Israel und die Juden im Spiegel zeitgenössischer Literatur – Buchvorstellungen von Eldad Stobezki

Datum:
Dienstag, 11. November 2008 – 20:00
Eintritt:
5 €

Eldad Stobezki präsentiert eine Auswahl zeitgenössischer Literatur, Sach- und Jugendbücher, die im Herbst 2008 in deutscher Sprache erschienen sind. Es ist nicht nur der Krieg, der den Alltag und den Buchmarkt in Israel beherrscht. Boris Saidmann, Eran Bar-Gil, Yael Hedaya, Gabriela Avigur-Rottem, Ron Leshem, Sari Nusseibeh, Avram Kantor und andere wichtige Autoren erzählen von unterschiedlichen Themen – vom Gegensatz und der Koexistenz der Kulturen, von einem oft auch banalen Alltag in einer Krisenregion. In anderen Ländern schreiben jüdische Autoren über das Leben in der Diaspora, den Umgang mit dem Erbe des Nationalsozialismus in Deutschland und Österreich. Reisen in die Vergangenheit, Migrationsgeschichte und jüdische Tradition sind Gegenstand dieser Romane. Beispielhaft dafür stehen Heere Heeresma, Robert Neumann, Lena Gorelik und Klaus Hillenbrand.

Eldad Stobezki, geboren 1951 in Israel, lebt seit 1979 in Frankfurt am Main, ist Übersetzer, Literaturagent, Gutachter und Kenner der israelischen Literaturszene.

Lesung – Ursula Krechel. Shanghai fern von wo. Roman.

Datum:
Montag, 29. September 2008 – 20:00
Eintritt:
5.- €

Seit ihrer ersten Reise 1980 nach Shanghai beschäftigte sich Ursula Krechel immer wieder mit den 18.000 deutschen und österreichischen Juden, die nach den Pogromen im November 1938 in dem entfernten Exilort Shanghai Zuflucht suchten und fanden. Sie hat Flucht- und Überlebensberichte gelesen, in zahlreichen Archiven recherchiert und legt nun einen großen Roman vor, der in vielen Stimmen davon erzählt, wie bedrängte Menschen unter stets bedrohlicher werdenden politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen das Überleben zu lernen versuchen. Ursula Krechels soeben bei Jung und Jung erschienener Roman »Shanghai fern von wo« wurde mit dem Rheingau Literaturpreis 2008 ausgezeichnet.

Foto: © Alexander Paul Englert

Ursula Krechel, geboren 1947, Studium der Germanistik, Theaterwissenschaften und Kunstgeschichte. Lehrtätigkeit an verschiedenen Universitäten. Erste Lyrikveröffentlichung 1977, danach erschienen Gedichtbände, Prosa, Hörspiele und Essays.

Rechnen wie vor 5000 Jahren mit Erbsen, Bohnen und Nudeln – Für neugierige Kinder ab 8 Jahre

Datum:
Samstag, 31. Mai 2008 – 16:00
Eintritt:
frei

Eine etwas andere Rechenstunde mit Klaus Rödler

Hast Du schon einmal überlegt, wo unsere Zahlen herkommen? Sie sind nämlich gar nicht so alt. So, wie du es in der Schule lernst, rechnen die Menschen erst seit etwa 500 Jahren.
Julius Cäsar kannte unsere Zahlen noch nicht. Und die Ägypter hätten im Kopf wahrscheinlich nicht mal 4×8 rechnen können. Trotzdem haben sie die großen Pyramiden gebaut. Wie haben sie das gemacht?

An diesem Nachmittag kannst du kennen lernen, wie die Sumerer, die noch vor den Ägyptern lebten, gerechnet haben. Du wirst dich wundern, wie einfach das Rechnen mit Sumerischen Zahlen ist.

Klaus Rödler, geb.1956, ist Grundschullehrer und hat verschiedene Bücher darüber geschrieben, wie man die Zahlen besser verstehen und das Rechnen lernen kann, wenn man so rechnet, wie das die Menschen früher gemacht haben.

Lesung – Katharina Hagena – Der Geschmack von Apfelkernen. Roman.

Datum:
Mittwoch, 21. Mai 2008 – 20:00
Eintritt:
5 €

Katharina Hagena erzählt in ihrem ersten Roman eine Familiengeschichte aus der Perspektive der Enkelin. Die Bibliothekarin Iris erfährt bei der Beerdigung ihrer Großmutter zu ihrer Überraschung, dass sie deren Haus geerbt hat. Obwohl sie das alte Haus mit seinem üppigen Garten und die norddeutsche Landschaft liebt, in der sie als Kind die Ferien verbracht hat, ist sie sich nicht sicher, ob sie das Erbe wirklich antreten will.

Katharina Hagena hat ein sehr kluges Buch über Erinnern und Vergessen geschrieben. Sie erzählt von den Frauen einer Familie, mischt die Schicksale dreier Generationen und erzählt damit eine Geschichte des 20. Jahrhunderts. Jede der weiblichen Figuren hat ein eigenes Schicksal und jede der Geschichten wird auf andere Weise vorgestellt und erzählt.

(c) Henrik Spohner

Katharina Hagena, geboren 1967, studierte Anglistik und Germanistik in Marburg, London und Freiburg. Sie forschte an der James-Joyce-Stiftung in Zürich und lehrte am Trinity College in Dublin sowie an der Universität Hamburg. 2006 erschien ihr Buch Was die wilden Wellen sagen. Der Seeweg durch den Ulysses (marebuchverlag).

Lesung – Etel Adnan – Reise zum Mount Tamalpais

Datum:
Montag, 14. April 2008 – 20:00
Eintritt:
4 €

Lesung in Englisch und Deutsch
Den deutschen Text liest Hans-Ulrich Müller-Schwefe

Etel Adnan, eine der kosmopolitischsten Künstlerinnen der arabischen Welt, besitzt eine große Liebe auf der anderen Seite des Ozeans: den Mount Tamalpais, einen achthundert Meter hohen Berg nördlich von San Francisco. Über zwanzig Jahre lang beschäftigte sich die Schriftstellerin mit dem Tamalpais. Durch ihn wurde sie zur Malerin.
Was Etel Adnan durch das Malen über den Berg und durch den Berg über Malerei erfuhr, notierte sie über Jahre hinweg. Ihre Leidenschaft gilt dabei den Formen der Wahrnehmung. Sie erfasst die spirituelle Welt der Träume und Mythen, dringt in den Raum der Technik vor und beschreibt die Phänomene der Natur. Die pyramidale Form des Bergs, seine Sphären und Linien, seine ständig wechselnden Farben und seine lange indianische Geschichte prägten sich ihrem Leben ein.
In diesem Künstlerbuch verschmilzt die Poesie des Nachsinnens mit den Zeichen der Malerei. In der Tradition der Auseinandersetzung eines Künstlers mit einem Berg steht sie neben Cézanne und Hokusai.

Etel Adnan wurde 1925 in Beirut geboren. Ihre Mutter war eine griechische Christin aus Smyrna, heute Izmir. Ihr Vater war ein Muslim aus Damaskus, ottomanischer Offizier und Stadtkommandant von Smyrna. Sie besuchte die französische Schule in Beirut und studierte Philosophie in Paris und in den USA. Von 1958 bis 1972 unterrichtete sie Geisteswissenschaften und Philosophie in den USA. 1972 kehrte sie nach Beirut zurück und arbeitete als Feuilletonredakteurin der Zeitung Al-Safa. Sie lebt heute in Sausalito (Kalifornien) und Paris.

Diskussion mit Klaus Lüderssen, Jochen Hörisch und Joachim Rückert

Datum:
Donnerstag, 14. Februar 2008 – 20:00
Eintritt:
frei

Romantik, Historische Rechtsschule und Freirechtsbewegung

Joseph von Eichendorffs ingeniöser Vorgriff auf eine nicht gelebte Beziehung

Aufklärung und Restauration lassen Eichendorff gleichermaßen auf Distanz gehen. Er antizipiert – von der Wissenschaft erst später wahrgenommene – Gemeinsamkeiten zwischen Rechtsgeschichte und Rechtssoziologie und leistet damit einen interessanten Beitrag zur Modernisierung des Rechts. Aus Anlass des gerade im Insel Verlag erschienenen Essays von Klaus Lüderssen: „Eichendorff und das Recht“ diskutieren der Autor, ein Literaturwissenschaftler und ein Rechtshistoriker.

Klaus Lüderssen ist emeritierter Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtsphilosophie und Rechtssoziologie an der Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt am Main.

Jochen Hörisch ist Professor für Germanistik und Medienwissenschaften an der Universität in Mannheim.

Joachim Rückert ist Professor für Rechtsgeschichte und Bürgerliches Recht an der Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt am Main.

Buchvorstellung – Bernd Greiner. Krieg ohne Fronten. Die USA in Vietnam.

 

Datum:
Montag, 21. Januar 2008 – 20:00
Eintritt:
frei

Einführung und Moderation von Gert Krell

Es war ein Krieg, der mit einer Lüge begann und mittels fortgesetzter Lügen in die Länge gezogen wurde; er war weder aus der Luft noch am Boden zu gewinnen, egal, wie viele zusätzliche Truppen ins Feld geschickt wurden und er war von Kriegsgräueln und Kriegsverbrechen, von Folter, Gefangenenmord und Massakern gekennzeichnet.
Die Rede ist vom Vietnamkrieg der Jahre 1965 bis 1975.

»Bernd Greiner hat ein wichtiges, ein herausragendes Buch geschrieben. Es besticht durch umfassende Quellen- und Literaturkenntnisse, durch scharfsinnige Analysen und ein Höchstmaß an Sachlichkeit und Differenzierung. […] Das Buch wird unseren Blick auf diesen Krieg verändern. […] Vierzig Jahre hat es gedauert, bis nun, auch dank der akribischen Forschungen Bernd Greiners, das ganze Ausmaß der amerikanischen Kriegsverbrechen in Vietnam ans Licht kommt. Wie lange wird es dauern, bis wir erfahren, was heute im Irak geschieht?« Volker Ullrich, Die Zeit

Bernd Greiner, Prof. Dr. phil., Historiker, Politikwissenschaftler und Amerikanist, leitet seit 1994 den Arbeitsbereich »Theorie und Geschichte der Gewalt« im Hamburger Institut für Sozialforschung und lehrt am Fachbereich Philosophie und Geschichtswissenschaft der Universität Hamburg.

Gert Krell ist em. Professor für Internationale Politik an der J.W. Goethe Universität.

Philip Waechter und Rosi in der Geisterbahn – Bilderbuchkino

Datum:
Samstag, 8. Dezember 2007 – 17:00
Eintritt:
frei

Zu Gast in unserem Bilderbuchkino: Philip Waechter und Rosi in der Geisterbahn!

Eine Diashow für Rosibegeisterte ab 4 Jahren.

Hiermit laden wir Sie und ihre Kinder herzlich zu unserer diesjährigen Adventsveranstaltung ein.

Philip Waechter wurde 1968 in Frankfurt am Main geboren. Nach dem Abitur leistete er zunächst seinen Zivildienst in einem integrativen Kindergarten ab, anschließend studierte er Kommunikationsdesign mit dem Schwerpunkt Illustration an der Fachhochschule Mainz, unter anderem bei Professor Albrecht Rissler. Sein erstes Buch veröffentlichte er 1995 im Ellermann Verlag. Im Jahr 1996 legte er sein Diplom ab.

Philip Waechter lebt heute als freier Grafiker und Illustrator in Frankfurt am Main. 1999 gründete er mit anderen Illustratorinnen und Illustratoren die Ateliergemeinschaft LABOR. Gemeinsames Arbeiten, gegenseitiger beruflicher Austausch und das tägliche, gemeinsame Kochen und Essen sind das Ziel.

Lesung – Bernhard von Mutius – Kopf oder Zahl: Gewinnen oder verspielen wir unsere Zukunft?

Datum:
Donnerstag, 29. November 2007 – 20:00
Eintritt:
frei

„Ach, wie war es doch vordem in der schwarz-weißen Welt bequem! Heute, angesichts der Übermacht der Uneindeutigkeiten, scheint diese Welt so unübersichtlich und kompliziert geworden zu sein, dass viele nur noch müde abwinken, wenn wieder mal Appelle zum Umdenken, zum mutigen Wandel, zum Reformieren kommen. …Es ist das Verdienst des Sozialwissenschaftlers und Philosophen Bernhard von Mutius in seinem jüngsten Buch, dass er den Schlüsselbegriff des 21. Jahrhunderts erlebbar macht: Paradoxie. In 64 Beobachtungen und Kurzgeschichten unternimmt der Zukunftsdenker mit seinen Lesern eine Tour durch Deutschland. Und er entdeckt Beharrungsvermögen sowie auch Aufbruch. In ständigem Widerstreit liegen die alten Kräfte des Industriezeitalters mit denen der neuen Kreativitätsgesellschaft. Hier Zaudern und Zukunftsängste, dort Neuanfänge, die Mut machen. Und nie kann man sicher sein, welche der im Widerstreit liegenden Kräfte gerade die Oberhand hat. Ähnlich verhält es sich mit der anregenden Lektüre selbst…Weg mit den Schubladen im Kopf, in denen bisher die ganze Welt fein säuberlich sortiert lag.“
Dagmar Deckstein / Süddeutsche Zeitung

Dr. Bernhard von Mutius

Sozialwissenschaftler und Philosoph, beschäftigt sich disziplinübergreifend mit Zukunftsfragen und dem gesellschaftlichen Wandel. Er ist Leiter des Bergweg- Forum „Denken der Zukunft e. V.“, Gründungsmitglied des „New Club of Paris“ und gehört zum Initiativkreis der gerade gegründeten „Stiftung kulturelle Erneuerung“. Er konzipiert grenzüberschreitende Dialoge zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur und ist Verfasser zahlreicher Publikationen über Transformationsprozesse in der Gesellschaft. Darunter: „Die Verwandlung der Welt“ (2001), „Die andere Intelligenz. Wie wir morgen denken werden“ (2004).

Lesung – Monika Held – Melodie für einen schönen Mann

Datum:
Mittwoch, 31. Oktober 2007 – 20:00
Eintritt:
frei
Cover Melodie für einen schönen Mann

Dicht und bilderreich erzählt Monika Held in ihrem neuen Roman die Geschichte einer Liebe, eines Verdachts, einer Suche nach der Wahrheit und der Konsequenz aus dieser Erkenntnis. Die Journalistin Jenny verliebt sich in Eduardo, Untergrundkämpfer aus Guatemala. Doch so anziehend er auch ist, so rätselhaft bleibt er. Nur widerwillig erzählt er ihr Dinge aus seiner Vergangenheit, nur bruchstückhaft berichtet er von seiner Rolle als Regimegegner in seiner Heimat. Je ernster die Beziehung wird, desto mehr gewinnt der Zweifel die Oberhand. Ist er wirklich der Mann fürs Leben? Wie gut kennt sie ihn? Was geschah tatsächlich in Guatemala? Irgendwann beginnt die Journalistin zu recherchieren, und was sie entdeckt, stellt sie vor die schwierigste Entscheidung ihres Lebens.

Monika Held

(c) Hartmuth Schröder

Monika Held hat viele Jahre als Journalistin gearbeitet. Eines ihrer wichtigsten Themen ist die Frage, wie diktatorische Systeme die Menschen korrumpieren und aus Opfern Täter machen. Im fiktionalen Raum des Romans bearbeitet die Autorin dieses Problem als existenziellen Konflikt ihrer Protagonistin.
Monika Held erhielt für ihre Reportagen zahlreiche Preise, darunter den Elisabeth-Selbert-Preis (1990). Ihr erster Roman „Augenbilder“ erschien 2003 im Eichborn Verlag.
2007 erschien „Eine unbeugsame Frau – Gespräche mit Margarete Mitscherlich“ (zusammen mit Kathrin Tsainis, Diana Verlag, München).