{"id":1521,"date":"2020-05-08T18:13:26","date_gmt":"2020-05-08T16:13:26","guid":{"rendered":"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/?p=1521"},"modified":"2020-05-08T18:13:27","modified_gmt":"2020-05-08T16:13:27","slug":"buchempfehlung-35","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/buchempfehlung-35\/","title":{"rendered":"Buchempfehlung"},"content":{"rendered":"<h3>Elisabeth Strout <\/h3>\n\n\n\n<h2>Die langen Abende<\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/kommbuch.com\/detail\/?ean=978-3-630-87529-3\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><noscript><img width=\"242\" height=\"386\" src=\"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/strout2.jpg\" alt class=\"wp-image-1522\" srcset=\"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/strout2.jpg 242w, https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/strout2-188x300.jpg 188w\" sizes=\"(max-width: 242px) 100vw, 242px\"><\/noscript><img width=\"242\" height=\"386\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%22http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%22%20viewBox%3D%220%200%20242%20386%22%3E%3C%2Fsvg%3E\" alt class=\"wp-image-1522 lazyload\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%22http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%22%20viewBox%3D%220%200%20242%20386%22%3E%3C%2Fsvg%3E 242w\" sizes=\"(max-width: 242px) 100vw, 242px\" data-srcset=\"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/strout2.jpg 242w, https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/strout2-188x300.jpg 188w\" data-src=\"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/strout2.jpg\"><\/a><figcaption>Luchterhand Verlag<br>20 \u20ac<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Elizabeth Strout hat die Geschichte von Olive Kitteridge, die sie 2008 in <em>Mit Blick aufs Meer<\/em> erfunden hat weitererz\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor gut zehn Jahren hat die amerikanische Autorin Elizabeth Strout einen Roman geschrieben, der im Original <em>Olive Kitteridge<\/em> hei\u00dft (der deutsche Titel war: <em>Mit Blick aufs Meer<\/em>).\n F\u00fcr das Buch bekam sie den Pulitzer Preis. Olive, eine ebenso \nb\u00e4rbei\u00dfige wie sensible Person \u2013 strenge Lehrerin, grobe Ehefrau eines \nenervierend gutm\u00fctigen Mannes und herrische Mutter \u2013 war meist Haupt-, \nin manchen Kapiteln auch nur Randfigur in dem Episodenroman \u00fcber sie und\n das kleine St\u00e4dtchen Crosby an der K\u00fcste von Maine.<\/p>\n\n\n\n<p>In dem neuen Roman <em>Olive, again<\/em>, auf Deutsch leider <em>Die langen Abende<\/em>\n begegnen wir der Heldin wieder. Olive ist in der Zwischenzeit Witwe, \ngenauso schlecht gelaunt wie ehedem. Sie beginnt eine Beziehung mit \neinem dickb\u00e4uchigen Witwer, einst schlanker Professor in Harvard, der \ngenau so einsam ist wie sie.<\/p>\n\n\n\n<p>Olive und Jack ziehen mutig zusammen und heiraten. Wenn \nsie sich zanken, sehnen sie sich mit fast kindlichem Trotz nach ihren \nfr\u00fcheren Partnern. Meist allerdings sind sie zufrieden, ja sogar \ngl\u00fccklich, zusammen zu sein. Aber Strout erz\u00e4hlt hier keine Schmonzette \n\u00fcber Liebe unter Senioren. Vielmehr erz\u00e4hlt sie \u00fcber die M\u00f6glichkeit des\n Liebens, wenn wir \u00e4lter werden. Und die M\u00f6glichkeit uns zu \u00e4ndern \u2013 \nauch wenn wir alt sind. Olive lernt, eigene Fehler zu sehen, lernt, \nweniger garstig zu denken und zu sein \u2013 jedenfalls versucht sie es.<\/p>\n\n\n\n<p>Zugleich portr\u00e4tiert Strout erneut die Kleinstadt Crosby \nin Maine. Sie erz\u00e4hlt viele Geschichten von sehr unterschiedlichen \nMenschen. Manchmal taucht Olive nur am Rande auf. Strout erz\u00e4hlt von \nKayley, der Achtkl\u00e4sslerin, die putzen geht, um Geld dazu zu verdienen, \nund anf\u00e4ngt zu verstehen, was Begehren ist. Sie erz\u00e4hlt von Cindy, die \nan Krebs erkrankt ist und deren Mann und S\u00f6hne so tun, als h\u00e4tte sie \neine Grippe. Mit ihr redet Olive auch \u00fcber das Sterben und den Tod, ohne\n sie zu bel\u00fcgen.  <\/p>\n\n\n\n<p>Ausgerechnet die ruppige Olive, der viele Leute im \nSt\u00e4dtchen aus dem Weg gehen, ist da, wenn Menschen vom Ungl\u00fcck bedroht \nwerden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ich den Roman und seine zentrale Figur Olive \nKitteridge beschreibe, ger\u00e4t es schnell zu einer pathetischen Rede, und \ndas ist ziemlich erstaunlich, weil diese Olive eigentlich das Gegenteil \nvon pathetisch ist: Sie ist ungemein biestig, ohne jede Verbindlichkeit,\n sie hat wenig Freundlichkeit, sie sagt, was sie denkt, ohne R\u00fccksicht \nauf Benehmen und Verhaltensnormen. Diese Ehrlichkeit ist oft \nbr\u00fcskierend, unfreundlich und gemein. Aber Olive handelt nicht so, weil \nsie jemanden verletzen will oder jemand anderen wegen seiner Andersheit \nverurteilt. Vielmehr greift sie ein, weil ihr das Handeln und das \nBenehmen ihrer Mitb\u00fcrger*innen auf den Wecker f\u00e4llt, weil sie die \nverschwiegenen Probleme wahrnimmt. Sie formuliert \u201eWahrheiten\u201c \u00fcber \nAndere, spricht mit und \u00fcber Andere, so offen, wie es sich nicht geh\u00f6rt.\n Olive ist unangepasst in ihrer kleinen Welt, in dem engen und \nverlogenen Kosmos einer Kleinstadt, weil sie so ist, nicht weil sie \ndamit etwas anderes zeigen will. Olive Kitteridge ist eine \nunsympathische Heldin, die liebenswert ist. Und das ist die gro\u00dfartige \nLeistung von Elizabeth Strout. <\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Roman macht froh und ist tr\u00f6stend, w\u00e4hrend er gleichzeitig ohne Besch\u00f6nigung die Schrecken des Miteinanders erz\u00e4hlt. <\/p>\n\n\n\n<p>Barbara Determann, Autorenbuchhandlung marx &amp; co, Frankfurt<\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"https%3A%2F%2Fautorenbuchhandlung-marx.de%2Fwww%2Fbuchempfehlung-35%2F\" data-timestamp=\"1588961607\" data-backendurl=\"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-json\/shariff\/v1\/share_counts?\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-medium\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fautorenbuchhandlung-marx.de%2Fwww%2Fbuchempfehlung-35%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style><svg width=\"32px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\" \/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#32bbf5\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fautorenbuchhandlung-marx.de%2Fwww%2Fbuchempfehlung-35%2F&amp;text=Buchempfehlung\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#55acee; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style><svg width=\"32px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\" \/><\/svg><\/span><\/a><\/li><\/ul><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Elisabeth Strout Die langen Abende Elizabeth Strout hat die Geschichte von Olive Kitteridge, die sie 2008 in Mit Blick aufs Meer erfunden hat weitererz\u00e4hlt. 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