Veranstaltungen

124 Beiträge

Barbara Klemm

49,80 Euro

Im Gespräch mit Andreas Platthaus

Mittwoch 4. Dezember 2019 20 Uhr

Eintritt Frei

Vier Jahrzehnte war Barbara Klemm als Photographin für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ unterwegs, deren legendäre samstägliche Tiefdruckbeilage sie mit ihren Bildern prägte. Wie kaum eine andere deutsche Photographin hat Barbara Klemm das Zeitgeschehen der letzten Jahrzehnte mit der Kamera begleitet. Ihre Aufnahmen sind zu Schlüsselbildern der Weltgeschichte geworden. Ihre Technik: analog, schwarzweiß, ohne Stativ und Blitz, selbstentwickelte Abzüge ohne Beschnitt auf Barytpapier. Sie kann Geschichten mit einem einzigen Bild erzählen — in einer Intensität und Dichte wie kaum jemand sonst.

Zu ihrem 80sten Geburtstag hat Schirmer/Mosel einen opulenten Band mit 212 Photographien aus den Jahren 1969 bis 2019 veröffentlicht, den wir gemeinsam mit Barbara Klemm und Andreas Platthaus feiern möchten.

Barbara Klemm, 1939 in Münster/Westfalen geboren, trat nach einer Ausbildung in einem Portraitatelier in Karlsruhe ab 1959 eine Stelle als Photolaborantin bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung an. Sie belieferte die Redaktion bald mit eigenen Bildern, zunächst in freier Mitarbeit, ab 1970 bis Ende 2005 als festangestellte Redaktionsphotographin für Politik und Feuilleton.

Zahlreiche Ausstellungen wurden Barbara Klemms photographischer Arbeit gewidmet, etwa 1991 anlässlich der Eröffnung des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt a. M., 1999 im Deutschen Historischen Museum in Berlin und 2013 eine Retrospektive im Martin-Gropius-Bau in Berlin. Barbara Klemm wurde u. a. mit dem Dr.-Erich-Salomon-Preis für Photographie, dem Hessischen Kulturpreis und dem Max-Beckmann-Preis der Stadt Frankfurt am Main ausgezeichnet. Im Jahre 2010 wurde sie in den Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste aufgenommen.

Andreas Platthaus, 1966 geboren, studierte in Tübingen Rhetorik, Philosophie und Geschichte. Seit 1997 arbeitet er im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und ist  seit 2016 Chef des Ressorts Literatur und literarisches Leben.

Die Berufsmoral der Banker

Vortrag und Diskussion mit Claudia Czingon

Campus Verlag, 2019, 34,95 €

Moderation: Sidonia Blättler

18. Novembert 2019, 20 Uhr

Prismen – IfS bei marx & co

Seit der Finanzkrise von 2008 sieht sich das Bankenwesen und mit ihm eine ganze Berufsgruppe vielfach der öffentlichen Kritik ausgesetzt. Einiges ist seither unternommen worden, um eine ähnliche Katastrophe in Zukunft zu verhindern – auch von den Finanzakteuren selbst. Neben neuen politischen Regulierungsinstrumenten sind in den Banken auch eine Reihe von Selbstregulierungsmaßnahmen in Form von Wertekatalogen und Verhaltensstandards entwickelt und eingesetzt worden. Doch welche Spielräume lassen die strukturellen Handlungszwänge im Finanzwesen zu? Claudia Czingon hat mit verschiedenen Akteuren und einigen wenigen Akteurinnen aus dem heterogenen Feld des Banken- und Finanzwesens qualitative Interviews durchgeführt. Sie analysiert ihr berufliches Selbstverständnis, ihre Sichtweisen und moralischen Handlungsorientierungen, sie fragt danach, inwiefern die Erfahrungen der Finanzkrise ihr berufliches Selbstverständnis verändert haben, und sie erkundet Potentiale und Grenzen der normativen Selbstregulierung im Finanzsystem.  Hintergrund des Vortrags bildet das jüngst in der Schriftenreihe des IfS erschienene Buch von Claudia Czingon: Die Berufsmoral der Banker. Potentiale und Grenzen finanzwirtschaftlicher Selbstregulierung. Frankfurt am Main und New York: Campus 2019.

Claudia Czingon, Dr. phil., ist Soziologin und seit 2018 verantwortliche Redakteurin des Leviathan – Berliner Zeitschrift für Sozialwissenschaft am Wissenschaftszentrum Berlin. Zu Fragen von Moral und Verantwortung im Bankenwesen hat Claudia Czingon neben der genannten Monografie Die Berufsmoral der Banker eine Reihe von Aufsätzen veröffentlicht, u. a.: mehrere Beiträge (zusammen mit Sighard Neckel) in: Claudia Honegger, Sighard Neckel und Chantal Magnin (Hg.): Strukturierte Verantwortungslosigkeit. Berichte aus der Bankenwelt. Berlin: Suhrkamp 2010; Banking in gesellschaftlicher Verantwortung? Zur Berufsmoral im Finanzwesen (zusammen mit Sighard Neckel), in: WestEnd. Neue Zeitschrift für Sozialforschung 1/2015, 71–84.

Sidonia Blättler, Dr., ist Philosophin und  seit 2006 Wissenschaftliche Referentin am Institut für Sozialforschung, Mitherausgeberin und Redakteurin von WestEnd. Neue Zeitschrift für Sozialforschung,  und Redakteurin der IfS-Schriftenreihe Frankfurter Beiträge zur Soziologie und Sozialphilosophie.

Norwegen – das glückliche Land und seine Literatur

Montag, 23. September 2019, 20 Uhr

Veranstaltung mit Frederike Felcht, Radka Stahr und Ruthard Stäblein

Das diesjährige Gastland der Buchmesse Norwegen hat trotz seiner nur fünf Millionen Einwohner schon drei Literaturnobelpreisträger hervorgebracht. Nun scheint ein neues goldenes Zeitalter norwegischer Literatur angebrochen zu sein, und so gibt es auch wieder einen ernsthaften Anwärter auf diese höchste Auszeichnung, den Autor Jan Fosse. Daneben feiern Maja Lunde oder Karl Ove Knausgård internationale Erfolge. Die Literatur unserer nördlichen Nachbarn lohnt es folglich, dass wir uns mit ihrer Geschichte und ihren Neuerscheinungen beschäftigen.

Ausgehend von der Blütezeit um 1900, von Knut Hamsun, Henrik Ibsen und Alexander Kielland, diskutieren die beiden Skandinavistinnen Frederike Felcht und Radka Stahr gemeinsam mit dem Moderator Ruthard Stäblein die wichtigsten Neuerscheinungen und beleuchten typische Aspekte dieser Literatur – wie etwa das autofiktionale Schreiben. Diskutiert werden u.a. die neuesten Romane von Tomas Espedal, Stig Sæterbakken und Mona Høvring  sowie die Graphic Novel von Marta Breen und Jenny Jordahl.

Prof. Dr. Frederike Felcht ist Juniorprofessorin am Institut für Skandinavistik in Frankfurt am Main. Ihr aktueller Forschungsschwerpunkt liegt in der Literatur von 1850 bis 1950.

Mgr. Radka Stahr, Ph.D. studierte Skandinavistik und Germanistik an der Karlsuniversität in Prag, 2018 beendete sie ihre Doktorarbeit über den Einfluss der bildenden Kunst auf das Werk von Karen Blixen und arbeitet aktuell als Juniorprofessorin in der Skandinavistik an der Universität Frankfurt. 

Ruthard Stäblein studierte in Deutschland und Frankreich Germanistik, Romanistik, Komparatistik und Philosophie und beendete sein Studium mit einer Arbeit über Benjamin und Baudelaire an der Sorbonne. Bekannt geworden ist er als Redakteur für den Hessischen Rundfunk und die ARD. Das Gastland Norwegen und seine Autoren hat er schon vor der Buchmesse besucht

Endlich Bilderbuchferien!

In den Sommerferien lesen wir Bilderbücher vor.

Dienstags um 16 Uhr und Donnerstags um 10 Uhr.

Für Kindergarten- und Grundschulkinder

Di. 9. Juli 2019, 16 Uhr


Stephanie Schneider
Die Bademeisterbande
Tulipan Verlag
ab 7 Jahre

Do. 11. Juli 2019, 10 Uhr


Wade Bradford / Kevin Hawkes
Wer schnarcht im 13. Stock
Orell Füssli Verlag
Ab 3 Jahre

Di. 16. Juli 2019, 16 Uhr


Katja Gehrmann
Stadtbär
Moritz Verlag
ab 6 Jahre

Do. 18. Juli 2019, 10 Uhr


Lucy Rowland
Wo ist meine Kuscheldecke
Oetinger Verlag
ab 4 Jahre

Di. 23. Juli 2019, 16 Uhr

Jory John
Roberta & Henry
Carlsen Verlag
ab 4 Jahre

Do. 25. Juli 2019, 10 Uhr

Nini Alaska
Hollie & Fux
Tulipan Verlag
ab 4 Jahre

Di. 30. Juli 2019, 16 Uhr

Kerstin Hau
Das Dunkle und das Helle
NordSüd Verlag
ab 4 Jahre

Do. 1. August 2019, 10 Uhr

Jörg Isermeyer
Dieses Tier bleibt jetzt hier
Beltz Verlag
ab 3 Jahre

Wir freuen uns auf Euch.

Schöne Ferien wünschen die Buchhändler*innen aus der autorenbuchhandlung marx&co!

Helfen zwischen Solidarität und Wohltätigkeit

Thomas Gebauer und Christine Unrau im Gespräch mit Greta Wagner

Montag, 8. Juli 2019, 20 Uhr

Prismen – Institut für Sozialforschung bei marx & co

Helfen wird aus einer gesellschaftskritischen Perspektive häufig als unpolitisch oder partikular kritisiert. Es stabilisiere den Status quo, reproduziere symbolische Ungleichheiten und trage nicht zu grundlegenden sozialen Transformationen bei. Wenn Akteur_innen in sozialen Bewegungen »Solidarity, not Charity!« skandieren, meinen sie damit, dass die Unterstützung für marginalisierte Gruppen keine Frage der Barmherzigkeit, sondern des gemeinsamen Kampfes ist. Während wohltätiges Helfen nur die Akte des Gebens und Empfangens umfasst, setzt solidarisches Helfen Reziprozität und Vergemeinschaftung voraus. Wie aber kann Gegenseitigkeit zwischen Helfer_innen und Hilfsempfänger_innen mit ungleicher Ressourcenausstattung gelingen? Diese Fragen treiben Aktive in der kritischen Entwicklungszusammenarbeit, Engagierte in der Unterstützung für Geflüchtete ebenso um wie Sozialwissenschaftler_innen.

Hintergrund des Gesprächs bildet der Themenschwerpunkt »Helfen zwischen Solidarität und Wohltätigkeit« (hg. von Greta Wagner) in WestEnd. Neue Zeitschrift für Sozialforschung 1/2019.

Thomas Gebauer ist Menschenrechtsaktivist und Autor. Er studierte Psychologie und Soziologie in Frankfurt, war von 1996 bis 2018 Geschäftsführer der Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international und ist seit 2018 Sprecher von deren Stiftung. Thomas Gebauer war einer der beiden Initiatoren der 1997 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten »Internationalen Kampagne zum Verbot von Landminen«. Kürzlich ist von ihm (zusammen mit Ilija Trojanow) das Buch erschienen: Hilfe? Hilfe! Wege aus der globalen Krise. Frankfurt am Main: Fischer 2018.

Christine Unrau ist Forschungsbereichsleiterin am Käte Hamburger Kolleg/Centre for Global Cooperation Research an der Universität Duisburg-Essen. Sie studierte Regionalwissenschaften Lateinamerika an der Universität zu Köln, wo sie 2017 mit ihrer Dissertation Erfahrung und Engagement. Motive, Formen und Ziele der Globalisierungskritik (Bielefeld 2018: transcript) promoviert wurde. Sie forscht zu Humanitarismus und Mitleid sowie zu politischen Bewegungen im Kontext der Globalisierung.

Greta Wagner ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Exzellenzcluster »Die Herausbildung normativer Ordnungen« an der Goethe-Universität Frankfurt a. M. und Member am Institute for Advanced Study in Princeton. Sie studierte Soziologie an der Freien Universität Berlin und an der Goethe-Universität Frankfurt a. M., wo sie 2014 promoviert wurde. In ihrem laufenden Forschungsprojekt befasst sie sich mit Fragen der Normativität von Solidarität und Wohltätigkeit. Greta Wagner ist Autorin von: Selbstoptimierung. Praxis und Kritik von Neuroenhancement. Frankfurt a. M. und New York: Campus 2017.

Theater als politische Klimaanlage – Karlheinz Braun im Gespräch mit Marion Victor und Wolfgang Schopf

Montag, 24. Juni 2019, 20 Uhr

Karlheinz Braun. Herzstücke. Leben mit Autoren
Schöffling & Co, 32 €

Niemand hat das deutschsprachige Theater der vergangenen sechzig Jahre so intensiv begleitet wie Karlheinz Braun. Von der Frankfurter “neuen bühne” mit ihren Uraufführungen von Günter Grass bis Nelly Sachs ging er 1959 in den Suhrkamp Verlag, wo er den Theaterverlag aufbaute. Karlheinz Braun gehörte zu dem legendären Lektorat, das 1968 den Suhrkamp Verlag nach dem “Aufstand der Lektoren” verließ und den Verlag der Autoren gründete, der in den nächsten Jahrzehnten zur wichtigsten Adresse deutscher Theater- & Filmautoren werden sollte. “Herzstücke” ist der Blick zurück des leidenschaftlichen Theatermenschen Karlheinz Braun. Er erzählt die Geschichten von über hundert Autoren wie Botho Strauß, Dea Loher, Heiner Müller, Rainer Werner Fassbinder, Thea Dorn, Wim Wenders & F. K. Waechter.

Fundus.  Das Buch vom Verlag der Autoren 1969-2019.   Herausgegeben von Marion Victor und Wolfgang Schopf.
Verlag der Autoren, 39 €

Ein anderes Jubiläumsbuch zum 50. Geburtstag des Verlags der Autoren ist gerade erschienen: Die Herausgeber Marion Victor (1989 bis 2010 Geschäftsführerin des Verlags der Autoren) und Wolfgang Schopf (Literaturarchiv der Goethe-Universität) sind tief in den Verlags-Fundus gestiegen und dokumentieren mit Zitaten, Ausschnitten, Faksimiles und Fotos Jahr für Jahr bis heute die wichtigsten Geschehnisse. Aus 2372 Schnipseln setzen sie das Gesamtbild dieses Verlages zusammen, der wie kaum ein anderer die politischen und ästhetischen Debatten eines halben Jahrhunderts widerspiegelt.

Veranstaltung

Schäfchen im Trockenen – Autorin Anke Stelling im Gespräch

Mittwoch, 5.Juni 2019, 20 Uhr

Verbrecher Verlag, 22 €

Freunde halten zusammen. Auf sie kann man sich verlassen. Bis Resi den Bogen überspannt. Freunde sagen einander immer die Wahrheit. Aber wie viel Wahrheit verträgt eine Freundschaft? Und beim Geld hört ja die Freundschaft bekanntlich ohnehin auf.

Als die Schriftstellerin Resi ein Buch über ihren Freundeskreis, gemäßigt links und gut situiert, veröffentlicht, wirft einer dieser Freunde sie und ihre fünfköpfige Familie kurzerhand aus ihrer Wohnung.  Daraufhin findet sich Resi zwischen materialistischen Sachzwängen und der Macht und Ohnmacht des Erzählens wieder.

Anke Stelling wurde für Schäfchen im Trockenen mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. Zum Thema Schreibprozess sagt sie selbst: „Wenn ich versuche, von mir abzusehen, bleibt auch für andere nichts übrig“. Mit Blick auf ihren aktuellen Roman, möchten wir mit der Autorin über das Verhältnis von Subjektivität, Ökonomie und Schreiben sprechen.

Anke Stelling, 1971 in Ulm geboren, absolvierte ein Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Sie stand mit ihrem im Verbrecher Verlag erschienenen Roman Bodentiefe Fenster (2015) auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2015. 2017 erschien ihr Roman Fürsorge im Verbrecher Verlag. Ihr neuster Roman Schäfchen im Trockenen (2018) wurde mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2019 ausgezeichnet. Im Juni 2019 erhält sie den Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg.

Frankfurter Stadtansichten, Frankfurter Wohnlandschaften – Mit Niklas Maak durch Mosebachs Roman Westend

Donnerstag, 16. Mai 2019, 20 Uhr

Im Rahmen von Frankfurt liest ein Buch

Seit den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ist Frankfurt Mittelpunkt wichtiger Architekturentscheidungen, nicht nur für die Wohnungsbaupolitik. Die neue Frankfurter Altstadt ist nur ein Kapitel unter vielen. Martin Mosebachs Roman Westend lässt uns eintauchen in die unmittelbare Nachkriegszeit, als noch in Trümmern lag, was heute wieder aufgebaut wird.

Mit den Wohnformen stehen immer auch Identitätsentwürfe und Gesellschaftsformen zur  Debatte, die Mosebach in seinem Roman genauestens beschreibt und die wir mit dem Architektur­kritiker Niklas Maak diskutieren möchten.

Seit einigen Jahren fordert Niklas Maak, neue Häuser zu planen, die nicht mehr nur auf die  Kleinfamilie zugeschnitten sind, sondern den neuen ökonomischen wie ökologischen Anforderungen und Lebensformen gerecht werden.

Während Mosebachs Roman historische Ereignisse wie etwa die Hausbesetzung im Westend ausklammert, rückt er dennoch in den Fokus, was heute wieder heftig debattiert wird: Wie wollen wir wohnen und zusammenleben?

Niklas Maak ist Redakteur der FAZ und leitet zusammen mit Julia Voss das Kunstressort. Sein Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Architektur beendete er mit einer Dissertation zu Le Corbusier und Paul Valéry. Neben seiner Lehrtätigkeit in Harvard, Berlin und Frankfurt publiziert er regelmäßig zur Architektur und ist für seine Essays mit dem Henri-Nannen-Preis ausge­zeichnet worden.

Veranstaltung

Pro-europäischer Aktivismus Chancen und Grenzen

Diskussionsabend mit Sandra Seubert und Claus Leggewie

Montag 6. Mai 2019, 20.00 Uhr

In Bezug auf Europa wird nicht mehr nur von anti-europäischen Kräften mobilisiert. Im Gegenteil: pro-europäische Bewegungen erinnern inzwischen über nationale Grenzen hinweg an das Versprechen, das mit der Einführung eines Europäischen Bürgerschafts-Status im Maastrichter Vertrag von 1992 verbunden war: das Europäische Projekt ist nicht allein Sache der Staaten, sondern der BürgerInnen Europas selbst. Im Vorfeld der Europawahl wollen wir an diesem Diskussionsabend Chancen und Grenzen eines pro-europäischen Aktivismus und Forderungen nach einer demokratischen „Neugründung“ erörtern.

Sandra Seubert, Prof. Dr., ist Professorin für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Politische Theorie an der Goethe-Universität sowie Goethe-Fellow am Forschungskolleg Humanwissenschaften, wo sie zu Perspektiven Europäischer Bürgerschaft arbeitet.

Claus Leggewie, Prof. Dr., ist Politikwissenschaftler, war u.a. von 2007 bis 2017 Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen, ist Inhaber der Ludwig-Börne-Professur an der Uni Gießen und Mitherausgeber der »Blätter für deutsche und internationale Politik«.



Vater – Mutter – Kind: Hat die familiale Triade als Sozialisationsmodell ausgedient?

Campus Verlag, 14 €

Vera King, Kai-Olaf Maiwald und Sarah Mühlbacher im Gespräch mit Ferdinand Sutterlüty

Montag, 29. April 2019, 20 Uhr

Prismen – Institut für Sozialforschung bei Marx & Co

In der Psychoanalyse, der Entwicklungspsychologie sowie in der strukturalen Familiensoziologie sind die grundlegenden sozialisationstheoretischen Konzepte bis heute stark am Modell der familialen Triade orientiert. Die Entwicklung des Kindes und seine psychische Struktur werden demnach von nichts anderem so geprägt wie von den Bindungen an und den Konflikten mit genau zwei Personen: Mutter und Vater. Dieses Modell wird in der Prismen-Veranstaltung kontrovers diskutiert.
Das Spektrum der Positionen reicht von einer Verteidigung reformierter Versionen einer grundsätzlich triadischen beziehungsweise triangulierten Struktur von Sozialisation bis hin zu der Auffassung, dass starke triadische Vorannahmen sozialisationstheoretisch ungerechtfertigt, sozial schädlich und daher zu verabschieden sind. Angesichts der Pluralisierung der Familienformen stellt sich die brisante Frage, ob und inwiefern die Sozialisationstheorie, das Familienrecht und die entsprechenden Politikfelder weiterhin am Modell der familialen Triade festhalten können.
Hintergrund des Gesprächs bildet der Themenschwerpunkt »Sozialisation und familiale Triade« in WestEnd. Neue Zeitschrift für Sozialforschung 1/2018.

Vera King ist Professorin für Soziologie und psychoanalytische Sozialpsychologie an der Goethe-Universität und Direktorin des Sigmund-Freud-Instituts in Frankfurt am Main. Sie ist durch viel beachtete Publikationen im Bereich der Adoleszenzforschung hervorgetreten und beschäftigt sich seit einigen Jahren mit den destruktiven Folgen von Optimierungs- und Perfektionierungserwartungen.

Kai-Olaf Maiwald ist Professor für Mikrosoziologie und qualitative Methoden an der Universität Osnabrück. Er ist Mitglied des Kollegiums am Institut für Sozialforschung und leitet dort gemeinsam mit Sarah Speck das Teilprojekt »Paradoxien der Gleichheit in Eltern-Kind-Beziehungen« im Rahmen des von der VolkswagenStiftung geförderten Forschungsverbunds »Verhandlungsformen normativer Paradoxien«.

Sarah Mühlbacher ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Soziologie mit dem Schwerpunkt Familien- und Jugendsoziologie an der Goethe-Universität sowie im Teilprojekt »Paradoxien des Kindeswohls« im Rahmen des von der VolkswagenStiftung geförderten Forschungsverbunds »Verhandlungsformen normativer Paradoxien« am Institut für Sozialforschung.

Ferdinand Sutterlüty ist Professor für Soziologie mit dem Schwerpunkt Familien- und Jugendsoziologie an der Goethe-Universität und kommissarischer Direktor des Instituts für Sozialforschung. Am Institut leitet er das Teilprojekt »Paradoxien des Kindeswohls« im Rahmen des von der VolkswagenStiftung geförderten Forschungsverbunds »Verhandlungsformen normativer Paradoxien«.

Das überforderte Subjekt – Psychisches und soziales Leiden in einer Kultur der Selbstoptimierung

Buchvorstellung mit Sabine Flick, Thomas Fuchs, Lukas Iwer, Vera King

Montag, 8. April 2019, 20 Uhr

Suhrkamp Verlag 22 €

Erschöpfung, Burn-out, Depression: Ist das moderne Subjekt überfordert? – Zusammenhänge zwischen psychischen Erkrankungen und einer beschleunigten Gesellschaft werden häufig postuliert. Anlass dazu geben etwa die Statistiken der deutschen Krankenkassen über eine dramatische Zunahme von psychischen Störungen in den letzten Jahrzehnten. Als mögliche Ursachen werden Leistungsverdichtung und Beschleunigung der Arbeitsprozesse, fortschreitende Digitalisierung, steigende Mobilität und vermehrter Konkurrenzdruck genannt.
In dem Band „Das überforderte Subjekt – Zeitdiagnosen einer beschleunigten Gesellschaft“ werden diese Phänomene aus philosophischer, soziologischer, psychologischer und psychotherapeutischer Sicht analysiert. Inwiefern kann die Depression als eine Zeitkrankheit verstanden werden? Welche Rolle spielt die Kultur der (Selbst-)Optimierung? Trägt die Psychotherapie dazu bei, indem sie die Verantwortung für psychische Leiden den Individuen selbst zuschreibt?

Sabine Flick, Dr. phil., Soziologin und Supervisorin, Vertretungsprofessorin am Institut für Soziologie der Goethe-Universität Frankfurt/M. und assoziierte Wissenschaftlerin am Institut für Sozialforschung.

Thomas Fuchs, Prof. Dr. med. Dr. phil., ist Karl Jaspers-Professor für Philosophische Grundlagen der Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Heidelberg.

Lukas Iwer, M.Sc. M.A., ist Psychotherapeut in Ausbildung am Frankfurter Psychoanalytischen Institut und promoviert am Universitätsklinikum Heidelberg.

Vera King, Prof. Dr. phil., ist Professorin für Soziologie und psychoanalytische Sozialpsychologie an der Goethe-Universität Frankfurt/M. und Direktorin des Sigmund-Freud-Instituts.