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Memoirs schreiben – Maggie Nelsons „Die Argonauten“

Hanser Berlin Verlag, 20 €

Der Übersetzer Jan Wilm im Gespräch mit Hanna Engelmeier

Montag, 22. Januar 2018, 20 Uhr

Maggie Nelsons Die Argonauten wurde in den USA zu einem der meist diskutierten Bücher des Jahres 2015. Als Genre-Mix aus Memoir, Essay und Gender-Theorie erzählt die Autorin darin von ihrer Liebe zu Harry Dodge, der als Frau geboren wurde und nun eine Geschlechtsumwandlung durchläuft – zur selben Zeit als Maggie schwanger wird.

In Die Argonauten begibt sich Nelson auf die Suche nach einer Sprache der queeren Liebe und nach einer Ausdrucksform für Mutterschaft und Sex in Zeiten, die einerseits liberal und progressiv, anderseits von Konservatismus und Eingrenzung gezeichnet sind. Im Beschreiben ihrer eigenen Erfahrung und ihres eigenen Denkens findet Nelson eine ganz eigene Form, die besonders in den US-Medien die Rede von einem „neuen Zeitalter des Memoir“ befeuerte.

Doch haben wir es wirklich mit einer neuen Gattung zu tun? Welche Möglichkeiten fürs Denken über das Memoir bietet Die Argonauten? Und welche Möglichkeiten fürs Schreiben stiftet die Memoir-Gattung, welche Veränderung in Schreib- und Lese-Szenen sind daran auszumachen?

Hanna Engelmeier, Dr. phil., ist Kulturwissenschaftlerin und Autorin. Sie arbeitet im Kolleg „Schreibszene Frankfurt. Poetik, Publizistik und Performanz von Gegenwartsliteratur“ an der Goethe-Universität Frankfurt. Literarische Texte und Rezensionen von ihr sind unter anderem in die tageszeitung, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, manuskripte, DIE ZEIT und vor allem im Merkur. Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken erschienen.

Jan Wilm, Dr. phil., ist Literaturwissenschaftler an der Goethe-Universität Frankfurt, Literaturkritiker und Übersetzer. Zuletzt erschienen The Slow Philosophy of J. M. Coetzee (Bloomsbury, 2016) sowie Beyond the Ancient Quarrel: J. M. Coetzee and Philosophy (mit Patrick Hayes; Oxford University Press, 2017). Seine Literaturkritiken erscheinen unter anderem in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Neuen Zürcher Zeitung und dem Times Literary Supplement. Sein Blog ist zu finden unter www.wilmvorlesungen.de

Wir wünschen erholsame Feiertage und ein gutes neues Jahr mit oder ohne Schnee in Frankfurt oder anderswo!

An den Adventssamstagen länger geöffnet

An allen Adventssamstagen haben wir von 9 bis 18 Uhr für Sie geöffnet, an den Wochentagen wie üblich zwischen 9 und 19 Uhr.

Am 1. Adventssamstag, 2.12.2017 gibt es um 17 Uhr eine Adventslesung für Ihre (Enkel)Kinder, währenddessen können Sie in Ruhe schon die ersten Geschenke kaufen, lesen und stöbern.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Ihre AutorenbuchhändlerInnen

Ein Rentier kommt selten allein! – Adventslesung für Kinder ab 6 Jahren

Samstag, 2. Dezember um 17 Uhr

Weihnachten kommt immer zu schnell und ist immer zu schnell vorbei! Nur bei Lars und Lotte ist es dieses Jahr anders, denn der Weihnachtsmann kommt erst ein bisschen zu spät und dann bleibt er gleich für ein ganzes Jahr – mitsamt seinem Schlitten in der Garage und den Rentieren im Garten. Aber PSST, das ist alles ganz geheim, niemand darf davon erfahren. Gar nicht so einfach, wenn der Weihnachtsmann immer so laut lacht und Quatsch macht. Und dann kommen auch noch die Weihnachtswichtel, die das Haus endgültig auf den Kopf stellen, denn sie müssen alle Geschenke ausführlich testen. Nur zu blöd, dass man die Wichtel nie sehen kann – sie sind zu klein, zu schnell und sie kommen immer nur in der Nacht. Ein Plan muss her, denken sich Lars und sein Freund Magnus. Ob der gelingt?

Wir lesen aus:
Ein Rentier kommt selten allein
von Friedbert Stohner 
dtv Reihe Hanser | 12,95 €

 

Betriebsblind und arbeitshörig – Psychische Erkrankungen in Arbeit und Therapie

Transcript, 29,99€

Ute Engelbach, Sabine Flick und Stephan Voswinkel im Gespräch

Montag, 13. November 2017, 20 Uhr

Prismen – Institut für Sozialforschung bei Marx & Co

Seit Jahren nimmt die Zahl psychischer Erkrankungen zu. Ursachen sind nicht zuletzt in der Arbeitswelt zu finden. Das Stichwort »Burnout« ist ein zeitdiagnostischer Marker einer gesellschaftlichen Problematik. Oft aber bleibt unklar, wie Belastungen in der Arbeit und psychische Erkrankungen zusammenhängen. Allgemeine Hinweise auf Anforderungen der modernen Gesellschaft (»Der Kapitalismus / die moderne Arbeitswelt / macht krank«) stehen unvermittelt individualisierenden Lösungen gegenüber: besseres Stressmanagement, Sich-Abgrenzen-Lernen.

Eine am Institut für Sozialforschung und am Sigmund-Freud-Institut Frankfurt a.M. durchgeführte Untersuchung zeigt an empirischen Fällen, wie Arbeitsbedingungen und persönliche Vulnerabilitäten zusammenwirken. 23 psychisch Erkrankte wurden in jeweils mehrstündigen Gesprächen zu Beginn und am Ende ihres Klinikaufenthaltes sowie mehrere Monate nach Verlassen der Klinik interviewt. Mit ihren Therapeut_ innen wurden ebenfalls umfangreiche Gespräche geführt und Interviews mit betrieblichen Expert_innen ergänzten die Empirie. Welche Arbeitssituationen sind psychisch gefährdend? Wie geht das betriebliche Umfeld damit um? Wie deuten die Betroffenen selbst ihre Krankheit und ihre Ursachen? Welche Bedeutung hat die Arbeit in den Therapien? Neigen Therapeut_innen dazu, die Arbeitswelt zu dethematisieren? Wie erklärt sich der individualisierende Umgang mit der Erkrankung trotz verallgemeinernder Zeitdiagnose? Fazit: Wenn Arbeitssituationen krank machen, reicht es nicht, nur die Erkrankten zu therapieren!

Ute Engelbach, Dr. med. Dipl.-Päd., ist Oberärztin des Bereichs Psychosomatik der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Frankfurt. Dort leitet sie den Essstörungsschwerpunkt und den psychosomatischen Konsildienst. Arbeitsschwerpunkte sind Psychosomatik und Diabetes/HIV sowie Forschung zu psychischen Erkrankungen im Zusammenhang mit Erwerbsarbeit.

Sabine Flick, Dr. phil., ist Soziologin an der Goethe-Universität und assoziierte Wissenschaftlerin am Institut für Sozialforschung. Nach einer arbeitssoziologischen Dissertation über Selbstsorge in entgrenzter Arbeit, forscht sie im Kontext verschiedener Projekte zum Gesellschaftsbegriff der Psychotherapie. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten zählen Medizinsoziologie, Soziologie der Freundschaft, Familien- und Geschlechtersoziologie.

Stephan Voswinkel, PD Dr. disc. pol., ist Soziologe am Institut für Sozialforschung und Privatdozent am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität. Derzeit ist er Vertretungsprofessor für Allgemeine Soziologie an der TU Darmstadt. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen die Soziologie der Anerkennung, prekäre Beschäftigung, Ansprüche an Arbeit und psychosoziale Gefährdungen in der Arbeit.

Die Ergebnisse des Projekts sind kürzlich als Buch erschienen:

Nora Alsdorf, Ute Engelbach, Sabine Flick, Rolf Haubl und Stephan Voswinkel: Psychische Erkrankungen in der Arbeitswelt. Analysen und Ansätze zur therapeutischen und betrieblichen Bewältigung. Bielefeld: transcript 2017.

 

Lesung & Screening: Jörg Metelmann „Deutschlandbilder. Filmische Landeskunde von Almanya bis Wolfsburg“

Bertz & Fischer Verlag, 12.90 €

Mittwoch 1. November 2017 um 18 Uhr

In Kooperation mit der Goethe-Universität Frankfurt, Master Ästhetik

Im IG-Farbenhaus der Uni Raum 7.312 (Filmraum TFM)

Moderation & Diskussion: Heinz Drügh

 

Was ist deutsch? Was ist Deutschland? Was ist Heimat?

Darüber lässt sich auch 25 Jahre nach der Wiedervereinigung nur streiten, denn eindeutige Antworten können nicht mehr sein als Zuschreibungen, so wie auch Nationen künstliche Konstrukte sind – aber doch existieren. Bürgerinnen und Bürger leben in ihnen und Künstler bearbeiten sie. In seinem Buch Deutschlandbilder. Filmische Landeskunde von Almanya bis Wolfsburg analysiert Jörg Metelmann jene Filmbilder, die über Deutschland seit 1989 entstanden sind. Er betrachtet sie als mediale „Vergegenwärtigungsorte“, die das Bild der Nation (mit) prägen und so deren „Erinnerungsorte“ neu vermessen.

Mit Filmstills, einem Screening und in der Diskussion mit Heinz Drügh wird Deutschland an diesem Abend zwischen Autorenfilm und populärem Genrefilm kartografiert, zwischen Good bye Lenin und Lichter, zwischen Almanya und Wolfsburg. Als studierter Literaturwissenschaftler und Philosoph weiß Metelmann aber zugleich um die Macht der Bilder und Vorstellungen des ‚Deutschseins’, die entstanden sind, noch lange bevor die Bilder das Laufen lernten. Sie werden in Literaturverfilmungen über Figuren wie Kohlhaas oder Effi Briest vergegenwärtigt und angeeignet.

Ein solcher Einblick in die deutsche Filmlandschaft bietet eine Vielzahl an Identitäten und schärft zugleich den Blick für unsere Konstruktionen von und Diskussionen über Deutschland und seine Kultur.

Jörg Metelmann ist Titularprofessor und Ständiger Dozent für Kultur- und Medienwissenschaft an der Universität St.Gallen, Schweiz. Neben zahlreichen Publikationen (zuletzt: Ressentimentalität. Die melodramatische Versuchung, 2016) hat er 2009 (zusammen mit Antje Dombrowsky) auch die Flucht seiner Mutter aus der DDR 1966 filmisch dokumentiert – eine weitere deutsche Geschichte.

Heinz Drügh ist Professor für Neuere Deutsche Literatur und Ästhetik an der Goethe-Universität Frankfurt. Zuletzt erschien von ihm Ästhetik des Supermarkts, Konstanz 2015.

Bilderbuchferien für Kindergarten- und Grundschulkinder

Das Leben der Freiheit und die Abschaffung der Freiheit

Thomas Khurana und Frank Ruda im Gespräch mit Dirk Setton

Buchvorstellung und Diskussion

Freitag, 14. Juli 2017, 20 Uhr

Es scheint unmöglich, gegen die Freiheit zu sein. Wenn es einen Wert gibt, der in den politischen Philosophien der Gegenwart unumstritten ist – gleich ob sie sich nun anarchistisch, libertär, liberalistisch, republikanisch oder kommunitaristisch verstehen –, dann ist es die Freiheit. Die Fraglosigkeit und die inflationäre Bestätigung der Freiheit sollten dabei jedoch misstrauisch machen: Da kann etwas nicht stimmen.

Die beiden Bücher, die an diesem Abend zur Diskussion stehen, fragen danach, was mit den beiden dominanten Freiheitskonzeptionen der Gegenwart nicht stimmt: mit der Idee der Wahlfreiheit und der Idee der vernünftigen Selbstbestimmung. Während Frank Ruda zeigt, dass die Freiheit der Wahl uns weder Freiheit ermöglicht noch die Wahl lässt, zeichnet Thomas Khurana eine grundlegende Paradoxie nach, nach der im Inneren der Autonomie Willkür und Zwang wiederzukehren drohen.

Frank Ruda schlägt vor diesem Hintergrund vor, die Freiheit abzuschaffen und sich in einem neuen Fatalismus zu üben: Nur derjenige, der einsieht, dass er keine Wahl hat, kann sich von der Freiheitsillusion befreien. Thomas Khurana schlägt vor, die Idee der Selbstbestimmung so neu zu verstehen, dass sich die inneren Spannungen der Autonomie entfalten statt bloß verdecken lassen. Die Frage ist, in welchem Verhältnis diese beiden Versuche eigentlich stehen: Wie steht das Vorhaben, die Freiheit abzuschaffen, zu dem, sie zu beleben?

Thomas Khurana ist Lecturer of Philosophy an der University of Essex. Er arbeitet gegenwärtig an einem Projekt zur Kunst der zweiten Natur und zum Verhältnis von Selbstbewusstsein und Vergegenständlichung.

Frank Ruda ist Vertretungsprofessor an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Gegenwärtig arbeitet er an einem Projekt zum Begriff des Muts.

Dirk Setton ist Postdoktorand am Cluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Thomas Khurana. Das Leben der Freiheit.
Form und Wirklichkeit der Autonomie. Berlin: Suhrkamp 2017

Frank Ruda. Abolishing Freedom: A Plea for a Contemporary Use of Fatalism.
Lincoln/London: University of Nebraska Press 2016

Die Demokratie und ihre Leidenschaften – Zur Aktualität von Alexis de Tocqueville

Judith Mohrmann und Johannes Völz im Gespräch mit Felix Trautmann

Montag, 26. Juni 2017, 20 Uhr

Prismen – Institut für Sozialforschung bei Marx & Co

Betrachtet man aktuelle politische Krisendiagnosen, so fällt auf, dass diese selten ohne den Verweis auf die entsprechende Gefühlslage der politischen Subjekte auskommen. Mal sind diese enttäuscht, verdrossen oder apathisch, mal wütend, rasend oder sogar von Hass erfüllt. Diese Rolle von Leidenschaften und Affekten in der Politik wird allerdings meist mit Sorge betrachtet: sie scheinen unkontrollierbar und irrational. Dass Politik jedoch nicht ohne Affekte und insbesondere nicht ohne eine Leidenschaft für die Politik auskommt, behauptet bereits Anfang des 19. Jahrhunderts Alexis de Tocqueville. Ihm zufolge lässt sich die Demokratie als eine soziale Lebensform verstehen, in der bestimmte emotionale und affektive Verhaltensweisen gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen auf die demokratische Freiheit und Gleichheit haben können. Anhand verschiedener Affekte veranschaulicht er die inneren Widersprüche der demokratischen Ideale.
Mit Blick auf die aktuellen politischen Verhältnisse, die von sozialer Ungleichheit, einem schwindenden Vertrauen in politische Parteien und Institutionen sowie der populistischen Mobilisierung geprägt sind, stellen sich diese Fragen erneut: wie lässt sich die Rolle von Affekten in der Demokratie verstehen? Welche von ihnen werden in der Politik zur Gefahr für andere und wann sind Affekte gerade das Antidot einer drohenden Entpolitisierung?

Über diese und weitere Fragen diskutieren die Philosophin Judith Mohrmann vom Institut für Sozialforschung und Johannes Völz, Heisenberg-Professor für Amerikanistik an der Goethe-Universität Frankfurt, mit Felix Trautmann (Institut für Sozialforschung). Hintergrund der Diskussion bildet der Themenschwerpunkt „Alexis de Tocqueville und die Paradoxien der Gleichheit“ in WestEnd. Neue Zeitschrift für Sozialforschung 1/2017.

Judith Mohrmann ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozialforschung im Rahmen des Forschungsprojekts „Verhandlungsformen normativer Paradoxien“. Sie promovierte 2013 an der Goethe-Universität Frankfurt mit einer Arbeit über die Rolle der Affekte in der Französischen Revolution sowie im Denken von Hannah Arendt und Immanuel Kant. In ihrer aktuellen Forschungsarbeit befasst sie sich mit der Rolle des guten Lebens im Kapitalismus.

Felix Trautmann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sozialforschung. Seine 2015 abgeschlossene Promotion behandelt die von Machiavelli und La Boétie formulierte Diagnose einer ‚freiwilligen Knechtschaft‘ und erweitert diese für demokratische Gesellschaften. Aktuell arbeitet er in einem Forschungsprojekt mit dem Titel „Paradoxien der Gleichheit. Die Demokratie und ihre Kulturindustrie“.

Johannes Völz ist Heisenberg-Professor für Amerikanistik mit dem Schwerpunkt „Demokratie und Ästhetik“ an der Goethe-Universität Frankfurt. In seinen jüngsten Buchpublikationen befasst er sich mit den Themen Angst, Sicherheit und Ungewissheit in der amerikanischen Literatur vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. In einem weiteren Forschungsprojekt untersucht er den Wandel von Privatheitsheitsvorstellungen in der amerikanischen Gegenwartsliteratur.

Die Gegenwart der Homophobie

Volker M. Heins im Gespräch mit Sophinette Becker und Bernd Simon

Montag, 24. April 2017, 20 Uhr

Prismen – Institut für Sozialforschung bei Marx & Co

Vieles spricht dafür, den Kampf um die rechtliche Gleichstellung und gesellschaftliche Akzeptanz von nicht-heterosexuellen Menschen als eine große Erfolgsgeschichte zu erzählen. Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender sind in einer Weise rechtlich, medial und sozial aufgewertet worden, wie man es noch in den 1960er Jahren nicht für möglich gehalten hätte. Dennoch stellt sich bei näherem Hinsehen eine Vielzahl von Fragen: Was sind die Gründe für die wachsende Akzeptanz von Schwulen und Lesben? Wie stabil oder brüchig ist dieser Trend? Lässt er sich globalisieren? Wie verhält sich eine progressive Gesetzgebung zum Abbau von gruppenbezogenen Vorurteilen? Vor allem: Was bedeutet eigentlich »Anerkennung« in diesem Zusammenhang?

Über diese und weitere Fragen diskutieren der Kieler Psychologe Bernd Simon und die Frankfurter Psychoanalytikerin Sophinette Becker. Moderieren wird Volker M. Heins vom Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI). Den Hintergrund bildet der Themenschwerpunkt »Die Gegenwart der Homophobie« in WestEnd. Neue Zeitschrift für Sozialforschung 2/2016.

Sophinette Becker ist Psychoanalytikerin. Sie leitete bis 2011 die Sexualmedizinische Am­bulanz der Uniklinik Frankfurt. Die Psychotherapeutin und Sexualwissenschaftlerin ist seit vielen Jahren auf Transsexualität und andere Besonderheiten der Geschlechteridentität, aber auch auf den kulturellen Wandel der Sexualität spezialisiert. Sie war lange Zeit Mitherausge­berin der renommierten Zeitschrift für Sexualforschung.

Volker M. Heins ist Permanent Fellow und Leiter des Forschungsbereichs Interkultur am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI). Er ist Mitglied der sozialwissenschaftlichen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum sowie Leiter des Forschungsbereichs »Globale Kul­turkonflikte und transkulturelle Kooperation« am Centre for Global Cooperation Research / Käte Hamburger Kolleg in Duisburg.

Bernd Simon ist Professor für Sozialpsychologie und Politische Psychologie am Institut für Psychologie der Christian-Albrechts-Universität Kiel. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Identitäts-und Gruppenforschung unter besonderer Berücksichtigung von Beziehungen zwi­schen Minoritäten und Majoritäten, Politisierungsprozessen, Macht, Respekt und Toleranz.