Lesung & Screening: Jörg Metelmann „Deutschlandbilder. Filmische Landeskunde von Almanya bis Wolfsburg“

Bertz & Fischer Verlag, 12.90 €

Mittwoch 1. November 2017 um 18 Uhr

In Kooperation mit der Goethe-Universität Frankfurt, Master Ästhetik

Im IG-Farbenhaus der Uni Raum 7.312 (Filmraum TFM)

Moderation & Diskussion: Heinz Drügh

 

Was ist deutsch? Was ist Deutschland? Was ist Heimat?

Darüber lässt sich auch 25 Jahre nach der Wiedervereinigung nur streiten, denn eindeutige Antworten können nicht mehr sein als Zuschreibungen, so wie auch Nationen künstliche Konstrukte sind – aber doch existieren. Bürgerinnen und Bürger leben in ihnen und Künstler bearbeiten sie. In seinem Buch Deutschlandbilder. Filmische Landeskunde von Almanya bis Wolfsburg analysiert Jörg Metelmann jene Filmbilder, die über Deutschland seit 1989 entstanden sind. Er betrachtet sie als mediale „Vergegenwärtigungsorte“, die das Bild der Nation (mit) prägen und so deren „Erinnerungsorte“ neu vermessen.

Mit Filmstills, einem Screening und in der Diskussion mit Heinz Drügh wird Deutschland an diesem Abend zwischen Autorenfilm und populärem Genrefilm kartografiert, zwischen Good bye Lenin und Lichter, zwischen Almanya und Wolfsburg. Als studierter Literaturwissenschaftler und Philosoph weiß Metelmann aber zugleich um die Macht der Bilder und Vorstellungen des ‚Deutschseins’, die entstanden sind, noch lange bevor die Bilder das Laufen lernten. Sie werden in Literaturverfilmungen über Figuren wie Kohlhaas oder Effi Briest vergegenwärtigt und angeeignet.

Ein solcher Einblick in die deutsche Filmlandschaft bietet eine Vielzahl an Identitäten und schärft zugleich den Blick für unsere Konstruktionen von und Diskussionen über Deutschland und seine Kultur.

Jörg Metelmann ist Titularprofessor und Ständiger Dozent für Kultur- und Medienwissenschaft an der Universität St.Gallen, Schweiz. Neben zahlreichen Publikationen (zuletzt: Ressentimentalität. Die melodramatische Versuchung, 2016) hat er 2009 (zusammen mit Antje Dombrowsky) auch die Flucht seiner Mutter aus der DDR 1966 filmisch dokumentiert – eine weitere deutsche Geschichte.

Heinz Drügh ist Professor für Neuere Deutsche Literatur und Ästhetik an der Goethe-Universität Frankfurt. Zuletzt erschien von ihm Ästhetik des Supermarkts, Konstanz 2015.

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