{"id":1396,"date":"2020-03-30T15:27:41","date_gmt":"2020-03-30T13:27:41","guid":{"rendered":"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/?p=1396"},"modified":"2020-03-16T16:12:42","modified_gmt":"2020-03-16T14:12:42","slug":"buchempfehlung-33","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/buchempfehlung-33\/","title":{"rendered":"Buchempfehlung"},"content":{"rendered":"<h3> K\u00fcbra G\u00fcm\u00fcsay<\/h3>\n\n\n\n<h2>Sprache und Sein<\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><a href=\"https:\/\/kommbuch.com\/detail\/?ean=978-3-446-26595-0\"><noscript><img src=\"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/9783446265950.jpg\" alt class=\"wp-image-1398\" width=\"209\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/9783446265950.jpg 200w, https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/9783446265950-183x300.jpg 183w\" sizes=\"(max-width: 209px) 100vw, 209px\"><\/noscript><img src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%22http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%22%20viewBox%3D%220%200%20209%20342%22%3E%3C%2Fsvg%3E\" alt class=\"wp-image-1398 lazyload\" width=\"209\" height=\"342\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%22http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%22%20viewBox%3D%220%200%20209%20342%22%3E%3C%2Fsvg%3E 209w\" sizes=\"(max-width: 209px) 100vw, 209px\" data-srcset=\"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/9783446265950.jpg 200w, https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/9783446265950-183x300.jpg 183w\" data-src=\"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/9783446265950.jpg\"><\/a><figcaption>Hanser Verlag<br>18 \u20ac<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die Sprache, in der wir aufwachsen, formt unser Denken, \nbestimmt, was wir benennen k\u00f6nnen, gibt vor, welche Gef\u00fchle wir \nausdr\u00fccken und welche Lebensbereiche kulturell relevant sind, denn nur \ndann werden in einer Sprache daf\u00fcr \u00fcberhaupt Ausdrucksm\u00f6glichkeiten \ngeschaffen. Wir sehen nicht, wir f\u00fchlen und wissen nicht, was alles \nau\u00dferhalb unseres Denkrahmens denkbar w\u00e4re. <\/p>\n\n\n\n<p>Mit <em>Sprache und Sein<\/em> stellt uns K\u00fcbra G\u00fcm\u00fc\u015fay \nden Blick der Mehrsprachigen zur Verf\u00fcgung. Sie ist eine Autorin, die \nnicht nur zwischen Lyrik und Prosa wechselt, sondern sich nach ihrer \nMuttersprache, dem T\u00fcrkischen, auch das Deutsche und Englische so zu \neigen gemacht hat, dass sie darin all das zum Ausdruck bringen kann, was\n ihr wichtig ist. Die Erfahrung, dass sich manche Begriffe nicht \n\u00fcbersetzen lassen, weil weder W\u00f6rterb\u00fccher noch Online-\u00dcbersetzer \nBedeutungen und semantische Feinheiten abbilden k\u00f6nnen, haben vermutlich\n die meisten von uns schon mal gemacht. Und dass ein Wort nur selten ein\n Wort ohne unscharfe Randbereiche ist, in dem sich durch Kontext oder \nBetonung Untert\u00f6ne mit transportieren lassen, wissen wir nicht erst, \nseitdem wir auch gesellschaftlich wieder \u00fcber die Verrohung und \nEntgrenzung von Sprache diskutieren m\u00fcssen. <\/p>\n\n\n\n<p>K\u00fcbra G\u00fcm\u00fc\u015fay denkt \u00fcber Sprache und Sprechen nach, \nwendet sich aber auch dem Sagbaren zu, also Themen, die aus einer \ntabuisierten Grauzone des Unausgesprochenen langsam ans Licht kommen \n\u201eDas Internet hat neue Perspektiven aus der Stille zur Sprache \ngebracht.\u201c Digitale Diskursr\u00e4ume erm\u00f6glichen es Betroffenen, \u00fcberhaupt \nWorte zu finden, zum Beispiel f\u00fcr sexualisierte Gewalt im Rahmen der \n#MeToo-Bewegung. Dass Harvey Weinstein in der vergangenen Woche zu 23 \nJahren Haft verurteilt wurde, ist auch als Sieg der Sprache zu sehen, \ndes Ausgesprochenen \u00fcber das Schweigen. Zeitgleich m\u00fcssen wir uns mit \neiner Enthemmung und Entgrenzung der Sprache auseinandersetzen, also dem\n Gegenteil des reflektierten Schweigens. Das Totschlagargument \nrechtsgerichteter und fremdenfeindlicher Gespr\u00e4chspartner ist h\u00e4ufig, \n\u201eman k\u00f6nne hier ja nicht mal seine Meinung offen \u00e4u\u00dfern\u201c, wenn es um \neine vermeintliche Bedrohung durch unterschiedliche Kulturen oder \nReligionen geht. Michel Friedman sagte hierzu in einem Radio-Interview \nkurz nach dem Anschlag in Hanau, dass die gesellschaftliche \nVereinbarung, nicht alles und sofort auszusprechen, was uns durch den \nKopf geht, einen wichtigen Namen tr\u00e4gt, n\u00e4mlich: Zivilisation. Es gilt \nheute also mehr denn je, umsichtig abzuw\u00e4gen, in welchen Bereichen zu \nviel und in welchen zu wenig gesagt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>In <em>Sprache und Sein<\/em> schult die Autorin dar\u00fcber \nhinaus unsere Wahrnehmung der Ent-Individualisierung von Mitmenschen \nanderer Herkunft. Sie tr\u00e4gt Beispiele aus eigener Erfahrung und denen \nanderer kulturell oder politisch aktiver Musliminnen daf\u00fcr zusammen, wie\n stark sie als \u201eKopftuchtr\u00e4gerin\u201c oder als junge Frau mit \nMigrationshintergrund wahrgenommen werden und wie selten als Person. \nJournalist*innen befragen sie als muslimische Frau, anhand derer zu \nverstehen versucht wird, wie alle anderen funktionieren. \u201eUnd jedes \nExemplar der Spezies Muslim*innen ist wie das andere. Ob jung, alt, \nqueer, wei\u00df, schwarz, of Color, mit oder ohne Behinderung, gefl\u00fcchtet, \nArbeiter*innen, Akademiker*innen \u2013 sie alle werden ihrer Stimme und \nSichtbarkeit beraubt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere kultur- und sprachbedingte Klassifizierung der \nWelt in Schubladen und Stereotype gilt es wahrzunehmen, aufzubrechen und\n bestenfalls abzulegen. K\u00fcbra G\u00fcm\u00fc\u015fay ver\u00f6ffentlicht hierzu nicht nur \nregelm\u00e4\u00dfig Kolumnen (https:\/\/kubragumusay.com\/kolumnen\/), sondern hat \nmit wachem und kenntnisreichen Blick ein wichtiges und unbedingt \nlesenswertes Buch geschrieben!<\/p>\n\n\n\n<p>Larissa Siebicke, autorenbuchhandlung marx &amp; co, Frankfurt<\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"https%3A%2F%2Fautorenbuchhandlung-marx.de%2Fwww%2Fbuchempfehlung-33%2F\" data-timestamp=\"1584375162\" data-backendurl=\"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-json\/shariff\/v1\/share_counts?\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-medium\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fautorenbuchhandlung-marx.de%2Fwww%2Fbuchempfehlung-33%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style><svg width=\"32px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\" \/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#32bbf5\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fautorenbuchhandlung-marx.de%2Fwww%2Fbuchempfehlung-33%2F&amp;text=Buchempfehlung\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#55acee; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style><svg width=\"32px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\" \/><\/svg><\/span><\/a><\/li><\/ul><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00fcbra G\u00fcm\u00fcsay Sprache und Sein Die Sprache, in der wir aufwachsen, formt unser Denken, bestimmt, was wir benennen k\u00f6nnen, gibt vor, welche Gef\u00fchle wir ausdr\u00fccken und welche Lebensbereiche kulturell relevant sind, denn nur dann werden in einer Sprache daf\u00fcr \u00fcberhaupt Ausdrucksm\u00f6glichkeiten geschaffen. 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