Souveränität – Freiheit – Demokratie

BÜCHERVORSTELLUNG UND DISKUSSION MIT DANIEL LOICK UND JULIANE REBENTISCH MODERATION: AXEL HONNETH

Datum:
Dienstag, 22. Mai 2012 – 20:00
Eintritt:
frei

In welchem Verhältnis stehen politische Souveränität, die immer auch Gewalt einschließt, und demokratische Freiheit zu einander? Zwei Neuerscheinungen gehen mit dieser Frage ganz unterschiedlich um. Wir wollen sie vorstellen und diskutieren.

Daniel Loick ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Goethe-Universität Frankfurt. In seinem Buch Kritik der Souveränität versteht er die staatliche Souveränität nach dem Vorbild von Adorno und Horkheimer als ironisch: Mit jedem Schritt, den die Menschen aus der Gewalt der Natur heraus tun, wächst die Gewalt des staatlichen Systems. Diese Dynamik als ironisch zu verstehen heißt zugleich, die Forderung nach einer grundsätzlichen Eliminierung von Gewalt in der Politik erheben. An die Stelle des Zwangs im Recht soll radikaldemokratische Partizipation treten.

Juliane Rebentisch ist Professorin für Philosophie und Ästhetik an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach. In Die Kunst der Freiheit vertritt sie die These, dass die Souveränität des Politischen nicht antidemokratisch, sondern eine wesentliche Strukturbestimmung der Demokratie ist. Die Souveränität des Politischen ist ein genaues Korrelat der Potentialität des demokratischen Subjekts und seiner Freiheit. In dieser Perspektive geht es nicht um die Überwindung, sondern um eine demokratische Transformation der Souveränität.

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem
Institut für Sozialforschung, Frankfurt am Main.

Kritik der Souveränität

Daniel Loick, Kritik der Souveränität, Campus 2012, 34.90 €

Juliane Rebentisch, Die Kunst der Freiheit. Zur Dialektik demokratischer Existenz, Suhrkamp 2012, 16.00 €

Silvia Tennenbaum im Gespräch mit Ruth Fühner

GEMEINSAME VERANSTALTUNG IM UND MIT DEM BUCHLADEN LAND IN SICHT

FRANKFURT LIEST EIN BUCH

Datum:
Montag, 23. April 2012 – 20:30
Ort:
Buchladen Land in Sicht, Rotteckstr. 13
Eintritt:
8.- €
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Auch in diesem Jahr liest Frankfurt ein Buch: Silvia Tennenbaums Roman „Straßen von Gestern“.

Gemeinsam mit dem Buchladen Land in Sicht laden wir Silvia Tennenbaum zu einem Gespräch ein. Ruth Fühner wird sich mit Silvia Tennenbaum über die Entstehungsgeschichte des Buches unterhalten, über ihre Beziehung zu Frankfurt, der Stadt, in der sie aufgewachsen ist, die sie verlassen musste und die ihr jetzt dieses Lesefest widmet.

Silvia Tennenbaum erzählt in ihrem Roman „Straßen von Gestern“ von der untergegangenen Welt einer alteingesessenen Frankfurter Familie, die fest im liberalen deutsch-jüdischen Bürgertum verankert ist. Sie schildert die weit verzweigte Familiengeschichte der Wertheims von der Jahrhundertwende bis zum Ende des zweiten Weltkriegs.

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Silvia Tennenbaum wurde 1928 in Frankfurt am Main geboren und emigrierte 1938 in die USA. Sie studierte Kunstgeschichte an der Columbia University und arbeitete als Kunstkritikerin. 1978 erschien ihr erster Roman RACHEL, THE RABBI’S WIFE, der in den USA auf Anhieb zum Bestseller wurde. 1981 folgte der Roman YESTERDAY’S STREETS. Silvia Tennenbaum lebt auf Long Island und hält sich seit 1983 regelmäßig für einige Zeit in Frankfurt am Main auf.

Ruth Fühner, geb. 1953, Studium der Germanistik und Geschichte, Promotion über die Konstruktion von Subjektivität in modernen Autobiographien. Seit 1984 Autorin, Kritikerin und Moderatorin für hr2. Veröffentlichungen u.a. über den Frankfurter Grüngürtel, die Reformation und die Geschichte des Kibbuz. Aktuelles Projekt: ein Essay über Golda Meir.

Wolfgang Pohrt

Kapitalismus forever

Über Krise, Krieg, Revolution, Evolution, Christentum und Islam

Im Science-Fiction-Klassiker Alien kämpft eine Raumschiffbesatzung gegen ein außerirdisches Monster. Zur Crew gehört unter anderem der Android Ash, der eine exklusive Meinung über das Monster hat: „Ich bewundere die konzeptionelle Reinheit. Geschaffen, um zu überleben. Kein Gewissen beeinflusst es“. Einen Bruder im Geiste scheint Ash nun in Wolfgang Pohrt gefunden zu haben, der in seinem neusten Buch Kapitalismus Forever einer ähnlich bizarren Schwärmerei das Wort redet: „Wunderbar, dieses Kapital, einfach wunderbar. Sein einziger Daseinszweck besteht darin, sich zu vermehren – wie das Leben selbst“. Was macht, fragt man sich verwundert, der ausgewiesene Marxist Pohrt da bloß?
Während anderswo der kommende Aufstand beschworen wird, erklärt er leichthändig, warum der Kapitalismus trotz Krise so gut funktioniert und wieso sich die Kritik an ihm seit eh und je die Zähne ausbeißt. Die Formel für die Art und Weise, wie das Erzählen in Kapitalismus Forever vonstatten geht, wird gleich zu Beginn mitgeliefert: „Der Blick zurück ist ein Blick in den Spiegel“. Über die Abrechnung mit seiner eigenen Vergangenheit, die mit den 68ern eng verknüpft ist, gelangt Pohrt zu einer schonungslosen Analyse der gegenwärtigen gesellschaftlichen Verhältnisse.
Analog zum Android Ash, einem künstlichen Menschen, handelt es sich bei dem Ich, das in Kapitalismus Forever spricht, um eine Kunstfigur. Sie lässt ein bestimmtes Bild vom Autor entstehen. Pohrt erscheint zum einen unheimlich zynisch und altersweise, der gegen jeden und alles polemisiert: vor allem aber gegen den Marxismus. Das zu lesen macht Laune. Der Ton ist passagenweise so ätzend wie das grüne, schleimige Blut, das durch die Adern des Aliens rinnt. Zum anderen tritt Pohrt aber auch zutiefst verunsichert auf, mit sich selbst ringend, ob der Kapitalismus nicht doch endlich sei.
All das spielt sich auf knapp 100 Seiten ab. Die komplexe Themenreihe, wie sie der Untertitel annonciert, wird förmlich in Lichtgeschwindigkeit abgehandelt. Auf der Strecke bleiben dabei manchmal unweigerlich die Argumente und Pointen. Die Lektüre wird deshalb zu einer speziellen Kopfsache: Kopfnicken und Kopfschütteln wechseln sich dabei ab.  Sich stets bestätigt zu fühlen wäre allerdings auch langweilig.
Hoffnung auf ein Leben jenseits des Kapitalismus macht Pohrt jedenfalls nicht. Er würde es in der Hinsicht wohl eher mit Ash halten: „Sie scheinen immer noch nicht zu begreifen, womit Sie es zu tun haben: Mit einem perfekten Organismus“.

Malte Kleinjung

Wolfgang Pohrt
Kapitalismus Forever .  
Über Krise, Krieg, Revolution, Evolution, Christentum und Islam.
Edition Tiamat, 2012, 13,- Euro

 

 

 

Werkstattgespräch

ELISABETH EDL UND WOLFGANG MATZ

Datum:
Dienstag, 20. März 2012 – 20:00
Eintritt:
5,- Euro

Elisabeth Edl hat mit außergewöhnlichem Erfolg die beiden großen Romane von Stendhal „Rot und Schwarz“ und „Die Kartause von Parma“ übersetzt. Nun hat sie sich an eine Neuübersetzung von Gustave Flauberts „Madame Bovary“ gewagt, an jenes Buch, das Flaubert einen Prozess wegen „Unmoral“ eintrug, zugleich aber sofort seinen Ruhm gewann als der vollkommenste Roman der Geschichte. Legendär ist der Autor Flaubert, der jahrelang jeden Satz über die nächtliche Seine brüllte, bis er endlich perfekt war. Elisabeth Edl und der Lektor Wolfgang Matz erzählen in einem Werkstattgespräch, wie man große Romane in der Neuübersetzung nacherschafft und was die Unterschiede sind zwischen zwei gleichgroßen Autoren der Weltliteratur.

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Elisabeth Edl, 1956 geboren, lehrte von 1983 bis 1995 Germanistik in Poitiers (Frankreich). Für ihre Übersetzungen französischer Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts wurde sie u.a. mit dem Paul Celan?Preis, dem Petrarca?Preis, dem Hieronymus?Ring, dem Johann Heinrich Voß?Preis, dem Österreichischen Staatspreis und dem Zuger Anerkennungspreis ausgezeichnet. 2009 wurde sie zum Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung gewählt und zum Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres der Republik Frankreich ernannt.

Wolfgang Matz, geboren 1955, arbeitet als Lektor beim Carl Hanser Verlag in München. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher und Aufsätze zur deutschen und französischen Literatur. Als Übersetzer französischer Prosa und Lyrik erhielt er den Paul Celan-Preis, den Petrarca-Preis und den Werkbeitrag der Pro Helvetia.

Frank-Olaf Radtke: Kulturen sprechen nicht. Die Politik grenzüberschreitender Dialoge

FRANK-OLAF RADTKE IM GESPRÄCH MIT DANIEL COHN-BENDIT

Datum:
Donnerstag, 1. März 2012 – 20:00
Eintritt:
frei
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Können “Dialoge zwischen den Kulturen” Ausgrenzung verhindern und Integration fördern?
Das fragt Frank-Olaf Radtke vor dem Hintergrund zahlloser Dialogforen, die auf internationaler, europäischer aber auch auf nationaler und lokaler Ebene eingerichtet worden sind. Radtke hält diese Praxis für entpolitisierend.
Er stellt fest, dass Kulturen weder sprechen noch handeln. Die Rede vom interkulturellen Dialog kaschiert Differenz, wo es darum ginge, Interessengegensätze zu thematisieren, anzuerkennen und nach Kompromissen zu suchen. Der Autor fordert Disput statt Dialog. Er plädiert für den öffentlich auszutragenden Streit über Differenzen und konkrete gesellschaftliche Probleme.

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Frank-Olaf Radtke war bis Anfang 2011 Professor für Erziehungswissenschaften an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Er war u.a. Mitglied im Rat für Migration, einem bundesweiten Zusammenschluss von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die die Politik in Fragen von Migration und Integration öffentlich kritisch begleitet haben, und hat zahlreiche Veröffentlichungen im Bereich Erziehung, Gesellschaft und Politik vorgelegt.

Daniel Cohn-Bendit, Publizist und Politiker, LES VERTS, MdEP, ist Ko-Vorsitzender der Fraktion der Grünen/Freie Europäische Allianz im Europäischen Parlament. Er war in Frankfurt der erste Leiter des neugeschaffenen “Amtes für multikulturelle Angelegenheiten”.

Frank-Olaf Radtke
Kulturen sprechen nicht. Die Politik grenzüberschreitender Dialoge
Hamburger Edition, 2011
12,- Euro

Machen wir Frieden oder haben wir Krieg? Auf UN-Mission in Afghanistan

EIN GESPRÄCH MIT TOM KOENIGS

MODERATION: MANFRED SAPPER

Datum:
Montag, 13. Februar 2012 – 20:00
Eintritt:
frei
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Tom Koenigs kennt die Verhältnisse am Hindukusch aus nächster Nähe. 2006/2007 leitete er die zivile Mission der Vereinten Nationen in Afghanistan. Er diskutierte mit dem afghanischen Präsidenten, traf den König, den obersten Richter und die verschiedenen Gouverneure in den Verwaltungsdistrikten, viele von ihnen ehemalige Warlords.
Sein Buch über die UN-Mission in Afghanistan liefert konkrete Argumente zu den Debatten über Krieg und Frieden. Dabei geht es um die Zukunft des internationalen Engagements in Afghanistan. Was soll nach zehn Jahren Einsatz am Hindukusch passieren? Führt die westliche Einmischung in Afghanistan zu Wiederaufbau und Befriedung oder scheitert sie?
Koenigs ist heute Bundestagsabgeordneter der Grünen und Vorsitzender des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe im Deutschen Bundestag.

Tom Koenigs, 1944 geboren, studierte in Berlin. Er war Arbeiter und politischer Aktivist, Buchhändler und Übersetzer. Seit 1983 ist er Mitglied der Grünen und bekleidete verschiedene politische Ämter: Dezernent für Umwelt und Stadtkämmerer in Frankfurt am Main, stellvertretender Sondergesandter der UN im Kosovo, Leiter der UN-Mission in Guatemala, Menschenrechtsbeauftragter im Auswärtigen Amt, Leiter der zivilen UN-Mission in Afghanistan.
Manfred Sapper, 1962 in Kassel geboren, studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Soziologie in Frankfurt am Main, Siena und Moskau. Er promovierte über »Die Auswirkungen des Afghanistankriegs auf die Sowjetgesellschaft« und unterrichtete Internationale Beziehungen und osteuropäische Zeitgeschichte an der Universität Mannheim. Seit 2002 ist er Chefredakteur der Monatszeitschrift »Osteuropa«.

Tom Koenigs
Machen wir Frieden oder haben wir Krieg?
Auf UN-Mission in Afghanistan
Wagenbach Verlag,  2011
19,90 €

Ann Cotten – Kommunismus als Werkphase

VORTRAG UND DISKUSSION

MODERATION: MALTE KLEINJUNG

Datum:
Freitag, 27. Januar 2012 – 20:00
Eintritt:
frei
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In letzter Zeit ist die ernsthafte Beschäftigung mit dem Kommunismus bzw. den Marxschen Analysen der Ökonomie wieder aktuell geworden, wie etwa ein Auftritt Slavoj Žižeks im Frankfurter Literaturhaus erst kürzlich anschaulich machte. Das legt einen Blick zurück nahe, zum Beispiel auf die sogenannten „Poet Critics“, eine Gruppe junger englischer Dichter um W.H. Auden, zu der u.a. Stephen SpenderLouis Mac NeiceCecil Day Lewis und Charles Madge gehörten. Sie begeisterten sich in den 30er Jahren für den Kommunismus und stellten ihr Schreiben in seinen Dienst.
Die Lyrikerin Ann Cotten hat sich damit beschäftigt und stellt eine Auswahl von Texten aus diesem Kreis vor, die sie übersetzt und kommentiert. Für die Gruppe um Auden war Dandytum und Volksdichtertum kein Widerspruch. Dass das nicht ohne Konflikte geschah, lässt sich leicht ausmalen. Anhand der von ihr gesammelten Texte wird Ann Cotten solche Konfliktlinien zu konturieren versuchen, aber auch die Schönheit und das ästhetische Niveau dieser Texte in Erinnerung rufen.
Was waren die Gründe für den Entschluss, sich als Dichter der kommunistischen Sache zu verschreiben? Welche Erfahrungen führten zu Desillusionierung und Abkehr? Und wo finden sich Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu den jungen deutschsprachigen LyrikerInnen der Gegenwart?
Darüber will Ann Cotten im Anschluss an den Vortrag mit dem Publikum diskutieren.

Ann Cotten, die sich zu den mit dem Kommunismus sympathisierenden Ästheten rechnet, wurde 1982 in Iowa geboren und wuchs in Wien auf. Seit 2006 lebt sie als Schriftstellerin und Übersetzerin in Berlin. Zuletzt sind von ihr erschienen: Florida-Räume, Suhrkamp (2010) und Helm aus Phlox, Merve (2011).

Mit freundlicher Unterstützung des „Instituts für deutsche Literatur und ihre Didaktik“ der Goethe-Universität Frankfurt

Unsere Lieblingsbücher und ein Satz dazu …

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 Belletristik / Sachbuch:
 
Olivier Adam:
Gegenwinde

Roman
Aus dem Französischen von Andrea Spingle
 
Klett-Cotta Verlag
 
"Ein Jahr nach dem spurlosen Verschwinden seiner Frau Sarah erträgt es Paul nicht länger, in Paris zu leben. Mit seinem neunjährigen Sohn und seiner fünfjährigen Tochter zieht er in seine Heimatstadt an die bretonische Küste, in der vagen Hoffnung, dort die Scherben des Familienlebens wieder zusammenfügen, seine Kindern dem unerträglichen Schmerz zu entreißen und von neuem im Leben Fuß fassen zu können. (…) Der Versuch eines Neuanfangs zwischen Hoffnung und Verzweiflung, gespiegelt und metaphorisch tief durchdrungen von eindrücklichen Naturbeobachtungen." CG
 
 
Zsuzsa Bánk:
Die hellen Tage
Roman
 
S. Fischer Verlag
 
 "… Es wäre noch viel zu sagen über die Meisterschaft, mit der Bánk ihre Geschichte aufgebaut hat, die vielen literarischen Kunstgriffe, die Sprache … Aber besser ist es, eins der wohl ungewöhnlichsten und schönsten Bücher dieses Jahres einfach selbst zu lesen" IH
 
 
 
  
 
Michael Kumpfmüller:
Die Herrlichkeit des Lebens
Roman
 
Kiepenheuer & Witsch
 
"… Dieses letzte Jahr im Leben Kafkas – der im Buch immer nur „der Doktor“ genannt wird – erzählt Michael Kumpfmüller in „Die Herrlichkeit des Lebens“, und er schreibt einen Roman, keine Biographie. Der Autor kennt sich in den Texten, Briefen und Tagebüchern Kafkas aus, geht aber weit darüber hinaus. Indem er abwechselnd die Perspektiven von Kafka und Dora Diamant wechselt, entsteht ein dichtes und zartes Bild des Dichters, das über den bekannten Zauderer, gedemütigten Sohn und verquälten Schriftsteller hinausreicht." RR
 
 
 
Wolfgang Büscher:
Hartland
Zu Fuß durch Amerika
 
Verlag Rowohlt Berlin
 
"… Büscher schafft es, all dem bereits Geschriebenen, Bekannten über Amerika etwas Neues hinzuzufügen. Das Laufen erzeugt einen Rhythmus, dem Büschers Sprache folgt. Sie ist klar, lakonisch, manchmal durchaus pathetisch, oft komisch.
Dieses Buch liest sich einfach großartig – und außerdem lernt man das eigene Sofa dabei doch sehr schätzen!" RR
 
 
 
 
Lorenza Foschini: Prousts Mantel
Die Geschichte einer Leidenschaft
Aus dem Italienischen von Annette Kopetzki
 
Verlag Nagel & Kimche
 
"Jacques Guérin war Eigentümer der berühmten Parfumfabrik „Parfums d’Orsay“ vor den Toren von Paris. Seine Mutter hatte das Unternehmen aufgebaut; 1936 übernahm der Sohn die Leitung, die er bis in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts innehatte. Aber er hatte nicht nur eine „Nase“ für erfolgreiche Düfte. Schon in jungen Jahren durchstöberte er erfolgreich Antiquariate, sammelte Handschriften und Autographen von damals noch unbekannten Künstlern. Proust zählte zu seinen Lieblingsautoren, und ihm sollte in späteren Jahren seine ganze Sammelleidenschaft gehören. (…) Prousts Mantel ist ein kurzweilig und amüsant erzähltes Stück Sammler-, Kultur- und Literaturgeschichte, das nicht nur Proustverehrern Spaß machen wird." RR
 
 
  
Kinderbuch / Jugendbuch:
 

Alexis Deacon: Sieben Hamster.
Wie wir das Meer überquerten, den Berg bestiegen, die Wüste überlebten – und ein neues Zuhause fanden.
Aus dem Englischen von Uwe-Michael Gutzschhahn.
Ab 3 Jahre
Gerstenberg Verlag

"Sieben Hamsterkinder wachsen in einer kleinen dunklen Höhle auf. Doch eines Tages werden sie zu groß und müssen sich ein neues Zuhause suchen. Als sie aus ihrem Loch krabbeln liegt die ganze Welt vor ihnen – nun ja, genauer gesagt ein kleiner Hinterhof-Schrottplatz (…) Ein witziges und außergewöhnlich illustriertes Bilderbuch, das zeigt, dass man mit Mut und Zusammenhalt alles schaffen kann." SB

 

Endre Lund Eriksen: To do!
Aus dem Norwegischen von Maike Dörries
Ab 13 Jahre
Sauerländer Verlag

"Julie ist vierzehn Jahre alt und hat eine Woche lang „sturmfreie Bude“. Jetzt will sie endlich eine aus zehn Punkten bestehende persönliche To-do-Liste abarbeiten, um sich von „Miss Nice Girl“ in die „Queen oft the World“ zu verwandeln. Auf der Liste stehen Dinge wie „jemanden Küssen, zur Not auch ein Mädchen“, „mich betrinken“ … Soweit also ganz normale Wünsche einer Vierzehnjährigen, allerdings ist bei Julie alles etwas anders, denn sie ist blind. Da bekommen die Punkte „auf einem Brückengeländer balancieren“ und „Auto fahren“ eine ganz andere Bedeutung." BR

 


Michael Frowin / Joelle Tourlonias: Mikropolis
Ab 5 Jahre
Jacoby & Stuart

"Auf einem kleinen Flecken Grün in der Großstadt lebt eine Insekten-Wohngemeinschaft. Da gibt es zum Beispiel Marienkäfer Kurt, der eigentlich Kung heißt uns sich als „deutschen Marienkäfer mit chinesischem Migrationshintergrund“ bezeichnet; Stubenfliege Kostas, der sich für eine Eintagsfliege hält und jeden Abend damit rechnet, dass es mit ihm vorbei ist (…) Dieses großartig illustrierte Bilderbuch für Kinder ab 5 Jahren basiert auf einer Kinderoper von Christian Jost, welche die „Komische Oper Berlin“ noch bis Februar 2012 aufführt." SB

 


Rose Lagercrantz / Eva Eriksson:
Mein glückliches Leben
Aus dem Schwedischen von Angelika Kutsch
Für alle, die schon gerne selber lesen
Moritz Verlag

 "Mein glückliches Leben ist die zauberhafte Geschichte eines kleinen Mädchens, das sich nie unterkriegen lässt. Ein Buch zum Vorlesen, Erstlesen oder einfach zum Anschauen, denn Eva Eriksson gelingt es mit ihren wundervollen Bildern eine ganz eigene Kinderwelt entstehen zu lassen." SB

 

 

Anke M. Leitzgen / Lisa Rienermann:
Erforsche deine Welt
Forschen lernen für Kinder

Ab 6 Jahren
Beltz & Gelberg

"Ein Forschungs- und Experimentierbuch mal von ganz anderer Art. Es geht um das Forschen an sich: neugierig auf seine Welt schauen, sie wahrnehmen und hinterfragen. Denn alles kann erforscht werden. Zwei Beispiele: ‘Was macht eine Mütze warm?’ oder: ‘Wie schafft man Erinnerungen?’" CG

 

 

Tosca Menten: Dummie die Mumie außer Rand und Band
Aus dem Niederländischen von Andrea Kluitmann.
Ab 9 Jahre

Thienemann Verlag

"Darwishi Ur-Atum Msamaki Minkabh Ishaq Edoni, Sohn des Pharaos Achnetoet, ist eigentlich eine 4000 Jahre alte Mumie. Auf einem Transport in ein niederländisches Museum wird er durch einen Blitzschlag “wiederbelebt”. Er flieht in dunkler Nacht durch diese ihm unbekannte Welt und trifft zufällig auf Goos und seinen Vater, die in einem kleinen Dorf wohnen.

Zunächst völlig verstört, versuchen seine Gastgeber ihn in die Eigenheiten des 21. Jahrhunderts einzuführen. Beiden ist jedoch klar, dass niemand Dummies (= Abkürzung seines Namens, s.o.) wahre Identität erfahren darf. Sonst würde er zu einer Art „Sensations-Forschungsobjekt“ missbraucht. Also wird er als Cousin aus Ägypten mit schweren Brandwunden ausgegeben. Dummie ist sehr wissbegierig, schäumt über vor Ideen und will natürlich auch wie Goos zur Schule gehen…" CG

 

Mirjam Pressler: Ein Buch für Hanna
Roman
Ab 14 Jahren

Beltz & Gelberg

"Leipzig im Sommer 1939. Die vierzehnjährige Hannelore Salomon aus Leipzig bereitet sich mit acht weiteren jüdischen Mädchen auf die Auswanderung nach Palästina vor. Doch der direkte Weg der Ausreise ist bereits versperrt, und die Gruppe landet in Dänemark. Ihr Halt ist die Gruppe und besonders die ältere Mira. (…) Als die Deutschen in Dänemark einmarschieren, wird sie aufgegriffen und ins KZ Theresienstadt transportiert. Auch die anderen Mädchen ihrer Gruppe wurden nach Theresienstadt gebracht und Hanna trifft sie dort wieder. Über ein Jahr leben sie im Lager, und wie ein Wunder überleben alle – außer Mira. Auf Umwegen schafft es Hanna, 1948 nach Israel zu gelangen. Damit endet das Buch.

Miriam Pressler hat Hanna Salomon in einem Kibbuz in Israel kennen gelernt und sie über dreißig Jahre lang regelmäßig getroffen. Sie hat viel aus deren Leben erfahren und war beeindruckt von ihrer Güte und Wärme. Nach Hannas Tod beginnt sie, deren Leben in den Jahren von 1939 bis 1948 aufzuschreiben. Das Buch ist jedoch keine Biografie geworden, sondern ein Roman, der wahre Begebenheiten und Fiktion verknüpft. Es ist ein Buch über die Erfahrungen von Leid, Einsamkeit und Tod, aber auch von Solidarität und Hilfe unter schwierigsten Bedingungen." RR

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Ihre
Autorenbuchhändlerinnen


 

 

 


 

 

 



 

EINLADUNG ZUR BUCHVORSTELLUNG

 

Günter Franzen

Zeit des Zorns. Tagebuch einer Trauer
 

Mittwoch, 16. November 2011, 20 Uhr

Eintritt frei

 
In seinem zwischen 2009 und 2011 verfassten Tagebuch setzt sich der Schriftsteller Günter Franzen mit dem Leben und Sterben seiner Frau, der Frankfurter Psychoanalytikerin Franziska Lorenz auseinander.
Günter Franzens Buch ist wütend und aufbegehrend, sein „Tagebuch einer Trauer“ ist kein sanftes, letzlich versöhnendes Abschiednehmen. Er zürnt, dass ihm genommen wurde, was ihm als das große Wunder seines Lebens erschien: die Liebe, die er mit seiner Frau erleben durfte. Franzen beschreibt die Ungeheuerlichkeit, die dieser Tod für ihn bedeutet. Er ist weder fähig noch willens, etwas „Richtiges“ darin zu sehen. Er kann und will sich nicht trösten lassen, weder durch gutmeinende Freunde, noch durch die Religion oder die Philosophie.
 
Der Lesung geht ein Gespräch des Autors mit der Lektorin Evamaria Bohle voraus, die den Schreibprozess  begleitet hat.
 
Günter Franzen, geboren 1947, langjähriger Gruppenanalytiker, lebt als Schriftsteller in Frankfurt. Er veröffentlicht unter anderem in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und im Deutschlandradio.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Günter Franzen
Zeit des Zorns. Tagebuch einer Trauer
Kreuz Verlag 2011.
180 Seiten, Gebunden, € 18,95

EINLADUNG:

Figuren des Immunen. Elemente einer politischen Theorie

Buchgespräch mit Isabell Lorey und Thomas Lemke

Freitag, 28. Oktober 2011 um 20 Uhr

Eintritt 4 Euro

Die republikanischen Auseinandersetzungen zwischen Plebejern und Patriziern bilden ein Urszenarium politischer Theorie. Am Beispiel des Exodus der Plebejer und den darauffolgenden Kämpfen zweier politischer Ordnungen um eine neue Konstituierung interpretiert Isabell Lorey die römische Geschichte neu. Dabei erhält bei ihr der homo sacer, ganz anders als bei Agamben, eine widerständige immunisierende Funktion. Diese Neuinterpretation der römischen Geschichte dient als Hintergrund für eine umfassende politische Theorie der Immunisierung. Anhand unterschiedlicher Figuren des Immunen werden die Dynamiken zwischen dem Bedrohlichen, dem Aufstand, der Seuche auf der einen Seite und der Herrschaftssicherung auf der anderen Seite, zwischen dem Gefährdeten und der herrschenden Ordnung analysiert.

Isabell Lorey lehrt Politische Theorie, Kulturwissenschaften und Gender Studies an der Humboldt-Universität zu Berlin und der Universität Wien.

Thomas Lemke hat die Heisenberg-Professur für Soziologie mit dem Schwerpunkt Biotechnologie, Natur und Gesellschaft am Fachbereich 3 der Goethe Universität Frankfurt.

  

 

 

Isabell Lorey
Figuren des Immunen. Elemente einer politischen Theorie
Diaphanes 2011, 26,90 €

 

Freitag, 7. Oktober 2011, 20 Uhr

 

HUGO BALL  UND  ERNST BLOCH
EINE MOMENTAUFNAHME DER DEUTSCHEN INTELLIGENZ

Lesung, Gespräch und Rezitation

Eintritt: frei


Über die Begegnung zwischen Hugo Ball und Ernst Bloch und ihre Folgen für die deutsche Intelligenz im Ersten Weltkrieg sprechen, lesen und diskutieren:
Michael Braun, Gerhard Deny, Karl Piberhofer und Marcus Roloff.

Zwei Feuerköpfe des Geistes, zwei Freidenker mit anarchistischen und messianischen Zügen trafen im Oktober 1917 im Schweizer Exil aufeinander: Hugo Ball, der Literaturrevolutionär, der sich gerade von den Verheißungen des von ihm begründeten Dadaismus losgesagt hatte, und Ernst Bloch, der mit seinem expressionistischen „Geist der Utopie“ eine neue Prophetie formulierte.

Gegen den mörderischen Wahnsinn des Ersten Weltkrieges setzten Ball und Bloch in der „Freien Zeitung“ in Bern ihre radikaldemokratischen Ideale. Aus der Freundschaft der beiden erwuchs zunächst eine gemeinsame Theologie der Revolution.
Die Zusammenarbeit dieser unabhängigen Geister sorgte aber nicht für wechselseitige Inspiration, sondern auch für eine gewaltige Reibungshitze, die bald zum Zerwürfnis führte.

Zum 125. Geburtstag von Hugo Ball ist nun im Verlag Das Wunderhorn der von Michael Braun herausgegebene Sammelband: „Der magische Bischof der Avantgarde“ erschienen, der auch die gemeinsame Zeit von Ball und Bloch thematisiert:

 

Hugo Ball – der magische Bischof der Avantgarde.
Verlag Das Wunderhorn 2011.

148 Seiten, Gebunden, € 18,90

 

 

 

 

 

 

Die Beiträge:
Ernst Teubner: Hugo Ball, Ein Lebensbild in Umrissen
Bärbel Reetz: Emmy Hennings und Hugo Ball – „ein wunderliches Paar“
Eckhard Faul: Hugo Ball und die Pfalz
Gerhard Deny: Askese und Veitstanz: Hugo Ball und Hermann Hesse
Michael Braun: Katholizität und Anarchie: Hugo Balls Passionen
Norbert Lange: „Gadji Beri Bimba“ – Hugo Balls Sprachenwunder
Karl Piberhofer: An der Wiege des Dadaismus wird gesungen. Zu Hugo Balls Totentanz 1916
Hugo Ball: Totentanz 1916
Gerhard Deny: Gegenwelten. Die religiösen Fluchtlinien Hugo Balls
Urs Allemann: das haben Sie gewaltet / eine verhornung

 

 

Eine Einladung

 
 Autoren feiern
  
 am Samstag, den 24. September 2011 ab 17 Uhr in unserer Buchhandlung:

10 Jahre Autorenbuchhandlung Marx & Co
32 Jahre Autorenbuchhandlung
90. Geburtstag von Walter Boehlich

Wir feiern den Erfolg unseres genossenschaftlichen Modells, die Buchhandlung als Ort der Kommunikation und Information.
 

 

 
 

 
 
 
 
 
 
2001 Eröffnung:
Autorenbuchhandlung Marx & Co., Grüneburgweg

Autoren werden Briefe von Walter Boehlich an Ingeborg Bachmann, Gottfried Benn, Max Frisch, Uwe Johnson, Wolfgang Koeppen, Siegfried Lenz, Hans Erich Nossack und Siegfried Unseld lesen.

Im Anschluss gibt es Brezeln und Wein.
 
Wir freuen uns auf Sie!
Ihre Autorenbuchhändlerinnen
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Walter Boehlich (16.9.1921 bis 6.4.2006) war Literaturkritiker, Verlagslektor und Übersetzer, eine der großen intellektuellen Gestalten der alten Bundesrepublik, der das öffentliche Leben geprägt hat. Er war einer der Gründer der Autorenbuchhandlung.
Auf dem Foto ist er (rechts) im Gespräch mit Valentin Senger zu sehen.
Das Foto entstand 1984 in der "alten" Autorenbuchhandlung, Eppsteiner Straße.

 


Unsere nächste Veranstaltung:

Freitag, 7. Oktober 2011, 20 Uhr

HUGO BALL  UND  ERNST BLOCH
EINE MOMENTAUFNAHME DER DEUTSCHEN INTELLIGENZ

Lesung, Gespräch und Rezitation

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