Di. 16. Juli 2019, 16 Uhr


Katja Gehrmann
Stadtbär
Moritz Verlag
ab 6 Jahre

Do. 18. Juli 2019, 10 Uhr


Lucy Rowland
Wo ist meine Kuscheldecke
Oetinger Verlag
ab 4 Jahre

Di. 23. Juli 2019, 16 Uhr

Jory John
Roberta & Henry
Carlsen Verlag
ab 4 Jahre

Do. 25. Juli 2019, 10 Uhr

Nini Alaska
Hollie & Fux
Tulipan Verlag
ab 4 Jahre

Di. 30. Juli 2019, 16 Uhr

Kerstin Hau
Das Dunkle und das Helle
NordSüd Verlag
ab 4 Jahre

Do. 1. August 2019, 10 Uhr

Jörg Isermeyer
Dieses Tier bleibt jetzt hier
Beltz Verlag
ab 3 Jahre

Wir freuen uns auf Euch.

Schöne Ferien wünschen die Buchhändler*innen aus der autorenbuchhandlung marx&co!

Helfen zwischen Solidarität und Wohltätigkeit

Thomas Gebauer und Christine Unrau im Gespräch mit Greta Wagner

Montag, 8. Juli 2019, 20 Uhr

Prismen – Institut für Sozialforschung bei marx & co

Helfen wird aus einer gesellschaftskritischen Perspektive häufig als unpolitisch oder partikular kritisiert. Es stabilisiere den Status quo, reproduziere symbolische Ungleichheiten und trage nicht zu grundlegenden sozialen Transformationen bei. Wenn Akteur_innen in sozialen Bewegungen »Solidarity, not Charity!« skandieren, meinen sie damit, dass die Unterstützung für marginalisierte Gruppen keine Frage der Barmherzigkeit, sondern des gemeinsamen Kampfes ist. Während wohltätiges Helfen nur die Akte des Gebens und Empfangens umfasst, setzt solidarisches Helfen Reziprozität und Vergemeinschaftung voraus. Wie aber kann Gegenseitigkeit zwischen Helfer_innen und Hilfsempfänger_innen mit ungleicher Ressourcenausstattung gelingen? Diese Fragen treiben Aktive in der kritischen Entwicklungszusammenarbeit, Engagierte in der Unterstützung für Geflüchtete ebenso um wie Sozialwissenschaftler_innen.

Hintergrund des Gesprächs bildet der Themenschwerpunkt »Helfen zwischen Solidarität und Wohltätigkeit« (hg. von Greta Wagner) in WestEnd. Neue Zeitschrift für Sozialforschung 1/2019.

Thomas Gebauer ist Menschenrechtsaktivist und Autor. Er studierte Psychologie und Soziologie in Frankfurt, war von 1996 bis 2018 Geschäftsführer der Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international und ist seit 2018 Sprecher von deren Stiftung. Thomas Gebauer war einer der beiden Initiatoren der 1997 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten »Internationalen Kampagne zum Verbot von Landminen«. Kürzlich ist von ihm (zusammen mit Ilija Trojanow) das Buch erschienen: Hilfe? Hilfe! Wege aus der globalen Krise. Frankfurt am Main: Fischer 2018.

Christine Unrau ist Forschungsbereichsleiterin am Käte Hamburger Kolleg/Centre for Global Cooperation Research an der Universität Duisburg-Essen. Sie studierte Regionalwissenschaften Lateinamerika an der Universität zu Köln, wo sie 2017 mit ihrer Dissertation Erfahrung und Engagement. Motive, Formen und Ziele der Globalisierungskritik (Bielefeld 2018: transcript) promoviert wurde. Sie forscht zu Humanitarismus und Mitleid sowie zu politischen Bewegungen im Kontext der Globalisierung.

Greta Wagner ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Exzellenzcluster »Die Herausbildung normativer Ordnungen« an der Goethe-Universität Frankfurt a. M. und Member am Institute for Advanced Study in Princeton. Sie studierte Soziologie an der Freien Universität Berlin und an der Goethe-Universität Frankfurt a. M., wo sie 2014 promoviert wurde. In ihrem laufenden Forschungsprojekt befasst sie sich mit Fragen der Normativität von Solidarität und Wohltätigkeit. Greta Wagner ist Autorin von: Selbstoptimierung. Praxis und Kritik von Neuroenhancement. Frankfurt a. M. und New York: Campus 2017.