{"id":1129,"date":"2018-07-15T13:33:44","date_gmt":"2018-07-15T11:33:44","guid":{"rendered":"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/?p=1129"},"modified":"2019-05-23T13:37:59","modified_gmt":"2019-05-23T11:37:59","slug":"buchempfehlung-15","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/buchempfehlung-15\/","title":{"rendered":"Buchempfehlung"},"content":{"rendered":"<h2>Robert Seethaler -Das Feld<\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><noscript><img width=\"200\" height=\"327\" src=\"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/feld.jpg\" alt class=\"wp-image-1130\" srcset=\"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/feld.jpg 200w, https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/feld-183x300.jpg 183w\" sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\"><\/noscript><img width=\"200\" height=\"327\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%22http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%22%20viewBox%3D%220%200%20200%20327%22%3E%3C%2Fsvg%3E\" alt class=\"wp-image-1130 lazyload\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%22http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%22%20viewBox%3D%220%200%20200%20327%22%3E%3C%2Fsvg%3E 200w\" sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\" data-srcset=\"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/feld.jpg 200w, https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/feld-183x300.jpg 183w\" data-src=\"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/feld.jpg\"><figcaption>Hanser Berlin, 22 \u20ac<br>978-3-446-26038-2 <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Robert Seethaler hat die gro\u00dfe F\u00e4higkeit, fesselnde und \nber\u00fchrende Romane \u00fcber g\u00e4nzlich unspektakul\u00e4re Menschen zu schreiben. \nSeine Protagonisten sind keine strahlenden Helden, keine Gefallenen, sie\n erleben keine schicksalstr\u00e4chtigen Dramen, keine Liebespassionen, haben\n aber mit dem, was ihnen das Leben zumutet, genug zu tun. Sie leben ihr \nLeben, und der staunende Leser ist zutiefst begl\u00fcckt, ihnen dabei folgen\n zu d\u00fcrfen. Sein neuer Roman hat nicht einmal mehr eine Hauptperson. \nHier kommen Menschen zu Wort, die zumeist wenig miteinander verbindet \u2013 \nau\u00dfer dem Ort, an dem sie oder zumindest ihre K\u00f6rper sich befinden: dem \n\u00e4ltesten Teil des Paulst\u00e4dter Friedhofs, \u201edas Feld\u201c genannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Hierhin kommt jeden Tag ein Mann, l\u00e4uft zwischen den \nGr\u00e4bern umher, setzt sich auf eine Bank und h\u00f6rt ihre Stimmen. \nNeunundzwanzig Tote, drei\u00dfig Stimmen. Denn der Erz\u00e4hler lebt, und die \nToten erz\u00e4hlen aus ihrem Leben: eine kurze Begebenheit, einen Moment des\n Gl\u00fccks, Leid, Schicksalsschl\u00e4ge. Eine ganze Erz\u00e4hlung oder einen Absatz\n lang, einmal auch nur ein Wort. Manche kannten sich n\u00e4her, manche nur \nvom Sehen, einige waren Paare, andere stehen g\u00e4nzlich f\u00fcr sich. Einer \nerlebt, dass man auch als Toter noch verlassen werden kann. Eine Frau \nerz\u00e4hlt von der siebenundsechzig Tage w\u00e4hrenden Freundschaft zu der \nuralten Henriette, der sie nur sechsundzwanzig Tage sp\u00e4ter in den Tod \nfolgt. Ein Pfarrer spricht dar\u00fcber, wie eine Berufung zum Fluch wird, \nein Vater gibt seinem Sohn aus dem Grab heraus (gute?) Ratschl\u00e4ge. Ein \nBrieftr\u00e4ger erinnert sich an seine Tour, ein B\u00fcrgermeister schwadroniert\n von seinen (Un-) Taten. Nach und nach verdichten ihre Erz\u00e4hlungen sich \nzu einem vielf\u00e4ltigen Chor, in dem jede Stimme ihre eigene Melodie \nsingt, alle zusammen sich dennoch zu einem Ganzen vereinigen \u2013 einem \nChor der Toten, die das Leben erz\u00e4hlen. Das schrammt auch schon mal hart\n am Kitsch vorbei, aber Seethalers unnachahmlich lakonischer Tonfall \nverhindert zuverl\u00e4ssig ein Abrutschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Buch liest man nicht an einem St\u00fcck durch und ist \ndann fertig. Manchmal reicht ein kurzer Absatz, der noch lange \nnachklingt, eine \u00fcberraschende Wendung l\u00e4sst innehalten und das Buch \nerst einmal hinlegen. Aber anders als bei Erz\u00e4hlungen, bei denen es oft \nunbefriedigend ist, wenn man die gerade gelesene mit der n\u00e4chsten gleich\n wieder wegwischt, entsteht hier eine Verbindung zwischen den Personen. \nMan begegnet den gleichen Namen \u00f6fter, immer in anderen Zusammenh\u00e4ngen, \nund es entsteht eine Vertrautheit, die sich im Laufe der Lekt\u00fcre \nverst\u00e4rkt. Obwohl jede Erz\u00e4hlstimme aus dem Totenreich kommt, ist <em>Das Feld<\/em>\n kein trauriges oder niederdr\u00fcckendes Buch \u2013 es ist das pralle Leben. Es\n ist so, wie der Erz\u00e4hler im Buch sagt: \u201edass der Mensch vielleicht dann\n erst endg\u00fcltig \u00fcber sein Leben urteilen konnte, wenn er sein Sterben \nhinter sich gebracht hatte.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Ruth Roebke, Bochum<\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" data-services=\"facebook%7Ctwitter\" data-url=\"https%3A%2F%2Fautorenbuchhandlung-marx.de%2Fwww%2Fbuchempfehlung-15%2F\" data-timestamp=\"1558618679\" data-backendurl=\"https:\/\/autorenbuchhandlung-marx.de\/www\/wp-json\/shariff\/v1\/share_counts?\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-medium\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fautorenbuchhandlung-marx.de%2Fwww%2Fbuchempfehlung-15%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style><svg width=\"32px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\" \/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#32bbf5\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fautorenbuchhandlung-marx.de%2Fwww%2Fbuchempfehlung-15%2F&amp;text=Buchempfehlung\" title=\"Bei Twitter teilen\" aria-label=\"Bei Twitter teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#55acee; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style><svg width=\"32px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 30 32\"><path fill=\"#55acee\" d=\"M29.7 6.8q-1.2 1.8-3 3.1 0 0.3 0 0.8 0 2.5-0.7 4.9t-2.2 4.7-3.5 4-4.9 2.8-6.1 1q-5.1 0-9.3-2.7 0.6 0.1 1.5 0.1 4.3 0 7.6-2.6-2-0.1-3.5-1.2t-2.2-3q0.6 0.1 1.1 0.1 0.8 0 1.6-0.2-2.1-0.4-3.5-2.1t-1.4-3.9v-0.1q1.3 0.7 2.8 0.8-1.2-0.8-2-2.2t-0.7-2.9q0-1.7 0.8-3.1 2.3 2.8 5.5 4.5t7 1.9q-0.2-0.7-0.2-1.4 0-2.5 1.8-4.3t4.3-1.8q2.7 0 4.5 1.9 2.1-0.4 3.9-1.5-0.7 2.2-2.7 3.4 1.8-0.2 3.5-0.9z\" \/><\/svg><\/span><\/a><\/li><\/ul><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Robert Seethaler -Das Feld Robert Seethaler hat die gro\u00dfe F\u00e4higkeit, fesselnde und ber\u00fchrende Romane \u00fcber g\u00e4nzlich unspektakul\u00e4re Menschen zu schreiben. 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