{"id":1388,"date":"2020-03-23T14:00:43","date_gmt":"2020-03-23T12:00:43","guid":{"rendered":"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/?p=1388"},"modified":"2020-03-23T15:00:34","modified_gmt":"2020-03-23T13:00:34","slug":"buchempfehlung-32","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/buchempfehlung-32\/","title":{"rendered":"Buchempfehlung"},"content":{"rendered":"<h3>Ali Smith<\/h3>\n\n\n\n<h2>Herbst<\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><a href=\"https:\/\/kommbuch.com\/detail\/?ean=978-3-630-87578-1\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><noscript><img src=\"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/9783630875781.jpg\" alt class=\"wp-image-1391\" width=\"229\" height=\"366\" srcset=\"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/9783630875781.jpg 200w, https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/9783630875781-188x300.jpg 188w\" sizes=\"(max-width: 229px) 100vw, 229px\"><\/noscript><img src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%22http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%22%20viewBox%3D%220%200%20229%20366%22%3E%3C%2Fsvg%3E\" alt class=\"wp-image-1391 lazyload\" width=\"229\" height=\"366\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%22http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%22%20viewBox%3D%220%200%20229%20366%22%3E%3C%2Fsvg%3E 229w\" sizes=\"(max-width: 229px) 100vw, 229px\" data-srcset=\"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/9783630875781.jpg 200w, https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/9783630875781-188x300.jpg 188w\" data-src=\"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/9783630875781.jpg\"><\/a><figcaption>Luchterhand Verlag<br>22 \u20ac<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Was ist nicht schon alles \u00fcber Ali Smiths Roman <em>Herbst<\/em>\n gesagt worden: Er sei ein Brexit-Roman, ein Roman \u00fcber die \nPop-K\u00fcnstlerin Pauline Boty, \u00fcber die Profumo-Aff\u00e4re und Christine \nKeeler. Aber Ali Smiths <em>Herbst<\/em> ist vor allem eines: Ein \nunglaublich gut geschriebener Roman, der uns vor Augen f\u00fchrt, warum wir \ndie Literatur so sehr lieben. Nicht, weil sie uns Fakten liefert, nicht,\n weil sie uns nochmals abbildet, was wir in der sogenannten Wirklichkeit\n bereits erlebt und vielleicht auch schon wieder vergessen haben, \nsondern weil sie die unangefochtene K\u00fcnstlerin der Fiktion ist, weil sie\n fabulieren kann, weil sie eine phantastische K\u00fcnstlerin ist. Gerade \nnoch tot am Ufer angeschwemmt, rennt Daniel Gluck wie ein junger Gott \nins Geb\u00fcsch und versteckt sich zwischen den Bl\u00e4ttern, ist selbst \nentz\u00fcckt und begl\u00fcckt, auf einmal wieder ein Knabe zu sein (diese \n\u201eh\u00fcbschen, jungen F\u00fc\u00dfe\u201c), ein andermal steckt er in einer schottischen \nKiefer fest und ist auch dar\u00fcber begl\u00fcckt, es h\u00e4tte ja auch eine \nZwergkonifere sein k\u00f6nnen. Aber wer ist jetzt Daniel Gluck?<\/p>\n\n\n\n<p>Wer will, der kann die Geschichte also auch so lesen: \nElisabeth Demand, eine Kunsthistorikerin mit Lehrauftrag um die 30, \nbesucht ihren ehemaligen Nachbarn und Freund, den knapp 100-j\u00e4hrigen \nDaniel Gluck, im Krankenhaus. Wann immer sie ihn besucht, schl\u00e4ft er. \nDaniel wird f\u00fcr Elisabeth nicht mehr aufwachen. Er schwebt zwischen \nLeben und Tod. Und von diesem Punkt an bekommen wir die ungew\u00f6hnliche \nFreundschaft der beiden erz\u00e4hlt. Elizabeth Demand ist 9 Jahre alt, als \nihre Mutter den 80-j\u00e4hrigen Nachbarn Daniel Gluck fragt, ob er auf ihre \nkleine Tochter aufpassen kann. Aber Elisabeth geht bald auch gerne zu \nihm, wenn die Mutter zu Hause ist. Denn anders als ihre alleinerziehende\n Mutter hat er Zeit, ihr die Welt zu zeigen, und das hei\u00dft bei Mr. \nGluck: die Welt zu sehen, zu hinterfragen, was man sieht, es nochmals zu\n wenden und anders zu sehen, nochmals neu zu erz\u00e4hlen. Als die beiden \neinmal Spazieren gehen, erfinden sie ein neues Spiel, Bagatelle, in dem \nes ums Geschichtenerfinden geht: \u201eWer sind die handelnden Personen? \u2026 \nEin Mann mit einer Waffe, sagte Elisabeth. Okay, sagte Daniel. Ich \nentscheide mich f\u00fcr jemanden, der in Gestalt eines Baumes auftritt. \nEines was?, sagte Elisabeth. Auf keinen Fall. Sie m\u00fcssen so was sagen \nwie noch ein Mann mit noch einer Waffe. Warum muss ich?, sagte Daniel.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Mitten in der Konjunktur der Memoireliteratur, des \nautofiktionalen Schreibens, das mit dieser Volte nat\u00fcrlich die \nAuthentizit\u00e4t zwar steigert, aber ohne sich ihrerseits tats\u00e4chlich aus \ndem Reich der Fiktionen zu verabschieden, ist es ein beinahe unb\u00e4ndiger \nGenuss sich der Literatur von Ali Smith hinzugeben.<br>\nMit unglaublicher Leichtigkeit beschreibt die Schottin Smith unser \nreales Leben zwischen Pflegeheim und absurden Beh\u00f6rdeng\u00e4ngen, drohender \nArbeitslosigkeit und Verzweiflung, aufkeimendem Nationalismus und \nHassparolen. Aber die Literatur erscheint als realer Ausweg oder besser \ngesagt: Umweg in einen Denkraum hinein, in ein Reich des Denkbaren, aus \ndem der Weg schnurstracks zur\u00fcck in die Realit\u00e4t f\u00fchrt. Dabei erz\u00e4hlt \nSmith mit so viel klugem Humor, dass man das Buch gleich ein zweites Mal\n lesen m\u00f6chte. Aber es folgen ja bald noch <em>Winter, Fr\u00fchling<\/em> und <em>Sommer<\/em>, auf Englisch l\u00e4ngst schon erschienen. <\/p>\n\n\n\n<p>Ines Lauffer, autorenbuchhandlung marx &amp; co, Frankfurt<\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"https%3A%2F%2Fautorenbuchhandlung-marx.de%2Fwww%2Fbuchempfehlung-32%2F\" data-timestamp=\"1584975634\" data-backendurl=\"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-json\/shariff\/v1\/share_counts?\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-medium\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fautorenbuchhandlung-marx.de%2Fwww%2Fbuchempfehlung-32%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style><svg width=\"32px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\" \/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#32bbf5\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fautorenbuchhandlung-marx.de%2Fwww%2Fbuchempfehlung-32%2F&amp;text=Buchempfehlung\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#55acee; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style><svg width=\"32px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\" \/><\/svg><\/span><\/a><\/li><\/ul><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ali Smith Herbst Was ist nicht schon alles \u00fcber Ali Smiths Roman Herbst gesagt worden: Er sei ein Brexit-Roman, ein Roman \u00fcber die Pop-K\u00fcnstlerin Pauline Boty, \u00fcber die Profumo-Aff\u00e4re und Christine Keeler. 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