{"id":860,"date":"2017-11-29T14:43:39","date_gmt":"2017-11-29T12:43:39","guid":{"rendered":"http:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/?p=860"},"modified":"2018-05-08T16:30:11","modified_gmt":"2018-05-08T14:30:11","slug":"buchempfehlung-yaa-gyasi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/buchempfehlung-yaa-gyasi\/","title":{"rendered":"Buchempfehlung &#8211; Yaa Gyasi &#8222;Heimkehren&#8220;"},"content":{"rendered":"<div class=\"grid2col\">\n<div class=\"column last\">\n<div class=\"content\">\n<figure id=\"attachment_864\" aria-describedby=\"caption-attachment-864\" style=\"width: 180px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/gyasi.jpg\"><noscript><img class=\"wp-image-864 size-full\" src=\"http:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/gyasi.jpg\" alt width=\"180\" height=\"279\"><\/noscript><img class=\"wp-image-864 size-full lazyload\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%22http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%22%20viewBox%3D%220%200%20180%20279%22%3E%3C%2Fsvg%3E\" alt width=\"180\" height=\"279\" data-src=\"http:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/gyasi.jpg\"><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-864\" class=\"wp-caption-text\">Dumont Verlag 22\u20ac<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"tx1\">Neben dem in diesem Herbst \u00fcberall besprochenen Roman von Colson Whitehead, der \u00fcber den grausamen Umgang mit afrikanischen Sklaven in Amerika und \u00fcber die <em>Underground Railroad<\/em> schreibt, ist ein weiterer aktueller Titel mit \u00e4hnlicher Thematik ausgesprochen lesenswert.<\/p>\n<p class=\"tx1\">Die 1989 in Ghana geborene und in den <span class=\"caps\">USA<\/span> aufgewachsene Yaa Gyasi verwebt in ihrem Roman <em>Heimkehren<\/em> auf packende Weise unterschiedliche Lebensgeschichten aus verschiedenen Epochen miteinander. Im Verlauf des Buches klingt am Rande immer wieder an, dass es sich um die verzweigte Familiengeschichte zweier Halbschwestern handelt, die im 18. Jahrhundert an der Goldk\u00fcste Westafrikas geboren wurden, einander nie kennenlernten und deren Leben h\u00f6chst unterschiedlich verlief.<\/p>\n<p class=\"tx1\">Effias Eltern verkauften ihre Tochter zur Zwangsheirat an einen britischen Sklavenh\u00e4ndler. Esi hingegen wurde von Sklavenj\u00e4gern geraubt, wie ein Tier gehandelt, verkauft, verschifft und landete als Eigentum eines gnadenlosen Gutsbesitzers auf den Baumwollfeldern im S\u00fcden der <span class=\"caps\">USA<\/span>. Das uns\u00e4gliche Leid der entwurzelten Menschen, die zu Arbeits- und Brutmaschinen degradiert, ausgebeutet und oft genug zum Vergn\u00fcgen zu Tode gequ\u00e4lt wurden, schockiert und ber\u00fchrt zutiefst.<\/p>\n<p class=\"tx1\">\u201eAmerika ist nicht das einzige Land, in dem es Sklaverei gibt. (\u2026) Diese Art von Sklaverei gibt es bei uns aber nicht.\u201c sagt ein Ghanaer zu seinem Sohn an einer sp\u00e4teren Stelle des Romans. Diese Beobachtung fasst zusammen, dass das Schicksal, das die afrikanischen Sklaven in den <span class=\"caps\">USA<\/span> erleiden mussten, oft von besonderer Grausamkeit war.<\/p>\n<p class=\"tx1\">Gyasi geleitet uns sprachlich packend durch die Jahrzehnte, m\u00e4andert zwischen dem amerikanischen und afrikanischen Kontinent. Sie l\u00e4sst uns eintauchen in das Leben der Kinder und Kindeskinder von Effia und Esi. Es f\u00e4llt \u00fcberhaupt nicht schwer, sich dem wunderbaren Erz\u00e4hlstrom hinzugeben, der trotz zeitlich eher schlaglichtartiger Einblicke in verschiedenste Lebensgeschichten eine gro\u00dfe N\u00e4he zu den Personen zul\u00e4sst. Immer dann, wenn ein neues Kapitel, \u00fcberschrieben mit einem neuen Namen, beginnt, kann man einen orientierenden Blick auf den Stammbaum im Anhang werfen. So wei\u00df man jederzeit, auf welcher Zeitebene und in welchem Zweig der Familie man sich befindet. Gyasis Figuren sind zutiefst menschlich in ihrer Verletzbarkeit, Verzweiflung und Leidenschaft und kommen ohne Pathos aus.<\/p>\n<p class=\"tx1\">Neben einer Berichtigung und Erg\u00e4nzung kontinentaler Geschichtsschreibung bietet Heimkehren tiefe Einblicke in afrikanische Gesellschaftsstrukturen, ethnische Konflikte in der Zeit des florierenden Sklavenhandels an der Goldk\u00fcste und in die besonderen famili\u00e4ren Zw\u00e4nge traditioneller und teilweise polygamer Kulturen. Es geht aber auch um die viel universellere Feststellung, wie sehr unsere Herkunft, unsere Familiengeschichte und nat\u00fcrlich unsere Hautfarbe uns pr\u00e4gen. Bei aller St\u00e4rke, Durchsetzungskraft, Erkenntnis und Weisheit, der wir an vielen Stellen des Romans begegnen, gibt es doch keine M\u00f6glichkeit, sich der Geschichte zu entziehen. Wie eingeschrieben in die Gene tauchen Familienthemen bei Enkeln und Urenkeln nur scheinbar aus dem Nichts wieder auf.<\/p>\n<p class=\"tx1\">Wenn es nicht so abgegriffen kl\u00e4nge, m\u00fcsste man von gro\u00dfer Erz\u00e4hlkunst sprechen, an der uns die junge Ghanaerin Yaa Gyasi hier teilhaben l\u00e4sst. <em>Heimkehren<\/em> steht Whiteheads pr\u00e4mierter <em>Underground Railroad<\/em> in nichts nach. Es ist ein gro\u00dfes Buch \u00fcber Amerikas Geschichte, deren lange Schatten bis heute nachwirken und von ersch\u00fctternder Aktualit\u00e4t sind.<\/p>\n<p class=\"tx1\">Larissa Siebicke, autorenbuchhandlung marx &amp; co, Frankfurt<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"https%3A%2F%2Fautorenbuchhandlung-marx.de%2Fwww%2Fbuchempfehlung-yaa-gyasi%2F\" data-timestamp=\"1525797011\" data-backendurl=\"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-json\/shariff\/v1\/share_counts?\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-medium\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fautorenbuchhandlung-marx.de%2Fwww%2Fbuchempfehlung-yaa-gyasi%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style><svg width=\"32px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\" \/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#32bbf5\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fautorenbuchhandlung-marx.de%2Fwww%2Fbuchempfehlung-yaa-gyasi%2F&amp;text=Buchempfehlung%20%E2%80%93%20Yaa%20Gyasi%20%E2%80%9EHeimkehren%E2%80%9C\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#55acee; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style><svg width=\"32px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\" \/><\/svg><\/span><\/a><\/li><\/ul><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neben dem in diesem Herbst \u00fcberall besprochenen Roman von Colson Whitehead, der \u00fcber den grausamen Umgang mit afrikanischen Sklaven in Amerika und \u00fcber die Underground Railroad schreibt, ist ein weiterer aktueller Titel mit \u00e4hnlicher Thematik ausgesprochen lesenswert. Die 1989 in Ghana geborene und in den USA aufgewachsene Yaa Gyasi verwebt in ihrem Roman Heimkehren auf [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[8],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/860"}],"collection":[{"href":"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=860"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/860\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":890,"href":"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/860\/revisions\/890"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=860"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=860"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=860"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}