Lesung – Antje Rávic Strubel – Kältere Schichten der Luft

Datum:
Donnerstag, 31. Mai 2007 – 20:00
Eintritt:
frei
Strubel Cover

Schauplatz des neuen Romans von Antje Rávic Strubel ist ein Kanu-Camp in Schweden. Hier arbeiten Aussteiger, Abenteuersuchende, Arbeitslose und Naturfreaks. Für einige Sommerwochen retten sie sich in eine kulturferne Landschaft. Auch Anja hat sich aus ihrem deutschen Kleinstadtalltag geflüchtet. Sie trifft auf Siri, eine fremde junge Frau, die noch immer auf ihren verschollenen Geliebten wartet. Immer mehr wird Anja zu diesem geheimnisvollen Geliebten “Schmoll”. Ist der Zauber dieser wiedergefundenen ersten Liebe Wirklichkeit oder Phantasie? Oder eine Täuschung des nördlichen Lichts?

Porträt Strubel

Antje Rávic Strubel, 1974 in Potsdam geboren, studierte nach einer Buchhandelslehre Amerikanistik, Psychologie und Literaturwissenschaften in Potsdam und New York. Sie wurde u.a. mit der Roswitha-Medaille der Stadt Gandersheim ausgezeichnet und erhielt den Förderpreis zum Bremer Literaturpreis. Sie veröffentlichte die Romane Offene Blende, Unter Schnee, Fremd Gehen. Ein Nachtstück sowie Tupolew 134.

Buchvorstellung: Götz Aly “Fromms”

Datum:
Donnerstag, 26. April 2007 – 15:00
Ort:
Frankfurter Nachtclub Pik Dame – Elbestraße 31 – 60329 Frankfurt
Eintritt:
6 €

Fromms

Wie der jüdische Kondomfabrikant Julius F. unter die deutschen Räuber fiel

Die Geschichte der Firma „Fromms Act“ und ihres Gründers Julius Fromm ist ein eindrucksvolles Stück politischer Sittenkunde der Deutschen im 20. Jahrhundert. Götz Aly und Michael Sontheimer erzählen, wie der Sohn armer jüdischer Wirtschaftsmigranten aus Russland 1923 in Berlin mit der Massenproduktion von Kondomen anfing und das begehrte wie umstrittene Produkt in Deutschland zum Erfolg führte.

Hermann Göring ließ die florierende Firma 1938 seiner Patentante zukommen. Im Gegenzug schenkte sie ihm zwei Ritterburgen. Fromms erhebliches Vermögen überführten deutsche Beamte in Hitlers Kriegskasse. Der Gummifabrikant und die meisten Mitglieder seiner Familie konnten aus Berlin fliehen und überlebten den Holocaust – über den Globus verstreut. Doch nach dem Krieg enteigneten deutsche Kommunisten Julius Fromm ein zweites Mal.

Aly Copyright Walter Pehle

Götz Aly, geb. 1947, war Gastprofessor am Fritz Bauer Institut Frankfurt/M.; Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste zu Berlin und Marion-Samuel-Preis der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft. In den Fischer Verlagen u. a.: „Vordenker der Vernichtung“ (mit Susanne Heim); „’Endlösung’“; „Im Tunnel. Das kurze Leben der Marion Samuel 1931-1943“; “Hitlers Volksstaat. Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus”; “Volkes Stimme. Skepsis und Führervertrauen im Nationalsozialismus”.

In memoriam Anna Politkovskaja

Datum:
Dienstag, 20. März 2007 – 20:00
Eintritt:
frei
Anna Politkovskaja

Lesung zum „2. Jahrestag der politischen Lüge“

Einem Aufruf der Peter-Weiss-Stiftung folgend, der u.a. vom “PEN/Writers in Prison”-Netzwerk, dem Goethe-Institut, dem Verband Deutscher Schriftsteller und den Reportern ohne Grenzen unterstützt wird, möchten wir uns einer weltweiten Lesung zum Gedenken an Anna Politkovskaja anschließen. Die erste Aktion fand am 20.03.2006 zum Jahrestag des Kriegsbeginns im Irak statt. An diesem ersten “Jahrestag der politischen Lüge” wurde Eliot Weinbergers “Was ich hörte vom Irak” an 47 Veranstaltungsorten weltweit vorgetragen – in Australien, den USA, Deutschland, Griechenland, im Libanon, in Großbritannien, den Niederlanden, Italien, Luxemburg, Indien und der Schweiz. Diesmal werden sich Hunderte von Veranstaltern in vielen Städten der Welt – darunter in sieben Städten Russlands – an der Lesung beteiligen.

Unsere Veranstaltung soll den folgenden Ablauf haben:

Monika Held wird eingangs eine der eindringlichen Tschetschenien- Reportagen Anna Politkovskajas lesen. Norbert Schreiber stellt sein eben erschienenes Buch „Anna Politkovskaja – Chronik eines angekündigten Todes“ vor und berichtet über seine Begegnung mit der ermordeten Journalistin in Leipzig 2005. Gerd Koenen liest Auszüge aus seinem in der kommenden Woche in „Literaturen“ erscheinenden Essay über Putins Russland, der sich auch auf Anna Politkovskajas eben erschienenes „Russisches Tagebuch“ stützt. Im Anschluss laden wir zu einer Diskussion bei einem Glas Wein ein.

Buchvorstellung – Klaus Reichert “Lesenlernen” – Über moderne Literatur und das Menschenrecht auf Poesie

Datum:
Dienstag, 5. Dezember 2006 – 18:00
Eintritt:
4 Euro

 

In seinem autobiografischen Essay „Lesenlernen“ erzählt Klaus Reichert, wie er zum Wort und zu den Wörtern kam, zuerst gesungen, dann gesprochen und zuletzt geschrieben. Diese Lese-Autobiographie führt von den Lektüren der Kindheit bis zum Erwachsenwerden.
Im zweiten Teil widmet sich Klaus Reichert Schriftstellern, die gemeinhin als schwierig gelten, wie Virginia Woolf und James Joyce, Gertrude Stein und Ezra Pound, Paul Celan, Robert Creeley, Edmond Jabès oder Wolfgang Hildesheimer – und kommt zu dem Ergebnis, dass sie durch verborgene Netze miteinander verbunden sind. Klaus Reichert lehrt lesen, das ist schwieriger noch als Lesenlernen.

 

Klaus Reichert, 1938 geboren, Professor für Anglistik und Amerikanistik, Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Er ist Übersetzer, Herausgeber, Essayist und Lyriker.