Verlängerte Öffnungszeiten an den Adventssamstagen

 

 

 

Liebe KundInnen,

an allen Adventssamstagen haben wir von 9 bis 18 Uhr geöffnet, an den Wochentagen wie üblich zwischen 9 und 19 Uhr.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Ihre AutorenbuchhändlerInnen

Buchempfehlung

Albertine Sarrazin – Der Ausbruch

Deutsch von Claudia Steinitz

INK Press, 26 €
978-3-906811-08-6

Als Albertine Sarrazin mit 29 Jahren starb, hatte sie einen Großteil ihres Lebens hinter Gittern verbracht. Ihre Romane hatten für ein Aufsehen gesorgt, das sie in ganz Frankreich und über seine Grenzen hinaus bekannt machte. Die Neuübersetzung von Der Ausbruch durch Claudia Steinitz ist dazu angetan dieses großartige Buch erneut ins Gespräch zu bringen.

Anick Damien, die Protagonistin des Romans, sitzt (nicht zum ersten Mal) wegen Juwelendiebstahls und Hehlerei hinter Gittern. Der Ausbruch stellt ihre Aufzeichnungen während eines Teils dieser Haftzeit dar. Sie erzählen von den Verhältnissen, Freund- und Feindschaften im Gefängnis und vor Gericht. Die Arbeit an diesem Roman wie an all ihren anderen hat Albertine Sarrazin selbst im Gefängnis begonnen. Ob man darin den Grund für seine Tiefe und brutale Ehrlichkeit sehen will, bleibt den LeserInnen selbst überlassen.

Anick schreibt nicht zum Zeitvertreib, nicht um die Haftzeit zu verkürzen oder sie für sich nutzbar zu machen. Ihr Schreiben ist an sich schon ein Ausbruch, ein Widerstand. Doch ist es kein eskapistischer Akt: Ihre ausufernden Sprachbilder täuschen nicht über die Trostlosigkeit und die Brutalität des Knastes hinweg, sondern arbeiten sich an ihr ab, sind vielleicht der Versuch, die Gefängnismauern aufzulösen. So wie ihre Ausbruchspläne sich ausschließlich auf die Dicke der Gitterstäbe, die Höhe der Wände und die Scherben auf der Außenmauer konzentrieren, so konzentriert sich auch das Schreiben im Gefängnis auf nichts als das Eingeschlossensein, das Limitierte, auf den Alltag im Knast. Woraus kann ich mir eine Pinzette formen, und wo verwahre ich sie so, dass sie nicht entdeckt und konfisziert wird? Wie kann ich mich gegen meine Mitgefangenen in dem nervenzerreißenden Spiel zwischen Unterwürfigkeit und Selbstbehauptung durchsetzen?

Anicks Schreiben und ihre immer wieder neuen Pläne, dem Gefängnis zu entkommen, sind zwei der drei großen Freiräume im Dasein der Gefangenen. Der dritte ist die Liebe, denn Der Ausbruch ist auch ein Liebesroman. So unbeschränkt und radikal wie der Wille der Protagonistin ist ihre Liebe zu ihrem Freund Zizi. Und immer wieder scheint auch das Bedürfnis nach Nähe und engster Freundschaft zwischen ihr und ihren Mitgefangenen auf.

Der alles bestimmende Ausbruch meint zugleich das Entkommen aus den Mauern des Gefängnisses und den Ausbruch des Vulkans, der zum Bruch mit den Verhältnissen führt, verweist auf die Einbrüche, die Anick und Zizi in den Knast gebracht haben, und auf die schmerzenden Knochenbrüche, die Anick jeden Tag an ihre Flucht vom Tatort erinnern. Hier muss auf die hervorragende übersetezerische Leistung von Claudia Steinitz hingewiesen werden, denn Sarrazins Sprache ist durchdrungen von feingesponnen Bildern und Metaphern, die nicht selten und nicht zufällig von der Mythologie ausgehen, aber auch, durch Sprachcodes und Decknamen – Anleihe an die omnipräsente Zensur, die Kontrolle, an den heimlichen Kassiber-Austausch –, sehr verdunkelt. Das Schreiben setzt der Profanität des Gefängnisalltags eine Üppigkeit entgegen, die dennoch keinen anderen Gegenstand haben kann als eben diese Profanität, diese Kargheit, diesen Überfluss des Mangels, diese Grenzenlosigkeit des Gefängnisses.

Theresa Mayer, autorenbuchhandlung marx & co, Frankfurt

Buchempfehlung

Francesca Melandri – Alle, außer mir

Roman. Aus dem Italienischen von Esther Hansen

Wagenbach Verlag, 26 €
978-3-8031-3296-3

Motor der Geschichte ist der italienische Kolonialismus, genauer, Mussolinis Eroberungsfeldzug in Äthiopien, der 1935 begann und fünf Jahre währte. Sangue giusto, Richtiges Blut, heißt der Roman im Italienischen und verweist damit schon im Titel auf den faschistischen Rassenwahn und das System strikter Rassentrennung, das das Regime in Äthiopien installierte. Bis zu zehn Prozent der Bevölkerung fielen diesem Krieg zum Opfer, den Hungerlagern, Massenhinrichtungen und Senfgaseinsätzen. Von einem „vergessenen Völkermord“ spricht der Historiker Aram Mattioli – vergessen, weil ins Abseits der Erinnerungskultur Italiens geschoben, wo nie eine glaubwürdige Aufarbeitung der Vergangenheit stattgefunden hat. Die an der Bevölkerung verübten Gewalttaten der deutschen Besatzer ab 1943 überschatteten die Tätervergangenheit des Landes, es konnte sich fortan als Opfer sehen oder als antifaschistische Partisanen gegen die deutsche Besatzung. So überdauerte bis heute in weiten Teilen der Bevölkerung ein unvollständiges und allzu nachsichtiges Bild des Faschismus. Francesca Melandri destruiert dieses Bild in ihrem Roman radikal. „Italien war ein ausgenüchterter Alkoholiker, der wie jeder Verfechter der Abstinenz nichts von seinem Verhalten während des letzten schlimmen Rausches wissen will“, schreibt die römische Autorin, die als Drehbuchautorin und Dokumentarfilmerin bekannt wurde und nun ihren dritten Roman vorlegt, nach Eva schläft, einem Roman über die Zwangsitalianisierung Südtirols, und Über Meereshöhe, dessen Thema der italienische Terrorismus ist.

Die Handlung setzt ein im Jahr 2010, noch regiert Berlusconi. Ilaria Profeti, Mitte vierzig, Lehrerin und kinderlos, eine der Hauptfiguren des Romans, ist eine mehr oder weniger typische Vertreterin des linksliberalen Milieus in Italien: Desillusioniert durch die fortwährende Untergrabung der Demokratie durch die rechte Regierung, ist sie gleichwohl als Lehrerin noch immer sehr engagiert. Alle außer ihr sind korrupt, bigott und unmoralisch. Was sie nicht daran hindert, eine – verheimlichte – sexuelle Beziehung zu Piero einzugehen, einem Jugendfreund aus vermögender Familie, der in Berlusconis Partei Karriere gemacht hat und damit politisch genau das Gegenteil ihrer Überzeugungen vertritt. Ilaria glaubt, ihr Leben im Griff zu haben, ihre Familie zu kennen. Bis etwas geschieht, das sie in ihrer Grundfesten erschüttert: Eines Abends , Ilaria kommt vom römischen Alltag abgekämpft nach Hause, sitzt auf der Treppe ihrer Wohnung im sechsten Stock eines Miethauses ein abgerissener junger Mann, dem Aussehen nach ein Äthiopier, eindeutig ein Geflüchteter; wie sich herausstellt, ein regimekritischer junger Lehrer, der, um sich der Verfolgung durch das postkoloniale Regime zu entziehen, „raus musste“ und nach jahrelanger Flucht durch die Wüste und libysche Lager in Italien landete, wo sein Asylantrag binnen weniger Minuten abgelehnt wurde. Und dieser junge Mann, der nun illegal in Land lebt, erklärt Ilaria in perfektem Italienisch: „Ich heiße Shimeta Ietmgeta Attilioprofeti“. Der Beweis: sein Pass. Ietmgeta sei der Name seines verstorbenen Vaters, Attilio Profetis Sohn. Attilio Profeti, das ist Ilarias Vater. Ein Vater, den sie liebt. Der einst der heranwachsenden Ilaria beichtete, er habe noch eine zweite Familie, eine Frau, Anita, die er nach der Scheidung von Ilarias Mutter heiratet, und einen Sohn namens Attilio, nach dem Vater benannt . Die Erzählung nimmt Fahrt auf. Den hochbetagten Vater kann Ilaria nicht mehr befragen. Er ist dement. Die Suche nach der Wahrheit hinter der Behauptung des Jungen, sie sei seine Tante, führt Ilaria zurück in die italienische Provinz zur Zeit des Faschismus, zur Herkunft ihres Vaters, und weiter über Rom nach Äthiopien. Denn der Vater hatte mehr zu verbergen als eine zweite Familie: Er, der vorgegeben hatte, Partisan gewesen zu sein, entpuppt sich als überzeugter Faschist, der sich freiwillig für den Abessinien-Feldzug meldete, als Assistent eines Rassenforschers arbeitete, an Feldzügen und Massakern teilnahm und in Äthiopien einen Sohn zeugte, den er nie anerkannte. Attilio Profeti ist eine der wichtigsten Figuren der Erzählung, charmant, liebenswert, skrupellos, vielschichtig gezeichnet, glaubwürdig, so wie andere Handlungsträger auch. Flankiert werden sie von zahlreichen Nebenfiguren, die leider öfter zu Schablonen geraten sind. Die Stofffülle ist immens, doch der Autorin ist es gelungen, die Zeitsprünge, den häufigen Wechsel der Perspektiven und Schauplätzen in den einzelnen Erzählsträngen stimmig ineinander zu binden.

Zehn Jahre hat Francesca Melandri an diesem Roman gearbeitet, in Archiven geforscht und in Äthiopien Orte der Handlung aufgesucht, dort nach noch lebenden Zeitzeugen gesucht. Einprägsam sind viele Szenen, etwa der Angriff auf widerständige Äthiopier, die mit Senfgas aus ihrem Felsenversteck getrieben und getötet werden. Fast schon satirisch die Beschreibung von Gaddafis berühmten Besuch in Rom, der die Stadt in einen Ausnahmezustand versetzte. Gleichwohl seien manche stilistische Entgleisungen erwähnt, etwa wenn es heißt, “die Hochebene des Wollo und des Shoa” seien “so ausgetrocknet wie die Knie von Hundertjährigen”. Auch die Übersetzung hätte bisweilen ein sorgfältigeres Lektorat verdient. Das ist schade, keine Frage. Aber es ändert nichts daran, dass Francesca Melandri ein weiterer Roman gelungen ist, dessen Stärke darin liegt, historisch fundiert zu entwickeln, warum das heutige Italien ist, wie es ist.

Michaela Wunderle, Frankfurt am Main

Adventslesung mit Philip Waechter

Freitag, 23. November 2018

ab 17.30 Uhr: Fensterbemalung
ab 18 Uhr: Lesen und Zeichnen rund um  Toni. Und alles nur wegen Renato Flash

Fast genau einen Monat vor Heiligabend zaubert Philip Waechter Weihnachtswünsche und Fußballträume auf unsere Fensterscheiben – und Ihr dürft schauen und staunen, bevor wir im Warmen mit dem berühmten Kinderbuchillustrator zum Zeichenstift greifen: Vielleicht erfindet er eine neue Figur oder eine neue Geschichte mit Euch? Ein Weihnachtsmärchen oder einen Heldinnenroman? Auf alle Fälle aber dürft Ihr Tonis Abenteuern in Waechters neuem Buch lauschen: Toni. Und alles nur wegen Renato Flash.

für Kinder zwischen 4 und 10

Bitte bringt Stifte und Blöcke mit!

Buchempfehlung

Katherine Norbury – Die Fischtreppe

Eine Reise flussaufwärts. Aus dem Englischen von Sigrid Ruschmeier

In den ersten Lebensjahren wurde Katherine Norbury liebevoll in einem Kloster von Nonnen aufgezogen. Ihre Mutter war zur Niederkunft dort aufgetaucht und direkt danach wieder verschwunden. Später wurde Katherine von einem Ehepaar, das sich ein weiteres Kind wünschte, adoptiert. Dass sie nicht das leibliche Kind ihrer Eltern ist, zu denen sie ein inniges Verhältnis hat und die für sie stets ihre wirklichen Eltern waren, wurde von diesen nur einmal erwähnt und dann nie wieder thematisiert. Norbury scheibt, sie habe die Frau, die sie zur Welt gebracht hat, nie vermisst. Aber als sie längst erwachsen und verheiratet ist und selbst eine Tochter hat, entsteht nach einer Reihe von Schicksalsschlägen in ihr der Wunsch zu erfahren, woher sie stammt und warum sie weggegeben wurde.

Sie beginnt, Nachforschungen anzustellen. Ihre Suche dauert eine Reihe von Jahren, unterbrochen vom „normalen“ Gang des Lebens. Als sie schließlich vermeintlich am Ziel anlangt, ist vieles ganz anders, als sie es sich früher gedacht hatte. Ihr Weg zum Ursprung ihres Lebens verschränkt sich mit einem anderen, von ihr schon lange gehegten, Wunsch: Da sie immer schon gerne durch die einsamen Landschaften Nordenglands gewandert ist, beschließt sie, einem Fluss vom Meer bis zur Quelle zu folgen.

„Nature Writing“, Bücher, die sich auf literarische Weise mit Tieren, Pflanzen, Landschaften und dem Verhältnis des Menschen zu und in der Natur beschäftigen, ist in den letzten Jahren auch hierzulande immer populärer geworden. Viele dieser Bücher üben eine ruhige, soghafte Faszination aus. Obwohl der Autor im Text stets präsent ist, ist er nur indirekt Gegenstand des Erzählten. Auch in Die Fischtreppe korrespondieren Innen und Außen wechselseitig, aber im Gegensatz zu vielen – zumeist von Männern verfassten – Büchern spart Katherine Norbury das Persönliche nicht aus.

Sie erzählt auf beeindruckende Weise von den Landschaften, die sie durchwandert. Nicht gierig nach dem einmaligen Kick des Außergewöhnlichen, der nach steter Steigerung verlangt, sondern langsam, mit offenen Sinnen. Berührbar für alles, was da kommt. Für Unsicherheit, Erschöpfung, Freude und Schönheit. Für Licht, Geräusche, Sonne. Kälte, Schwingungen und Stimmungen. Aber obwohl es sie in die „wilde“ Natur zieht und zu einsamen Wanderungen drängt und trotz ihres Muts, mit mangelhaftem Kartenmaterial durch neblige Wasserlandschaften zu gehen, hat sie auch Ängste. Vor verschmutztem Wasser, davor, im Nebel im Moor vom Weg abzukommen oder auch vor einem Mann, der ihr an einem einsamen Strand begegnet. Diese Berührbarkeit und Beharrlichkeit sind es auch, die sie, nach einer Reihe von Schicksalsschlägen dazu bringen, ihrer eigenen Herkunft nachzugehen. Die Fischtreppe erzählt von den beiden Wegen, auf denen sie durch Höhen und Tiefen zum Ursprung findet.

Ruth Roebke, Bochum

 

Zur Autorin / Zum Autor:

Katharine Norbury, in Liverpool geboren, arbeitete lange als Produktionsassistentin fürs Fernsehen, bevor sie sich im Zuge einer schweren Krankheit eigenen Schreibprojekten zuwandte. Dabei entstand ihr 2015 veröffentlichter Debütroman The Fish Ladder, für den sie gleich mehrere Auszeichnungen und Nominierungen in Großbritannien erhielt.

Buchempfehlung

Annie Ernaux – Erinnerung eines Mädchens

Suhrkamp Verlag, 20 €
978-3-518-42792-7

Als „Ethnologin ihrer selbst“ geht Annie Ernaux in ihrem neuen Roman zurück in das Jahr 1958, in dem sie sich als knapp 18-jährige zum ersten Mal von ihrem moralisch beengenden Elternhaus entfernt, um in einem Feriencamp als Betreuerin zu arbeiten. Die erhoffte Romanze mit einem älteren Betreuer gerät zu einer fast brutalen ersten sexuellen Erfahrung, die Ernaux im Rückblick als prägend für ihr ganzes Leben entschlüsselt.

Behutsam, aber in vertraut distanziertem Ton, überführt die Autorin einen inneren Zustand der Bilder und Gefühle in einen Zustand der Wörter. Sie erinnert sich an die Demütigung durch ihre Altersgenoss*innen, an die tief empfundene Scham und ringt mit der Frage, die sich vermutlich fast alle Mädchen in dieser Zeit stellten, nämlich der, wie man sich „richtig“ verhält. Erst einige Jahre später wird sie in ihrem Philosophiestudium bei Simone de Beauvoir die Antwort finden, dass sie sich auch als Frau als freies Subjekt bewegen darf.

Die Ehrlichkeit, mit der Annie Ernaux ihren Selbsthass, ihre beginnende Essstörung und den Versuch der Vertuschung ihrer kleinbürgerlichen Herkunft beschreibt, hat eine gleichermaßen beklemmende wie befreiende Wirkung auf den Leser. Oder in diesem Fall vielleicht nur auf die Leserin? Auch 20 oder 30 Jahre später haben Frauen noch immer mit denselben Zweifeln angesichts der Frage gerungen, was wohl ein angemessenes, weibliches Verhalten sei.

Ernaux beschreibt in ihrer Rückschau, wie sie als junge Frau den Weg der Verwandlung einschlug. Sie wollte ungeschehen machen, was ihr so viel Schmerz bereitet hatte, versuchte, ihren Körper in den einer Anderen zu verwandeln, in den Körper einer Frau, die begehrt statt abgewiesen wird. Anstatt sich von der männlichen Dominanz zu befreien, hatte sie ihr ganzes Sein darauf ausgerichtet, „ihn“ irgendwann doch für sich gewinnen zu können.

Auf den einschneidenden Sommer im Feriencamp folgt der Beginn einer Ausbildung an einer Fachschule für Lehrerinnen. Diese Zeit in einer autarken Gemeinschaft mit durchorganisiertem Alltag, der für die junge Frau „weich wie ein Kissen“ war, würde die Autorin später in ihrer Auseinandersetzung mit politischen Fragen das sowjetische System verstehen lassen und noch später die Sehnsucht der Russen nach der guten alten Zeit. Erst später wird sich Annie Ernaux das vollkommene Fehlen eines pädagogischen Talents eingestehen und einen anderen Weg einschlagen, der sie aus der zwar strengen, aber doch behüteten Gemeinschaft herausführen wird.

„…im Prinzip gibt es nur zwei Arten von Literatur, die nacherzählende und die suchende…“ schreibt Ernaux. In Erinnerungen eines Mädchens vereint die Autorin beides miteinander. Indem sie nacherzählt und sich, ähnlich wie in ihrem letzten Roman Die Jahre, an Erinnerungsstücken, Briefen und Fotos entlang hangelt, versucht sie sich der jungen Frau – die sie jetzt nicht mehr ist – zu nähern. Die Frage, wie wir zu der Person wurden, die wir heute sind, fasziniert vermutlich nicht nur Annie Ernaux. Mit dieser Frage bleibt man auch zurück, wenn man die letzte der 164 Seiten ihres Buchs gelesen hat, und wird sich im besten Fall auf die Suche nach der eigenen Vergangenheit begeben.

Larissa Siebicke, autorenbuchhandlung marx & co, Frankfurt

Der Irak im Umbruch – Birgit Svensson im Gespräch mit Bruno Schoch

Herder Verlag, 22.- €

Der Irak im Umbruch

Birgit Svensson im Gespräch mit Bruno Schoch

Montag, 8. Oktober 2018, 20 Uhr

„Es gibt eine neue Zeitrechnung im Irak: vor und nach Daesh – der Terrormiliz IS. Dies zeigt sich besonders deutlich bei den Parlamentswahlen im Mai 2018. Die neue Zeitrechnung, die seit Ende der Dschihadistenherrschaft besteht, gilt jetzt auch politisch. Das Land ist im Umbruch, die Jugend auf dem Vormarsch“. So beginnt eine der letzten von zehn Reportagen in Birgit Svenssons Buch, die vom Einmarsch der amerikanischen und britischen Truppen über den missglückten Neuanfang nach dem Krieg, als sich die Bilder von Abu Ghraib ins Gedächtnis brannten, dem Versinken des Lands im Terror bis zur Entwicklung heute reichen. Reportagen über die gescheiterte Wiederherstellung der Justiz, über die Lage von Frauen im Irak, über Fluch und Segen des Erdöls zeichnen ein vielschichtiges Bild eines Lands im Umbruch.
Für Birgit Svensson ist der Irak ein Schlüsselland für die gesamte Entwicklung im Nahen und Mittleren Osten. Ohne das Desaster des Irak-Kriegs und dessen Folgen, so Svensson, sähe die Region heute völlig anders aus.

Birgit Svensson
lebt und arbeitet seit 2003 als freie Journalistin in Bagdad u.a. für Die Zeit, Die Welt, den Deutschlandfunk und die Deutsche Welle. Sie ist eine der wenigen westlichen Journalist*innen, die trotz hohen Sicherheitsrisikos kontinuierlich aus dem Irak berichten. Sie war beim Sondertribunal für die Verbrechen Saddam Husseins zugelassen, berichtete von der hart umkämpften Öl-Stadt Kirkuk und bereiste immer wieder auch den Süden Iraks.
2015 gab sie die erste Anthologie irakischer Schriftstellerinnen nach dem Sturz Saddam Husseins heraus.

Bruno Schoch
Assoziierter Forscher an der Hessischen Stiftung Friedens –und Konfliktforschung (HSFK), Mitherausgeber des Friedensgutachtens, Beirat der Heinrich-Böll-Stiftung Hessen

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung Hessen e.V.

Buchempfehlung

Jean-Philippe Postel – Der Fall Arnolfini

Verlag Freies Geistesleben, 22 €
978-3-7725-3003-6

„Die Arnolfini-Hochzeit“, ein Bild, so bekannt wie rätselhaft: Ein Mann und eine Frau, offenbar wohlhabend, stehen in der Mitte eines opulent eingerichteten Raumes und halten sich an den Händen. Die Frau wirkt schwanger (was aber bei van Eyck keineswegs bedeuten muss, dass sie auch schwanger ist), der Mann ist blass, sehr ernst und hält die rechte Hand wie zum Schwur erhoben. Das Paar blickt sich nicht an; beide Blicke gehen nach unten. „Wenn wir es betrachten, sind wir in der Situation eines Lesers, der einen rätselhaften Krimi liest, dem das letzte Kapitel fehlt“ (S. 15), meint der Autor, für den aber auch alles da ist, um das Rätsel zu lösen, sofern man hinter das blickt, was er als „mit unübertrefflichem Geschick platzierte Täuschungsmanöver“ bezeichnet. Wie Sherlock Holmes, dessen Verfasser bekanntlich ebenfalls Art zwar, müssen wir die Lupe in die Hand nehmen und dem Motto des Buches folgen: „Hinsehen und noch einmal hinsehen und immer wieder hinsehen, und so gelingt es uns, zu sehen.“

Und so folgen wir fasziniert und mit immer größer werdenden Augen den Spuren, die uns der Autor mit so viel Charme wie Akribie zeigt, indem er, wie er sagt, die „Methoden aufmerksamer klinischer Beobachtung auf ein Werk der Malerei“ anwendet. Er beginnt mit der Provenienz und den verschiedenen Namen des Bildes sowie der rätselhaften Signatur, stolpert dann über eine rätselhafte Leerstelle: der kleine Hund, der zwischen den beiden Figuren sitzt, ist im Spiegel nicht zu sehen – ein Fehler des Malers? Kaum anzunehmen. Die rätselhaften Flecken, die mit Hilfe der Lupe auf der Hand des Mannes im Spiegel erkennbar werden, bieten Anlass zu einem Ausflug in die Religionsgeschichte. Die Symbolik der Farben und Stoffe wird entschlüsselt, aus der Anordnung der Figuren, Möbel und Pantoffeln ergeben sich Buchstaben und Wörter, die weitere Indizien für die Lösung des „Falls“ ergeben. Wie bei einem Krimi dürfen die Einzelheiten natürlich nicht verraten werden, aber wie beim Krimi fehlt natürlich auch die überraschende Wendung am Schluss nicht. Ob Postels Schlussfolgerungen richtig sind oder nicht, darüber mögen sich die Kunsthistoriker streiten. Für mich jedenfalls sind sie so logisch, spannend und einleuchtend wie die Geschichten von Sherlock Holmes.

Der Fall Arnolfini ist ein ganz außergewöhnliches Buch, so vergnüglich wie lehrreich, so spannend wie charmant, vor allem aber ein Buch, das seine Wirkung als „Augenöffner“ bei zukünftigen Museumsbesuchen mit Sicherheit nicht verfehlen wird.

Irmgard Hölscher, Frankfurt am Main

Georgien – Neue Literatur einer alten Kultur

Mit Zaal Andronikashvili und Ruthard Stäblein

Montag, 17. September 2018, 20 Uhr

Georgien, Ehrengast der Buchmesse 2018, erstreckt sich vom Kaukasus bis ans Schwarze Meer. Das mythologische Land der Kolchis ist Heimat der Medea und kann auf eine 1500-jährige Literaturgeschichte zurückblicken. Dennoch ist georgische Literatur hierzulande weitgehend unbekannt. Zu Recht? Ist es die kleine Literatur einer kleinen Nation oder doch Weltliteratur? Wie beeinflusst war die georgische Literatur von der russischen? Was bestimmt die Romane seit der Unabhängigkeit Georgiens 1991? Welche Gegenwartsromane machen in Tiflis Furore?

Um über die spannendsten Neuerscheinungen zu diskutieren, haben wir den Literaturwissenschaftler Zaal Andronikashvili und den Moderator Ruthard Stäblein eingeladen, zwei herausragende Kenner der georgischen Literatur, Kultur und Politik. Besprochen werden unter anderem Archil Kikodzes Südelefant, Tamta Melaschwilis Abzählen und Nino Haratischwilis neuer Roman Die Katze und der General.

Dr. Zaal Andronikashvili studierte Germanistik, Geschichte und Archäologie in Georgien und Deutschland und beendete sein Studium mit der Dissertation über Die Erzeugung des dramatischen Textes, ein Beitrag zur Theorie des Sujets an der Universität Göttingen. Seit 2006 forscht er am Zentrum für Literatur- und Kulturforschung (ZfL) in Berlin mit einem Arbeitsschwerpunkt zur Kulturgeschichte Georgiens, des Kaukasus, des Schwarzmeerraumes und der Sowjetunion.

Ruthard Stäblein studierte in Deutschland und Frankreich Germanistik, Romanistik, Komparatistik und Philosophie und beendete sein Studium mit einer Arbeit über Benjamin und Baudelaire an der Sorbonne. Seit 1998 ist er Redakteur für Literatur beim Hessischen Rundfunk und ist u.a. für eine Vielzahl an Hörbuchfassungen verantwortlich – zuletzt für Nino Haratischwilis neuen Roman Die Katze und der General.

Buchempfehlung

Angela Rohr – Zehn Frauen am Amur

Feuilletons für die Frankfurter Zeitung. Reportagen und Erzählungen aus der Sowjetunion (1928 – 1936).

Herausgegeben von Gesine Bey, Foto(s) von Margarete Steffin

Basisdruck Verlag, 23 €
978-3-86163-159-0

Die 2010 wiederentdeckte Autorin Angela Rohr emigrierte nach ihrem Studium der Medizin und Psychoanalyse nach Moskau. Dort wurde sie 1941 verhaftet und kehrte erst 1957 aus der Verbannung zurück in die Stadt. Ihre großartigen Erzählungen über ihre Zeit im Gulag sind unter dem Titel Der Vogel bereits bei Basisdruck erschienen, genauso wie ihr Roman Lager. Mit Zehn Frauen am Amur erhalten wir nun einen Einblick in ihr literarisches Schaffen aus ihrer frühen Zeit in Moskau. Ihre genaue Beobachtungsgabe und ihr empathisches Gespür machen ihre Erzählungen zu einem literarischen MeisterInnenwerk.

Das Interesse an Reportagen aus Sowjet-Russland war in den 20er Jahren groß, und so hatten sie einen festen Platz in den Feuilletons der großen deutschen Zeitungen dieser Zeit. Eine der KorrespondentInnen dieser Zeit war Angela Rohr, die nach ihrem Studium der Medizin und Psychoanalyse 1925 nach Russland emigrierte. Von ihren zahlreichen KollegInnen unterscheidet sie nicht nur die Tatsache, dass sie eine der ersten weiblichen Korrespondenten war, sondern auch, dass sie Moskau und die zahlreichen anderen Städte und Regionen, die sie besuchte, nicht als Reisende und Gast beschrieb und wahrnahm. Vielmehr erhalten wir eine Art Innensicht auf das Wesen und vielleicht auch die Struktur der Orte. Rohrs Reportagen sind nicht zuletzt deshalb so lesenswert, weil sie nicht versuchen, ihre LeserInnen mitzunehmen, für sie Reisende und Berichtende zu sein, sondern weil die Autorin sich selbst als Teil des Ortes begreift, von „unserer Stadt“ spricht.

Das Moskau der späten 20er und frühen 30er Jahre wird uns nicht anhand der politischen und geschichtlichen Ereignisse dieser Zeit nahe gebracht, auch das gesellschaftliche Leben und die sozialen Umstände werden nicht dargestellt. Und doch scheint all das in den Erzählungen Rohrs auf. So ist das, was die Autorin in ihrer ersten Erzählung als charakteristisch für Moskau benennt, nicht etwa der Winter, den sie fast ironisch ins Bild bringt, sondern die Verwendung und der Verkauf künstlicher Blumen. Gepflogenheiten und teils skurrile Anstandsregeln sind in ihren Erzählungen häufig Thema. Ein anderes wiederkehrendes Thema ist die Architektur. In einer der besten Erzählungen des Buches richtet Rohr den Blick auf einen Milizionär und sein aussichtsloses Unterfangen, die Straßen Moskaus zu überblicken. Das Bewusstsein der Arbeitsklasse erkennt Rohr im Umgang in der Straßenbahn und im Warten im Schuhgeschäft. Rohrs Figuren sind oft von einer tragisch-komischen, immer aber aufrichtigen Färbung. In ihnen gelingt es Rohr, im Kleinen das Ganze aufscheinen zu lassen, ohne dass man genau sagen könnte, was dieses Große sein sollte oder sein könnte.

Die Aufteilung dieses Sammelband nach Reportagen, geordnet nach den Schauplätzen, und Erzählungen ist hilfreich, weil sich die Betrachtungen zu einem Ort wie Schichten übereinanderlegen und so das Bild vertiefen. Es wäre jedoch falsch zu glauben, die Reportagen stünden den Erzählungen an literarischer Tiefe nach. In ihrer genauen Betrachtung des Alltäglichen erinnern sie nicht nur an die berühmte Berliner Kindheit um 1900 von Walter Benjamin, sondern auch an die ebenfalls zuerst im Feuilleton erschienenen Erzählungen Die Gelbe Straße von Veza Canetti.

Theresa Mayer, autorenbuchhandlung marx & co, Frankfurt

Buchempfehlung

Tanja Esch – Supercool

Eine Grundschulgeschichte ab 6 Jahre

Jaja Verlag, 13 €
978-3-943417-82-1

Tanja hat eine neue Jacke, und die ist wirklich supercool. Dachte sie. Bis sie auf dem Schulhof von einem anderen Kind ausgelacht wird. Eine Situation, wie sie wohl jede*r schon erlebt hat. Doch Tanja gibt nicht klein bei, sondern beschließt, etwas „noch viel krasseres zu machen“. Mit dieser Ankündigung ist ihr natürlich die gesamte Aufmerksamkeit des Schulhofes sicher. Als der nächste Tag kommt und Tanja ohne die Unterstützung ihrer besten Freundin Kristina in die Klasse muss, verlässt sie ein bisschen der Mut, und sie behält ihr Geheimnis – eine neue Kurzhaarfrisur – lieber noch etwas für sich. In der großen Pause schließlich und mit Kristina an ihrer Seite schafft es Tanja doch noch, ihre Angst zu überwinden, und nimmt ihren Helm ab. „Mir doch egal was die denken. Sind doch meine Haare.“ Und so viel Mut wird schließlich auch von ihren Mitschüler*innen anerkannt, denn Tanjas neue Frisur ist nicht nur supercool, sondern auch total mutig.

Eschs reduzierte Filzstiftzeichnungen passen ebenso gut zu der Grundschulatmosphäre wie ihr unaufgeregter Erzählstil. Am wichtigsten sind in ihren Zeichnungen die Mimik und die Körpersprache der Figuren, die sehr einfühlsam ihre Gefühlswelt wiederspiegeln. Dabei ist es ein großes Glück, dass Esch nicht beschönigt oder moralisiert, sondern sehr genau zeigt, dass jede*r erst einmal Angst hat, bevor er oder sie mutig sein kann. supercool bringt Kindern die Erfahrungen näher, für sich selbst einzustehen und sich nicht kleinkriegen zu lassen. Denn auch wenn es wohl nie stimmt, dass es einem egal ist, was die anderen denken, so ist doch am wichtigsten, welches Bild wir selbst von uns haben.

Theresa Mayer, autorenbuchhandlung marx & co, Frankfurt

Buchempfehlung

Jens Rehn – Nichts in Sicht

Schöffling & Co, 20 €
978-3-89561-149-0

Der gleichgültige Ozean, wie mit dem Rasiermesser glattgezogen, die steinkalte Ewigkeit des Universums darüber. Ein Wohin gibt es hier nicht. Und was war gleich noch die Bedeutung der Zeit? „Gekrümmter Raum? Gekrümmte Zeit? Gekrümmter Mensch?“ In ewigem Gleichtakt versinkt die Sonne und steigt wenig später wieder auf. Tagein, tagaus. Und in der Zwischenzeit verfault der Mensch.

Es ist 1943, Weltenbrand. Ein amerikanischer Flieger und ein deutscher U-Bootfahrer hocken zusammen auf einem Schlauchboot irgendwo im Mittelatlantik. Einer fiel vom Himmel, einer wurde aus dem Meer gezogen. Mit an Bord des Rettungsbootes: Eine Flasche Whiskey, Zigaretten und Kaugummis. Für ein paar Tage reicht diese Ration, dann würde Rettung kommen müssen. Der Amerikaner hat zudem bei seinem Absturz einen Arm verloren, ist nun septisch und deliriert seinem Ende entgegen. Dabei erzählt er dem Deutschen aus seinem Leben, von seiner Liebe, wird zornig, höhnisch und verstummt schließlich endgültig.

„Der Andere“, wie der Deutsche nur genannt wird, treibt nun alleine auf dem Schlauchboot seinem Schicksal entgegen und ist dabei seinen weit ausgreifenden Gedanken völlig ausgeliefert.

Mors omnia aequat, heißt es. Der Tod macht alles gleich. Das ist richtig, denkt man sich, wenn man Jens Rehns Debütroman liest, der 1954 erstmals erschien und gerade von Schöffling neu aufgelegt wurde. Auch schon die Aussicht auf den baldigen Tod schleift alle Unterschiede ab. Freund und Feind, Krieg und Frieden – was sind das schon für Kategorien, wenn man auf die letzten Dinge zutreibt? Was ist Besitz und Geld? Was für einen Sinn hat noch abstrakte Philosophie?

„Klein-Ließchen-Müller-Gedanken“, sagte er wieder laut. „Die Auslassungen der Philosophen aller Zeiten sind nichts anderes!“ Er sprach immer lauter. „Die umschreiben es nur anders und denken konsequenter darüber nach und schriftstellern mit vielen Fremdworten das, was sie auch nicht wissen. Homo singularis vis-à-vis der Größe X. Na also. Es ist immer dasselbe. Immer. Unendlich wiederholt. Im Grunde ist alles dasselbe.“

Nichts in Sicht ist ein Roman, der dem Leser in die Knochen fährt: Was Rehn hier auf wenigen Seiten mit Hilfe eines minimalistischen Settings beschreibt, ist nichts weniger als das langsame Sterben eines Menschen. Es ist eine lange, meisterhaft arrangierte Folge von hochtrabenden Gedanken, Abschweifungen in die Vergangenheit, Verhöhnungen und Verzagtheiten, die mit der stummen Gleichgültigkeit des Ozeans kontrastiert.

Und damit schafft Rehn ein gestochen scharfes Bild für das große Dilemma der Menschheit: Schlussendlich, nach allen Erklärungs- und Konstruktionsversuchen, ist der Mensch doch nur ausgeliefert. Der Ozean, die Natur, das All schweigen. Immer bleibt es bei der harten Feststellung, die sich, wie ein Motiv durch den gesamten Roman zieht: Nichts in Sicht.

Kühl, entschlackt und bar jeden stilistischen Ornats ist die Sprache, in der die endlos kreisenden Gedankengänge des „Anderen“ beschrieben werden, und genial ist die Konstruktion dieses Romans, dem es gelingt, die Grundfragen des Seins zu stellen – und als bloße Ideen wieder zu verwerfen. Grandios!

Johannes Fischer, autorenbuchhandlung marx & co, Frankfurt