{"id":2071,"date":"2021-01-18T12:57:42","date_gmt":"2021-01-18T10:57:42","guid":{"rendered":"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/?p=2071"},"modified":"2021-01-18T12:58:15","modified_gmt":"2021-01-18T10:58:15","slug":"buchempfehlung-50","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/buchempfehlung-50\/","title":{"rendered":"Buchempfehlung"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><noscript><img src=\"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/HomelandElegien-1-619x1024.jpg\" alt class=\"wp-image-2074\" width=\"310\" height=\"512\" srcset=\"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/HomelandElegien-1-619x1024.jpg 619w, https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/HomelandElegien-1-181x300.jpg 181w, https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/HomelandElegien-1.jpg 643w\" sizes=\"(max-width: 310px) 100vw, 310px\"><\/noscript><img src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%22http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%22%20viewBox%3D%220%200%20310%20512%22%3E%3C%2Fsvg%3E\" alt class=\"wp-image-2074 lazyload\" width=\"310\" height=\"512\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%22http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%22%20viewBox%3D%220%200%20310%20512%22%3E%3C%2Fsvg%3E 310w\" sizes=\"(max-width: 310px) 100vw, 310px\" data-srcset=\"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/HomelandElegien-1-619x1024.jpg 619w, https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/HomelandElegien-1-181x300.jpg 181w, https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/HomelandElegien-1.jpg 643w\" data-src=\"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/HomelandElegien-1-619x1024.jpg\"><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Das Buch ist zugleich Roman, Memoir und Essay, und die  vielen gro\u00dfartigen Dialoge lesen sich wie ein Theaterst\u00fcck. Gekonnt  vermischt Akhtar Fakt und Fiktion, um eine \u00fcberaus spannende  Einwanderergeschichte zu erz\u00e4hlen, in deren Mittelpunkt Vater und Sohn  stehen, die wohl nicht zuf\u00e4llig die gleichen Namen wie der Autor und  sein Vater tragen.  Erz\u00e4hlt wird aber nicht nur eine Familiengeschichte,  sondern auch die Geschichte des langsamen und stetigen Verfalls einer  Nation, der in dem Neoliberalismus der 80er seinen Anfang hat, und an  dessen Ende die Pr\u00e4sidentschaft Trumps steht.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Roman beginnt im Jahr 2016 mit der Kandidatur Trumps \nund dem Beinahe-Zerw\u00fcrfnis zwischen Vater und Sohn, denn der Sohn \nerkennt die Gefahren f\u00fcr die Nation, w\u00e4hrend der Vater ein gl\u00fchender \nBewunderer von Trump ist. Diese Bewunderung hat ihren Anfang in den \n90ern, als Sikander Akhtar, Donald Trump als Arzt behandelt. Aus einer \nanf\u00e4nglichen gegenseitigen Beargw\u00f6hnung wird fast so etwas wie eine \nFreundschaft. Ob diese Begegnung wirklich stattgefunden hat, sei \ndahingestellt, deutlich wird aber, wie manipulativ Trump agiert und sich\n die Zuneigung des Vaters letztlich erkauft. Am Ende des Romans \ndistanziert sich der Vater von dieser Bewunderung, denn Trump ist \nmittlerweile 2 Jahre im Amt: Populismus und Hetze sind der neue \npolitische Ton, Statements zu weltpolitischen Geschehnissen werden in \nw\u00fcrdelosen Kurznachrichten gepostet \u2013 in Sikanders Augen hat Trump sein \nAmt missbraucht und besch\u00e4digt. Beruflich wie privat gescheitert, aber \nnicht verzweifelt, geht er zur\u00fcck nach Pakistan, das er nach Jahren des \nLeugnens als seine wahre Heimat ansieht.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Autor holt dabei weit aus.  Von dem Grauen des \nIndien-Pakistan-Konfliktes, der die Eltern zur Emigration treibt, f\u00fchrt \ner den Leser \u00fcber den Afghanistan-Konflikt durch die postkoloniale \nKriegsszenerie der letzten Jahrzehnte in das Amerika nach 9\/11. \nWeltpolitik hat immer unmittelbaren Einfluss auf die Familiengeschichte,\n und die Konflikte ziehen dabei oft tiefe Gr\u00e4ben durch die eigene \nFamilie.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Sohn, nach anf\u00e4nglichen Schwierigkeiten mittlerweile \nein anerkannter Autor, sucht lange nach einer inneren Heimat, die er \nzun\u00e4chst in der Literatur findet. Die zunehmenden Anfeindungen gegen \nMuslime nach 9\/11, denen er sich, obwohl er sich selbst nie als Moslem \ngesehen hat, immer h\u00e4ufiger ausgesetzt sieht, lassen ihn nach seiner \nkulturellen Identit\u00e4t fragen, die er aber nicht selbst bestimmen kann, \nweil sie ihm von au\u00dfen gegeben wird. Er schreibt sich frei und bekommt \ndaf\u00fcr die h\u00f6chste literarische Anerkennung: den Pulitzerpreis. Obwohl \nscheinbar angekommen, bleibt er doch immer der Exot, der Fremde. Hier \nwird das Buch fast zum Coming-of-ageRoman. <\/p>\n\n\n\n<p>Die vielen gro\u00dfen Themen des Buches werden wie in einem \nTheaterst\u00fcck durch das Auftreten verschiedener Figuren in gro\u00dfartigen \nDialogen mit dem Erz\u00e4hler behandelt. <\/p>\n\n\n\n<p>So erkl\u00e4rt zum Beispiel ein Hedgefond-Manager, wie er auf\n einem pers\u00f6nlichen Rachefeldzug viele St\u00e4dte in die Pleite und Armut \ngetrieben hat, wie er mit Geldern anderer spielt, um sich selbst zu \nbereichern. Der Erz\u00e4hler ist zun\u00e4chst best\u00fcrzt, kommt aber selbst durch \nein zwielichtiges Insidergesch\u00e4ft zu Reichtum. Auch das ist einer dieser\n inneren Widerspr\u00fcche, denen sich der Erz\u00e4hler stellen muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Der ungebremste Kapitalismus, der so viele Existenzen \nruiniert und ganze St\u00e4dte und Landstriche ver\u00f6det hat, ein \nKrankensystem, das einen Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung ausschlie\u00dft, und die \nimmer gr\u00f6\u00dfere Kluft zwischen Arm und Reich sind ein Teil der \namerikanische Realit\u00e4t. Ein Pr\u00e4sident, der Populismus und Hass sch\u00fcrt, \nbringt das Land an den Rand der Spaltung, so lautet das Fazit des \nRomans. Wie recht der Autor damit hat, mussten wir leider erleben. Den \nPr\u00e4sident sind wir jetzt los, aber die Wunden m\u00fcssen aber heilen.<\/p>\n\n\n\n<p>All den Lesern, die die aktuelle politische Lage in den USA begreifen wollen, sei die Lekt\u00fcre von <em>Homeland Elegien<\/em> von Ayad Akhtar dringend empfohlen. <\/p>\n\n\n\n<p><em>Homeland Elegien<\/em> ist kein Klagelied, sondern ein vielschichtiger Roman, spannend erz\u00e4hlt und sehr klug.<\/p>\n\n\n\n<p>Andrea Schulz, autorenbuchhandlung marx &amp; co, Frankfurt<\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"https%3A%2F%2Fautorenbuchhandlung-marx.de%2Fwww%2Fbuchempfehlung-50%2F\" data-timestamp=\"1610974695\" data-backendurl=\"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-json\/shariff\/v1\/share_counts?\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-medium\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fautorenbuchhandlung-marx.de%2Fwww%2Fbuchempfehlung-50%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style><svg width=\"32px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\" \/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#32bbf5\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fautorenbuchhandlung-marx.de%2Fwww%2Fbuchempfehlung-50%2F&amp;text=Buchempfehlung\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#55acee; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style><svg width=\"32px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\" \/><\/svg><\/span><\/a><\/li><\/ul><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Buch ist zugleich Roman, Memoir und Essay, und die vielen gro\u00dfartigen Dialoge lesen sich wie ein Theaterst\u00fcck. 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