Round Table “Exodus. Leben jenseits von Staat und Konsum?”

Montag, 30. Juni 2014, 20.00 Uhr

Anlässlich des Relaunches von WestEnd. Neue Zeitschrift für Sozialforschung laden Institut für Sozialforschung, Campus Verlag und Autorenbuchhandlung marx & co. zur Präsentation des ersten Heftes und zum Umtrunk ein.

Daniel Loick (wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Goethe-Universität und IfS) im Gespräch mit Juliane Rebentisch (Professorin für Philosophie und Ästhetik an der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main und IfS), Eva von Redecker (wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Humboldt-Universität zu Berlin) und Ferdinand Sutterlüty (Professor für Soziologie an der Goethe-Universität und IfS).

Ausgehend von einer allgemeinen Lageeinschätzung zur gegenwärtigen Situation der sozialen Bewegungen widmet sich der Abend einer Bestandsaufnahme aktueller Widerstandskulturen. Im Mittelpunkt stehen politische Praktiken, die man als »Exodus« bezeichnen kann – weil sie in unterschiedlicher Weise bestehende Institutionen, Lebensformen oder gesellschaftliche Zusammenhänge verlassen, um woanders neue soziale Beziehungen zu erfinden und zu etablieren. Dazu gehören besetzte Häuser und Fabriken ebenso wie subsistenzorientierte Landwirtschaftsprojekte oder antiautoritäre Kinderläden. Kann man von einer Zunahme solcher Praktiken sprechen?

Ist »Exodus« dafür der richtige Begriff? Was sind spezifische Chancen, Risiken, Potentiale und Verlockungen solcher Praktiken?

 

Buchempfehlung – Katja Petrowskaja “Vielleicht Esther”

Suhrkamp Verlag, 2014
€ 19.95

Für das titelgebende Kapitel „Vielleicht Esther“ hat Katja Petrowskaja 2013 den Ingeborg-Bachmann-Preis erhalten. Damals lobten die Juroren einhellig die Leichtigkeit und sprachliche Schönheit, mit der die Autorin beschrieb, wie ihre jüdische Urgroßmutter im Zuge der großen Säuberung in Kiew erschossen wurde – ohne dass das Geschehen dadurch verharmlost wurde. Soviel vorweg: es ist eine der großen Qualitäten von Petrowskajas Buch, dass sie Ungeheuerliches, Verstörendes, Berührendes, Absurdes mit Leichtigkeit, Klugheit, Komik und Zartheit erzählen kann.

Die Autorin versucht, ihre weitverzweigte jüdische Familie zu rekonstruieren, deren Wurzeln in der Ukraine, in Russland und in Polen liegen. Viele sind bereits tot – verschollen, vertrieben, ermordet. Es gibt Geschichten über sie, aber auch Schweigen, und wie in jeder Familie werden Leerstellen übergangen oder durch Mythen aufgefüllt. Die wenigen Überlebenden des Krieges starben, als sie noch ein Kind war, zu jung, um Fragen zu stellen.

Einen Familienstammbaum wollte sie zeichnen, einen Scherbenhaufen hat sie gefunden, ein Puzzle, dessen Teile sich nicht ineinanderfügen wollten. Denn anders als im Westen Europas hörten die Schrecken nicht mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs auf. Gab es weiterhin Antisemitismus, war es besser, keine politisch bedenklichen Familienmitglieder zu haben, war ein Erinnern an die Kriegsopfer nur möglich, wenn diese auf der „richtigen“ Seite gestanden hatten.

So erzählt sie Geschichten, die sich zu Kapiteln fügen und letztlich doch ein Ganzes werden. Von ihren Reisen, ihren Recherchen, ihren Erfahrungen und eigenen Erinnerungen. Das fügt sich weder chronologisch aneinander noch inhaltlich stringent zusammen. Ihr Erzählen ist wie das, was sie vorfindet – ein Puzzle, dessen Stücke mal hier, mal dort passen. Einzelne Bilder lassen sich zusammenfügen, andere nicht . Da finden sich Lehrer, die Waisenhäuser für taubstumme Kinder gründen, ein Großonkel, der 1932 ein Attentat auf den deutschen Botschafter in Moskau verübt, ein Großvater, der 41 Jahre nach dem Krieg wieder zu Hause auftaucht, Tanten, Onkel, Urgroßmütter und Anna und Ljolja, die in Babij Jar liegen. Aber in ihrem Netz verfangen sich auch die Geschichten gänzlich fremder Menschen, deren Schicksale sich vielleicht mit denen ihrer Familienmitglieder berührt haben könnten.

Und es gibt „Vielleicht Esther“ die so heißt, weil der Vater sich an den Namen seiner Großmutter nicht mehr erinnern kann, die er immer nur zärtlich Babutschka nannte. Die zu alt war, um auf die Flucht mitgenommen zu werden, als der Aufruf an alle Juden erging, sich zu der totbringenden Schlucht zu begeben, und die, als sie zwei Soldaten nach dem Weg fragte, sofort erschossen wurde.

Es ist die großartige Qualität dieses Buches, dass es nicht von der Last seines eigenen Inhalts erdrückt wird. Petrowskaja hat eine wunderbar klare Sprache, und dass sie noch in weiteren Sprachen zu Hause ist, gibt ihrem Ausdruck eine Bewusstheit und Vielfalt, die man bei jungen deutschen Autoren sonst oft vermisst.

Ruth Roebke, autorenbuchhandlung marx & co, Frankfurt

Buchvorstellung und Gespräch

PaTrick Bahners. Entenhausen.
Die ganze Wahrheit

Moderation: Andreas Platthaus

Freitag, 30. Mai 2014, 20 Uhr

Eintritt frei

C.H. Beck Verlag, 19.95 €

PaTrick Bahners verspricht, uns “die ganze Wahrheit” über Entenhausen zu erzählen. Entenhausen, die legendäre Metropole an der Gumpe, ist die Heimat Donald Ducks, seines Onkels Dagobert und der drei Neffen Tick, Trick und Track, erfunden vom amerikanischen Zeichner Carl Barks. Die Übersetzerin Dr. Erika Fuchs hat diesen Urcomic in den 50er Jahren mit viel Sprachwitz und Lebendigkeit ins Deutsche übertragen.

PaTrick Bahners ist Donaldist. Akribisch und leidenschaftlich arbeitet er in seinem Buch 25 Jahre donaldistische Forschung auf. Sie will die Stadt Entenhausen sowie ihre Gesellschaft und Umwelt verstehen und deuten.

PaTrick Bahners, 1967 geboren, studierte Geschichte und Philosophie in Bonn und Oxford, er war lange Feuilletonchef der FAZ, und ist jetzt Kulturkorrespondent in New York. Er ist führender Donaldist der zweiten Generation und gründete das Donaldistische Insitut für Rechtskunde und Politik (Direpol); er ist Ehrenpräsidente der „Deutschen Organisation nichtkommerzieller Anhänger des lauteren Donaldismus D.O.N.A.L.D.” 

Andreas Platthaus, 1966 geboren, studierte Rhetorik, Philosophie und Geschichte in Tübingen. Er hat sich mit der Kunst des Comics befasst und ist seit 1995 Ehrenpräsidente und seit 2007 auch Ehrenmitglied der D.O.N.A.L.D. Seit 1997 arbeitet er im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und ist verantwortlicher Redakteur für Literatur und literarisches Leben.

 

Wir trauern um Urs Widmer

Wir trauern um unseren Gesellschafter Urs Widmer, Mitbegründer unserer Buchhandlung.

Der Schweizer Dramatiker, Erzähler, Romancier und Hörspielautor Urs Widmer ist im Alter von 75 Jahren in Zürich gestorben.

© Barbara Klemm: Urs Widmer in der Autorenbuchhandlung, Frankfurt 1980

 

Auswahlbibliographie:

Widmer, Urs :   Der Geliebte der Mutter
Roman .  Diogenes Verlag . 2003 . 9,90 €

Widmer, Urs :   Das Buch des Vaters
Roman .   Diogenes Verlag . 2005 . 9,90 €

Widmer, Urs :   Reise an den Rand des Universums
Autobiographie .   2013 . 22,90 €

Widmer, Urs :   Top Dogs
Theaterbibliothek. Verlag der Autoren.  21.Aufl. 2014, 10 €

 

Barbara Klemm – Fotografien 1968 – 2013

Der neue Bildband von Barbara Klemm, signiert.

Barbara Klemm ist Mitglied und Gesellschafterin unserer Buchhandlung. Vier Jahrzehnte war Barbara Klemm als Fotografin für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ unterwegs, deren legendäre samstägliche Tiefdruckbeilage sie mit ihren Bildern prägte. Als Chronistin deutscher Zeitgeschichte ist sie ebenso berühmt wie als Reporterin, die alle Kontinente bereiste. Dabei kann sie Geschichten mit einem einzigen Bild erzählen — in einer Intensität und Dichte wie kaum jemand sonst.

380 Seiten mit 250 Abbildungen in Duoton und Texten von Michael Koetzle und Durs Grünbein
Leinen mit Schutzumschlag
Euro 58,00
Nimbus Verlag
ISBN 978-3-907142-93-6
Der Band erscheint begleitend zur großen Retrospektive im Martin-Gropius-Bau, Berlin, und bietet einen faszinierenden Querschnitt durch Barbara Klemms einzigartiges Werk.

 

 

Buchvorstellung und Gespräch

Ulrike Kolb

Die Schlaflosen. Roman

Moderation: Sighard Neckel

Donnerstag, 6. März 2014, 20 Uhr

Eintritt frei

Ulrike Kolb
Die Schlaflosen. Roman
Wallstein Verlag, 19,90 €

 

In Ulrike Kolbs Roman steht Schlaflosigkeit im Mittelpunkt der Handlung. Nahezu alle Figuren sind Schlaflose. Das Geschehen spielt sich in einer einzigen schlaflosen Nacht ab.

Auf dem abgelegenen Landgut Sezkow, das nach der Wiedervereinigung zum Hotel umgebaut wurde, soll ein Wochenendseminar unter Leitung eines «Schlafpapstes» stattfinden. Schlafgestörte aus ganz Deutschland sind angereist, um endlich Heilung zu finden. Doch der Professor erscheint nicht.

Anhand der unterschiedlichen Personen im Roman entwirft Ulrike Kolb ein weitgefächertes Bild der Unruhe in unserer heutigen Gesellschaft. Ist dieser Roman „der passende Roman für unser Burn-out-Zeitalter“? (Oliver Pfohlmann, WDR3)

Sighard Neckel, der sich als Soziologe mit dem Burnout beschäftigt hat, wird mit Ulrike Kolb über ihren Roman sprechen.

Ulrike Kolb, 1942 in Saarbrücken geboren, studierte Sprachen und Pädagogik in Paris, Frankfurt und Berlin. Sie lebt als freie Schriftstellerin in Berlin. Veröffentlichungen u.a.: Roman ohne Held (1997); Frühstück mit Max. Roman (2000); Schönes Leben. Roman (2002); Diese eine Nacht. Roman (2003); Yoram. Roman (2009).

Sighard Neckel ist Professor für Soziologie an der Goethe Universität Frankfurt und Mitglied des Kollegiums des Instituts für Sozialforschung. 2013 veröffentlichte er (gemeinsam mit Greta Wagner): Leistung und Erschöpfung. Burnout in der Wettbewerbsgesellschaft.

Einladung zur Lesung. Gerhard Falkner – Pergamon Poems. Gedichte

Moderation: Malte Kleinjung

Donnerstag, 30 Januar 2014, 20 Uhr

Eintritt frei

Gerhard Falkner
Pergamon Poems m. DVD
Gedichte.
Dtsch.-Engl. Übers. v. Mark Anderson
Kookbooks, 19,90 €

 

Wikann man die Antike mit der Moderne verbinden? Kann das Komplexe mit dem Einfachen in Einklang gebracht werden? Oder verwickelt man sich damit immer mehr in Widersprüche? „Wie viele Gigabyte hat dieser Fries?“ fragt Gerhard Falkner in dem Gedichtband Pergamon Poems und lässt so zwei völlig unterschiedliche Welten miteinander verschmelzen. Entstanden ist der Band im Auftrag der Staatlichen Museen Berlins, besungen wird der große Fries des Pergamonaltars.

Falkner bringt in seinen Gedichten jedoch nicht nur die antike Götterwelt, sondern auch popkulturelle Gegenwartsbezüge zur Sprache. Er jongliert bewusst mit Widersprüchen, und dieser Zusammenprall von Vergangenheit und Gegenwart regt an, ohne den Respekt vor der antiken Kunst zu verlieren.  Im Gegenteil, die Bewunderung des Schriftstellers vor dem Anblick des Altars ist deutlich spürbar.

Der 1951 geborene Lyriker, Prosaautor, Dramatiker, Essayist und Übersetzer Gerhard Falkner gilt als einer der führenden und stilprägenden zeitgenössischen deutschen Autoren. Er lebt heute in Berlin und Wiegendorf. Seine Werke wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet: 2010 mit dem „Preis für Kunst und Wissenschaft der Stadt Nürnberg”, 2009 mit dem  „Peter-Huchel-Preis” und dem „Platen-Preis”.

Die Veranstaltung bildet den Auftakt zu der dreiteiligen Lyrik-Reihe „It blows your Mind!“ – Deutsche und Englische Lyrik von Jetzt.  Diese Reihe wurde von Studierenden und Lehrenden der Goethe Universität konzipiert und organisiert. 

Mit freundlicher Unterstützung des „Instituts für deutsche Literatur und ihre Didaktik“ und des „Instituts für England- und Amerikastudien“ der Goethe Universität Frankfurt.

Bei Faust-Kultur-de finden Sie eine Besprechung von Jan Wilm: http://faustkultur.de/1574-0-Wilm-Gerhard-Falkner.html#.Ut0dz_YweWg.

 

Einladung zur Buchpräsentation

Barbara Klemm. Fotografien 1968 – 2013

Im Gespräch mit Andreas Platthaus

Montag, 9. Dezember 2013, 20:00 Uhr

Eintritt: frei

Vier Jahrzehnte war Barbara Klemm als Fotografin für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ unterwegs, deren legendäre samstägliche Tiefdruckbeilage sie mit ihren Bildern prägte. Wie kaum eine andere deutsche Fotografin hat Barbara Klemm das Zeitgeschehen der letzten Jahrzehnte mit der Kamera begleitet. Ihre Aufnahmen sind zu Schlüsselbildern der Weltgeschichte geworden. Als Chronistin deutscher Zeitgeschichte ist sie ebenso berühmt wie als Reporterin, die fast alle Kontinente bereiste. Dabei kann sie Geschichten mit einem einzigen Bild erzählen — in einer Intensität und Dichte wie kaum jemand sonst.

Wir freuen uns mit unserer Gesellschafterin Barbara Klemm über ihre große retrospektive Werkschau im Martin-Gropius-Bau, Berlin. Zu dieser Ausstellung ist ein umfassender Katalog erschienen, den die Fotografin im Gespräch mit Andreas Platthaus vorstellt.

Andreas Platthaus, 1966 geboren, studierte in Tübingen Rhetorik, Philosophie und Geschichte. Seit 1997 arbeitet er im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und ist  verantwortlicher Redakteur für Literatur und literarisches Leben.

 

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Barbara Klemm. Fotografien 1968-2013
Mit Texten von Michael Koetzle und Durs Grünbein
380 Seiten mit 250 Abbildungen, Leinen mit Schutzumschlag
Nimbus Verlag, Euro 48.-

 

Lesung mit Tönen

Léonce W. Lupette. Tablettenzoo. Gedichte

Mit Klängen von Fabian Eck

Dienstag, 22. Oktober 2013, 20:00 Uhr

Eintritt: frei

Luxbooks, 19.80 €

 

Tablettenzoo – Wie sprechen die Pillentiere, die Tierpillen, die in diesem Buch wohnen, wenn sie freigelassen werden? In welchem Zustand befinden sie sich, welche Wirkung haben sie auf Leser und Hörer? Manche sind gefährlich, aggressiv, kratzen an Häuten und Schichten; andere wiederum beruhigen, sind sanft und bedroht. Blicke aus Käfigen in andere Käfige hinein. Léonce W. Lupette stellt seinen Gedichtband vor – elektronisch unterstützt, provoziert, gezähmt und bedroht durch Fabian Eck. Ein Zoobesuch zwischen Vertierung und Medikation, bei dem Algorithmen und Daten irrational werden können, und Rausch und Delirium vernünftig.

Léonce W. Lupette lebt als Schriftsteller, Herausgeber, freier Übersetzer und Literaturwissenschaftler zwischen Buenos Aires und Frankfurt am Main. Studium der Komparatistik, Lateinamerikanistik und Philosophie. Mitherausgeber der Literaturzeitschriften karawa.net und Alba – Lateinamerika lesen.

Fabian Eck, geboren 1985, lebt in Frankfurt a.M. Arbeitet mit pure data, midi-controllern und intuitiver Tonsteuerung, unter anderem mit reutundE. sowie für das Perfomancekollektiv Arty Chock. Zeigte Arbeiten bei Artists’ Television Acess in San Francisco, beim Festival Shiny Toys und an der Gessnerallee Zürich.

Lesung und Gespräch

Monika Held. Der Schrecken verliert sich vor Ort

Moderation: Georg M. Hafner

Mittwoch, 25. September 2013, 20:00 Uhr

Eintritt: frei

Der Schrecken verliert sich vor Ort
Eichborn Verlag, 19,99 €

 

Monika Held erzählt in diesem Roman die Liebesgeschichte von Lena und Heiner – eine Liebesgeschichte, die beim Frankfurter Auschwitz-Prozess beginnt, bei dem Heiner als Zeuge aussagt. Heiner ist grundsätzlich unsicher den Menschen gegenüber – ohne Vorbehalt vertraut er nur seinen Kameraden aus Auschwitz. Jeder dieser Männer geht auf andere Weise mit seiner Erinnerung und seiner seelischen Beschädigung durch die Zeit der KZ-Haft um. Aber die gemeinsame Erfahrung der Unmenschlichkeit ist der Boden einer bedingungslosen Nähe, in deren Kraftfeld Lena als Liebste des Kameraden Heiner zugelassen, aber gleichzeitig Außenstehende ist; sie bleibt trotz aller Liebe fremd.

Monika Held gelingt es die Grundfragen der Beziehungsgeschichte zwischen Überlebenden der Konzentrationslager und Nachgeborenen in eine spannende, unpathetische  und anschauliche Erzählung zu fassen.

Monika Held ist Journalistin und wurde für ihre publizistische Arbeit über das Kriegsrecht in Polen und die Hilfstransporte zu den Überlebenden von Auschwitz mit der polnischen Solidarnosc-Medaille ausgezeichnet. „Der Schrecken verliert sich vor Ort“ ist ihr dritter Roman. Bei Eichborn erschienen „Augenbilder“ und „Melodie für einen schönen Mann“. Monika Held lebt in Frankfurt am Main.

Georg M. Hafner war Abteilungsleiter der Redaktion Politik und Gesellschaft beim Fernsehen des Hessischen Rundfunks. Für seine Filmdokumentationen erhielt er den Bayerischen Fernsehpreis und en Adolf-Grimme-Preis. Er ist Autor mehrerer Bücher.

 

Sighard Neckel, Greta Wagner und Rolf Haubl. Leistung und Erschöpfung. Burnout in der Wettbewerbsgesellschaft

BUCHVORSTELLUNG UND DISKUSSION

MODERATION: ANDREA ROEDIG

Datum:
Mittwoch, 3. Juli 2013 – 20:00
Eintritt:
frei
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Burnout ist ein Modethema, selbst “Burnout ist ein Modethema”-Artikel sind inzwischen in Mode. Dennoch wirft Burnout wichtige zeitdiagnostische Fragen auf, mit denen sich in dem von Sighard Neckel und Greta Wagner herausgegebenen Band “Leistung und Erschöpfung” renommierte SozialwissenschaftlerInnen befassen: In welchem Zusammenhang stehen der Wandel der Arbeitswelt und kollektive Erschöpfung? Ist Burnout eine „erfundene“ Krankheit? Welche Rolle spielen Prominente, die sich „geoutet“ haben? Und warum findet das populäre Sinnbild des leeren Akkus solche Resonanz? Gerade die Unbestimmtheit und Zeitgebundenheit des Phänomens machen Burnout zu einem lohnenden Gegenstand soziologischer Gegenwartsanalysen.

Sighard Neckel ist Professor für Soziologie an der Goethe Universität Frankfurt und Mitglied des Kollegiums des Instituts für Sozialforschung.

Greta Wagner, Soziologin, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe Universität.

Rolf Haubl ist Professor für Soziologie und psychoanalytische Sozialpsychologie an der Goethe Universität und Direktor der Sigmund Freud Instituts.

Andrea Roedig, promovierte Philosophin, ist freie Publizistin in Wien.