{"id":92,"date":"2012-08-21T12:32:22","date_gmt":"2012-08-21T10:32:22","guid":{"rendered":""},"modified":"2012-10-18T14:24:50","modified_gmt":"2012-10-18T12:24:50","slug":"ralph-roger-glockler-mr-ives-und-die-vettern-viert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/ralph-roger-glockler-mr-ives-und-die-vettern-viert\/","title":{"rendered":"Ralph Roger Gl\u00f6ckler &#8211; Mr. Ives und die Vettern vierten Grades"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/autorenbuchhandlung-marx.kommbuch.com\/detail.html?vlbid=0-3922947\" target=\"_blank\"><noscript><img src=\"\/wp-content\/uploads\/u1\/mrives.png\" alt=\"Cover Mr. Ives\" width=\"200\" height=\"319\"><\/noscript><img src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%22http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%22%20viewBox%3D%220%200%20200%20319%22%3E%3C%2Fsvg%3E\" alt=\"Cover Mr. Ives\" width=\"200\" height=\"319\" data-src=\"\/wp-content\/uploads\/u1\/mrives.png\" class=\" lazyload\"><br>\n<\/a><\/p>\n<div>\n<strong>Buchempfehlung<\/strong><\/div>\n<p>Ein kurzer, beinahe unbekannter Text des franz&ouml;sischen Philosophen Jacques Derrida tr&auml;gt den Titel: &ldquo;Ce qui reste &agrave; force de musique&rdquo;, w&ouml;rtlich &uuml;bersetzt: &ldquo;Was kraft der Musik bleibt&rdquo;. Kaum ein Titel scheint geeigneter, versucht man, &uuml;ber Ralph Roger Gl&ouml;cklers anspruchsvollen Roman Mr. Ives und die Vettern vierten Grades zu schreiben. Der Romantitel nennt einen amerikanischen Komponisten, der f&uuml;r seinen musikalischen Nonkonformismus bekannt ist, und spielt auf eine Zeile in einem Gedicht Walt Whitmans an, auf jenen &ldquo;Gesang&rdquo;, in dem es hei&szlig;t, Anpassung sei f&uuml;r die Vettern vierten Grades, der Dichter trage seinen Hut aber so, wie es ihm gefalle, drinnen wie drau&szlig;en. <\/p>\n<p>In vier Teilen hat Gl&ouml;ckler die Gedanken von vier historischen Figuren, die Gedanken der Komponisten Ives und Cowell und seiner beiden Ehefrauen, so imaginiert, als w&uuml;rde ihre stumme &Auml;u&szlig;erung nie geschriebenen Briefen oder nie vermittelten Botschaften gleichen. K&ouml;nnen solche Gedankenstr&ouml;me &uuml;bertragen werden, den anderen ber&uuml;hren, der sie nicht als Nachrichten erh&auml;lt, ja der im Falle von Charles Ives sogar tot ist, weil es sich um seinen Vater handelt? Diese Frage stellt sich in dem Ma&szlig;e, in dem es Gl&ouml;ckler nicht einfach um den &auml;u&szlig;eren Anla&szlig; seines Romans geht, darum, wie sich die Figuren zu Henry Cowells Vorliebe f&uuml;r J&uuml;nglinge verhalten, die zu einer harten Gef&auml;ngnisstrafe f&uuml;hrt, und wie Cowell selber auf die Denunziation reagiert, die ihn &ouml;ffentlich zum Au&szlig;enseiter stempelt.  <\/p>\n<p>Worum es Gl&ouml;ckler geht, ist die sprachliche Gestaltung von Musik und die musikalische Gestaltung von Sprache. Er richtet sich auch ausdr&uuml;cklich an den Werken von Ives und Cowell aus. Es geht Gl&ouml;ckler darum, darzustellen, wie diese Komponisten nicht anders k&ouml;nnen als beispielsweise in Umweltsger&auml;uschen eine Kraft auszumachen, die die der Musik ist, eine Kraft, die sich ihren Weg erst bahnt, statt einen vorgezeichneten Lauf zu nehmen. Diese Kraft teilt sich ebenfalls den Gedanken der Ehefrauen mit, vielleicht, weil sie der frei gelassenen Sprache selber innewohnt. Sie l&auml;&szlig;t die Komponisten in R&auml;ume treten, sie l&auml;&szlig;t sie Zeiten erfahren, die nicht mehr die wiedererkennbaren, gewohnheitsm&auml;&szlig;igen der Au&szlig;enwelt sind, obwohl sie sich nicht als blo&szlig;e Innenr&auml;ume oder als blo&szlig; inwendige Zeitwahrnehmungen abkapseln. <\/p>\n<p>K&ouml;nnte es nicht sein, da&szlig; es zwischen solchen R&auml;umen und Zeiten eine Kommunikation gibt, die nicht die Form eines geschriebenen Briefs oder einer vermittelten Botschaft annimmt? Da&szlig; es &ldquo;kraft der Musik&rdquo; so sein k&ouml;nnte, so verstockt die eine oder andere der vier Figuren auch anmuten mag, legt dieser unangepa&szlig;te Roman ebenso nahe wie die M&ouml;glichkeit einer radikalen Vereinsamung, als sei sie der Preis, den man zahlen mu&szlig;, um an die letztlich anonyme Kraft der Musik zu r&uuml;hren. <\/p>\n<p><strong>Alexander Garc&iacute;a D&uuml;ttmann, London<\/strong><\/p>\n<p><em>Ralph Roger Gl&ouml;ckler<br>\nMr. Ives und die Vettern vierten Grades<br>\nElfenbein Verlag, 2012, 19.- &euro;<\/em><\/p>\n<p>\n<strong>&Uuml;ber den Autor:<\/strong><\/p>\n<p><noscript><img src=\"\/wp-content\/uploads\/fotogloe.gif\" align=\"right\" hspace=\"25\" alt><\/noscript><img src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" align=\"right\" hspace=\"25\" alt data-src=\"\/wp-content\/uploads\/fotogloe.gif\" class=\" lazyload\">Ralph Roger Gl&ouml;ckler, geboren 1950 in Frankfurt a. Main, studierte Romanistik, Germanistik und V&ouml;lkerkunde in T&uuml;bingen. Er lebt als &Uuml;bersetzer und Schriftsteller in Frankfurt und Lissabon, wo im Herbst 2000 sein Theaterst&uuml;ck &ldquo;Perpetuum Mobile. Cantata&rdquo; uraufgef&uuml;hrt wurde. Zu seinen bisherigen Ver&ouml;ffentlichungen geh&ouml;ren Erz&auml;hlungen und Romane. 1984 erschien &ldquo;Reise ins Licht&rdquo; , 2007 &ldquo;Madre. Eine Erz&auml;hlung&rdquo; und 2008 &ldquo;Vulkanische Reise. Eine Azoren-Saga&rdquo;.<\/p>\n<p>\n<br type=\"_moz\"><br><\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"https%3A%2F%2Fautorenbuchhandlung-marx.de%2Fwww%2Fralph-roger-glockler-mr-ives-und-die-vettern-viert%2F\" data-timestamp=\"1350570290\" data-backendurl=\"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-json\/shariff\/v1\/share_counts?\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-medium\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fautorenbuchhandlung-marx.de%2Fwww%2Fralph-roger-glockler-mr-ives-und-die-vettern-viert%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style><svg width=\"32px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\" \/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#32bbf5\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fautorenbuchhandlung-marx.de%2Fwww%2Fralph-roger-glockler-mr-ives-und-die-vettern-viert%2F&amp;text=Ralph%20Roger%20Gl%C3%B6ckler%20%E2%80%93%20Mr.%20Ives%20und%20die%20Vettern%20vierten%20Grades\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#55acee; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style><svg width=\"32px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\" \/><\/svg><\/span><\/a><\/li><\/ul><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/autorenbuchhandlung-marx.kommbuch.com\/detail.html?vlbid=0-3922947\" target=\"_blank\"><img src=\"\/files\/u1\/mrives.png\" alt=\"Cover Mr. Ives\" width=\"200\" height=\"319\" \/><br \/>\n<\/a><\/p>\n<div>\n<strong>Buchempfehlung<\/strong><\/div>\n<p>Ein kurzer, beinahe unbekannter Text des franz&ouml;sischen Philosophen Jacques Derrida tr&auml;gt den Titel: &ldquo;Ce qui reste &agrave; force de musique&rdquo;, w&ouml;rtlich &uuml;bersetzt: &ldquo;Was kraft der Musik bleibt&rdquo;. Kaum ein Titel scheint geeigneter, versucht man, &uuml;ber Ralph Roger Gl&ouml;cklers anspruchsvollen Roman Mr. Ives und die Vettern vierten Grades zu schreiben. Der Romantitel nennt einen amerikanischen Komponisten, der f&uuml;r seinen musikalischen Nonkonformismus bekannt ist, und spielt auf eine Zeile in einem Gedicht Walt Whitmans an, auf jenen &ldquo;Gesang&rdquo;, in dem es hei&szlig;t, Anpassung sei f&uuml;r die Vettern vierten Grades, der Dichter trage seinen Hut aber so, wie es ihm gefalle, drinnen wie drau&szlig;en. <\/p>\n<p>In vier Teilen hat Gl&ouml;ckler die Gedanken von vier historischen Figuren, die Gedanken der Komponisten Ives und Cowell und seiner beiden Ehefrauen, so imaginiert, als w&uuml;rde ihre stumme &Auml;u&szlig;erung nie geschriebenen Briefen oder nie vermittelten Botschaften gleichen. K&ouml;nnen solche Gedankenstr&ouml;me &uuml;bertragen werden, den anderen ber&uuml;hren, der sie nicht als Nachrichten erh&auml;lt, ja der im Falle von Charles Ives sogar tot ist, weil es sich um seinen Vater handelt? Diese Frage stellt sich in dem Ma&szlig;e, in dem es Gl&ouml;ckler nicht einfach um den &auml;u&szlig;eren Anla&szlig; seines Romans geht, darum, wie sich die Figuren zu Henry Cowells Vorliebe f&uuml;r J&uuml;nglinge verhalten, die zu einer harten Gef&auml;ngnisstrafe f&uuml;hrt, und wie Cowell selber auf die Denunziation reagiert, die ihn &ouml;ffentlich zum Au&szlig;enseiter stempelt.  <\/p>\n<p>Worum es Gl&ouml;ckler geht, ist die sprachliche Gestaltung von Musik und die musikalische Gestaltung von Sprache. Er richtet sich auch ausdr&uuml;cklich an den Werken von Ives und Cowell aus. Es geht Gl&ouml;ckler darum, darzustellen, wie diese Komponisten nicht anders k&ouml;nnen als beispielsweise in Umweltsger&auml;uschen eine Kraft auszumachen, die die der Musik ist, eine Kraft, die sich ihren Weg erst bahnt, statt einen vorgezeichneten Lauf zu nehmen. Diese Kraft teilt sich ebenfalls den Gedanken der Ehefrauen mit, vielleicht, weil sie der frei gelassenen Sprache selber innewohnt. Sie l&auml;&szlig;t die Komponisten in R&auml;ume treten, sie l&auml;&szlig;t sie Zeiten erfahren, die nicht mehr die wiedererkennbaren, gewohnheitsm&auml;&szlig;igen der Au&szlig;enwelt sind, obwohl sie sich nicht als blo&szlig;e Innenr&auml;ume oder als blo&szlig; inwendige Zeitwahrnehmungen abkapseln. <\/p>\n<p>K&ouml;nnte es nicht sein, da&szlig; es zwischen solchen R&auml;umen und Zeiten eine Kommunikation gibt, die nicht die Form eines geschriebenen Briefs oder einer vermittelten Botschaft annimmt? Da&szlig; es &ldquo;kraft der Musik&rdquo; so sein k&ouml;nnte, so verstockt die eine oder andere der vier Figuren auch anmuten mag, legt dieser unangepa&szlig;te Roman ebenso nahe wie die M&ouml;glichkeit einer radikalen Vereinsamung, als sei sie der Preis, den man zahlen mu&szlig;, um an die letztlich anonyme Kraft der Musik zu r&uuml;hren. <\/p>\n<p><strong>Alexander Garc&iacute;a D&uuml;ttmann, London<\/strong><\/p>\n<p><em>Ralph Roger Gl&ouml;ckler<br \/>\nMr. Ives und die Vettern vierten Grades<br \/>\nElfenbein Verlag, 2012, 19.- &euro;<\/em><\/p>\n<p>\n<strong>&Uuml;ber den Autor:<\/strong><\/p>\n<p><img src=\"\/files\/fotogloe.gif\" align=\"right\" hspace=\"25\" alt=\"\" \/>Ralph Roger Gl&ouml;ckler, geboren 1950 in Frankfurt a. Main, studierte Romanistik, Germanistik und V&ouml;lkerkunde in T&uuml;bingen. Er lebt als &Uuml;bersetzer und Schriftsteller in Frankfurt und Lissabon, wo im Herbst 2000 sein Theaterst&uuml;ck &ldquo;Perpetuum Mobile. Cantata&rdquo; uraufgef&uuml;hrt wurde. Zu seinen bisherigen Ver&ouml;ffentlichungen geh&ouml;ren Erz&auml;hlungen und Romane. 1984 erschien &ldquo;Reise ins Licht&rdquo; , 2007 &ldquo;Madre. Eine Erz&auml;hlung&rdquo; und 2008 &ldquo;Vulkanische Reise. 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